Artikel Category: Generelle Themen

  • Ueber Gut und Boese……

    Zweifellos, Gut und Boese existiert and die meisten Menschen brauchen Gesetze, die, so kann man nur hoffen, das Boese so gut wie moeglich in Grenzen halten. Man braucht allerdings bloss die Nachrichten zu hoeren oder um sich zu schauen, es ist offensichtlich, dass in der Welt das Boese die Oberhand hat. Wenn es nicht in Zaum gehalten werden kann, wird es weiterhin seine ueblen Taten tun und darin eskalieren.

    Gut und Boese sind, generell gesehen, ein abstraktes Konzept und als solches ein Produkt des Geistes. Trotzdem es universell ist, bedeuted es nicht unbedingt ein und dasselbe fuer alle Gesellschaften. Da es mit einem Wertsystem verbunden ist, haengt es von der Moralitaet des Einzelnen, sowie der sozialen Norm und der vorherrschenden Kultur ab. Es kann daher in seiner Auslegung oder Anwendung Variationen geben, aber generell ist das Gute mit Fuersorge und Wohltaten verbunden, und das Boese mit Grausamkeit und Leiden. Es gibt auch keine einzelnen Definitionen fuer die beiden. Wozu auch! Es ist unwahrscheinlich, dass jemand sie missversteht. Gut und Boese sind naemlich viel tiefer im Menschen verankert, als es der Verstand annimmt oder auch nur vermuten laesst. Abgesehen von den aeusseren, umweltlich bedingten Variationen, die der menschliche Geist im Zusammenhang mit seiner sozialen und kulturellen Umwelt schafft, ist das interne und emotionale Verstaendnis fuer die beiden in allen Menschen gleich, egal welcher Abstammung sie sind oder welche Zugehoerigkeit sie haben.

    Gut und Boese spielen eine derart wichtige Rolle im menschlichen Dasein, dass die Frage nach ihrem Ursprung und ihrer Natur von speziellem Interesse ist, und, wie zu erwarten, von diversen Interessensgruppen heftigst diskutiert wird, vorallem im Bereich der Religionen, Philosophie und Ethik, Sozialwissenschaften und Psychiatry. Es scheint allerdings, dass bis jetzt niemand versucht hat, den Weg der Evolution zurueck zu verfolgen, wie es zum Beispiel die Kosmologen getan haben, mit Erfolg, wie man weiss. Es ist nur logisch genau das zu tun, und ist sicherlich die Muehe wert, vorallem nachdem die Wissenschaft diesen Weg zugaenglich gemacht hat.

    Freilich, Wissenschaft kann nicht alle Fragen beantworten, doch sollte sie keineswegs vom Gebiet des elusiven Geistes ferngehalten werden, noch von den noch immer mysterioesen Aspekten der Seele, oder Anima, (Jung’s Interpretation). Allerdings, jegliche Untersuchung und Diskussion wuerde ein fragwuerdiges Resultat erbringen, sollte sie nur von einer Interessensgruppe gefuehrt werden, nicht nur wegen Parteilichkeit, sondern bei Design. Dieser Artikel, auch wenn er sich vorwiegend auf die wissenschaftliche Seite stellt, kann sich ebensowenig vom Theologisch,-Philosophischem distanzieren. Doch letzten Endes ist er eine Reise zurueck in die Natur und die Geschichte des Universum, um die Fossilien auszugraben, die darin verborgen sind.

    Sozieterna betrachtet Gut und Boese als eine fundamentale Kraft, wie die elektromagnetische Kraft eine ist. Die mechanische Physik definiert Kraft als Interaktion zwischen zwei Dingen, (Koerper), in dem das eine einen Druck ausuebt und das andere einen Zug. Kraft ist ausserdem eine Vektor Quantitaet, also hat sie Groesse und Richtung. Sind Zug und Druck von gleicher Staerke oder Groesse, ist der Gegenstand in Ruhe, inert, und die Kraft im Equilibrium oder in Balance. In der Quantum Physik ist Kraft von kleinsten Partikeln (Teilchen) bewerkstelligt. Kraft ist in diesem Sinne eine Interaktion von ‚quanta‘ zwischen zwei verschiedenen Ladungen oder Feldern. Ausserdem koennen Teilchen auch Wellen sein, sind also zweigestaltig in Erscheinung und Eigenschaft. Steigt man die evolutionaere Leiter hoch bis ins Feld der Gedanken, da sind Gut und Boese noch immer eine Kraft, und benehmen sich auch dementsprechend, sind aber nicht laenger mit einer Kraft wie sie in der Natur vorkommt affiliert oder assoziert. Es gibt noch immer das ‚Hin und Her‘, (und von Balance ist wenig zu sehen); und sie sind eine Dichotomie oder antagonistische Dualitaet. Das heisst, Gut und Boese haengen voneinander ab, und zwischen ihren Ladungen oder Feldern, in diesem Falle positiv (gut) und negativ (boese), gibt es eine rege und stete Interaktion. Die Pole oder Felder koennen als Einzelheit gesehen werden, es kommt darauf an, von welchem Ende oder welcher Seite man sie betrachtet. Sie sind nichts desto trotz eine Dualitaet, also zweigestaltige Einheit. Gut und Boese kommen nie alleine vor, sie sind ein Duo, sowie Tag und Nacht, Schwarz und Weiss, Gott und Teufel, positive und negative elektrische Ladungen. Sieht man sie als Einzelheit ist man getaeuscht oder im Irrtum. Isoliert man sie aber mit Absicht, wie das in manchen Faellen gemacht wird, verursacht es Verwirrung, die niemandem dient, ausser den Moralaposteln, die das eine vergoettern und das andere verdammen. Es macht die Welt deshalb, oder auch grade deswegen, nicht besser.

    Sozieterna erhebt keinen Anspruch darauf, recht oder unrecht zu haben, noch darauf, dass nur sie alleine jenen philosophischen Standpunkt vertreten, der Gut und Boese vereint, oder in ihnen mehr als nur intellektuelles Machwerk sieht, sozusagen die Fabrikation eines ueberaktiven Geistes. Einige Leser moegen es durchaus schwierig finden, sich von ihrer Meinung zu trennen, um sich ohne Vorbehalte auf ein anderes Konzept einzulassen. Aber es erfordert nicht mehr als seine Aufmerksamkeit von Gut oder Boese zu Gut und Boese zu transferieren, oder das Yin und Yang Symbol naeher zu betrachten, das schwarz und weisse Haelften hat, mit dem Samen der Opposition in der jeweiligen anderen Farbe. Oder er braucht sich nur eine Muenze mit zwei Seiten vorzustellen. Der Wert ist die Muenze, nicht bloss eine Seite davon.

    Sozieterna stimmt allerdings der Ansicht nicht zu, dass Gott nur der Ausdruck des Guten ist, oder einfacher ausgedrueckt, die eine Seite der Muenze. Gott kann nur beides sein oder ist keines von beiden. Viele haben sich gefragt, wie es kommt, dass Gott, der Allmaechtige, dem Teufel nicht ein fuer alle Mal das Ende setzt, sondern ihm erlaubt, soviel Leid und Schmerz zu bringen. Es liegt einfach daran, dass Gott und Teufel als moralisches Ideal existieren. Das eine ist absolut wuenschenswert, das andere unvermeidbar. Aber Ideale sind nicht ‚persona grata‘, sie sind bloss personifiziert worden. Oder anders betrachtet, sind sie der aktualisierte Ausdruck einer Partikel-Wellen Dualitaet. Da ist nicht wirklich das Eine oder das Andere, sondern nur beides.

    Das hat praktische Implikationen, und Buddhismus und Hinduismus haben ein wesentlich realistischeres Verstaendnis was die Natur und die Handhabung von Gut und Boese betrifft, als die Bibel oder der Koran. Freilich, das ist mehr den vergangenen kulturellen Bedingungen und den nach wie vor unflexiblen Interpretationen clericaler Machthaber zuzuschreiben, die nicht mit den sich aendernden Zeiten und der stetig wachsenden Intelligenz Schritt halten. Manche scheinen tatsaechlich in einer Zeitfalle zu sitzen und weigern sich, Ausgedientes ‚ad acta‘ zu legen.

    Um einige Unterschiede zu nennen: Buddha transzendiert Gut und Boese und Lord Shiva hat deren Leidenschaften gezuegelt und haelt sie in Balance. Trotzdem alle Religionen das Gute propagieren, es ist die Bibel, die Gott den Problem geplagten Luzifer aus dem Himmel vertreiben sieht, der dann sein eigenes Reich gruendet. Offensichtlich, das Externalisieren eines inneren Konflikts, oder die Ausweisung eines unverbesserlichen Charakters aus dem eigenen Heim, loest das Problem nicht, es wird bloss wo anders hin transportiert. Tatsaechlich aber demonstriert das symbolisch den Beginn der Schoepfung, (sieh spaeter im Artikel). Es jedoch als moralisches Fundament zu betrachten ist leider nicht hilfreich, wenn nicht gar irrefuehrend. Das ist ohnehin nicht unbemerkt geblieben, doch die Frage, warum Gott ueberhaupt so was tun sollte, ist nach wie vor offen: ‚War es ein Akt strenger Liebe, oder war Gott nicht in Kontrolle?‘ Das Kommen von Jesus war hoechst notwendig, brachte er doch die Wende und eine Neuorientierung wichtigster Art, naemlich jene, die die konditionslose Liebe zum Schwerpunkt macht.

    Sozieterna liegt es fern Kritik zu ueben, wie auch immer die diversen Modelle von Gut und Boese in religioesen Lehren propagiert werden. Jeder Mensch hat oder soll die Freiheit haben, jenem Gott zu folgen, der ihm erstrebenswert scheint. Sozieterna sieht naemlich ohnehin keinen Unterschied. Gott ist weder der Rechte oder Falsche, noch qualitativ besser oder schlechter von dieser oder jenen Glaubensrichtung. Das wuerde nur einer Idolenverehrung gleich kommen.

    Sozieterna ist aber der Meinung, dass kein Mensch nur gut oder boese sein kann, beides ist in ihm; und sie stimmen der oft geaeusserten Ansicht zu, dass der Mensch im Abbild Gottes geschaffen wurde, oder auch, dass die Menschen seine Kinder sind, allerdings nicht im Sinne oder gemaess der ueblichen Vorstellungen. (Diese und andere verwandte Themen werden entweder als Hauptthema oder im Zusammenhang anderer behandelt werden). Sozieterna besteht allerdings darauf, dass jeder Mensch fuer sich selbst entscheiden muss, welche Seite der Muenze er presentieren will. Weder Gott noch Teufel sind dafuer zustaendig. Wohlgemerkt, sich weder fuer das eine noch das andere zu entscheiden, ist ebenso eine Wahl, wenn auch eine passive.

    Es ist schon klar, dass viele Menschen des Rates oder der Fuehrung beduerfen, jedoch nicht des Dogma oder der Subordination. Und niemand braucht zu verzweifeln, denn Gut und Boese koennen miteinander auskommen, sie muessen nur in Balance gehalten werden. (Sieh fuer eine Referenz den Beitrag ueber den Frieden). Oder man betrachte das Atom genauer, – es hat die gleiche Anzahl von positiv und negativ geladenen Teilchen, ist daher stabil, macht also die Materie neutral und das Leben, so wie wir es kennen, moeglich. Viele fragen sich, ob sie im Kampf um Gut und Boese jemals siegen koennten. Nein, es gibt keinen Sieg, aber Friede muss gemacht werden. Also wie kann der Mensch Gut und Boese in Einklang bringen? Tatsaechlich ist es ganz einfach, doch ich ueberlasse die Antwort dem Leser. Fairerweise muss gesagt werden, es heisst nicht, dass das Einfache immer leicht ist.

    Sozieterna kann organisches Leben, inklusive intelligentes, nie getrennt von Materie sehen, all umfassende Materie, wie es das Universum eben ist. Organisches Leben ist Teil dessen Evolution und Intelligenz ist in allem angelegt. Selbst der einfachste Kaefer hat Intelligenz, wenn auch eine andere, wie sie in der menschlichen Gattung zum Ausdruck kommt. Ausserdem besteht fuer Sozieterna kein Zweifel, dass, wo auch immer Evolution beginnt, sei es „Big Bang“, „Strings“, „Membranen“, oder auch nur Zell-Mitose und menschliche Konzeption, da ist immer Dualitaet, oder Zweiheit, von Anfang an, von jeder Seite, entlang jeglicher Entwicklung. Das heisst, da sind zwei Teile, die sich entweder ergaenzen koennen, oder einander ablehnen oder abstossen, die Verbindung und Vereinigung suchen, oder antagonistisch sind und auseinander streben. So oder so, Dualitaet ist ein essentieller Baustein der Natur, vom Anfang bis zum Ende. Alle Natur strebt nach der ultimativen Sublimation, nach Einheit, nicht Trennung. Und trotzdem, es ist Trennung, mit dem Alles began. Selbst hier findet sich die Dualitaet, oder wenn man will, opponierende Lager.

    Gut und Boese sind eine antagonistische Dualitaet, und als Kraft streben sie in die entgegengesetzte Richtung, grad so, als wollten sie Trennung und Aenderung, oder Veraenderung. Man mag Gut und Boese die Schuld fuer die Schoepfung geben, oder Gott, der Luzifer ausgestossen hat. Wie auch immer, es markiert den signifikanten Vorfall der Trennung und damit den Beginn von etwas Neuem und das Ende dessen, was zuvor war. Selbstverstaendlich, Sozieterna sucht nicht nach Schuld. Sie lieben das Leben und all die Schoenheit darin. Sie lieben auch die Bibel Geschichte, wenn auch nur im Sinne des vorher Gesagten.

    Offensichtlich, die Natur ist niemals boese, aber Intelligenz ist; und es ist der Verstand, der den Moralstempel aufdrueckt. Gewiss, die Natur kann grausam sein, doch nur Intelligenz verursacht mit Absicht Schaden und Schmerz. Der Kampf von Gut gegen Boese sind die Kaempfe des eigenen Gewissens und der Seele’s unausgeglichenen Potenzialen. Falls sich jemand jemals gefragt hat, woher das Gewissen kommt, nun, es ist von Anfang an da mit dem Ursprung von Gut und Boese.

    Aber schauen wir welche Hinweise oder Beweise die Welt der Materie offeriert, die dem neugierigen Geist zeigt, wo die Fundamente des Konzepts von Gut und Boese zu finden sind, transformiert und modifiert von dem sich entwickelnden intelligenten organischen Leben. Die Geschichte beginnt am Bodennullpunkt (‚ground 0‘):

    „Es war einmal ein winzig, winzig kleiner Punkt mit dem Namen ‚Singularitaet‘. Der war so ganz alleine in einem Ozean von Nichts, oder vielleicht war es ‚dunkle Materie‘ und er war so voll von Energie, dass er es nicht laenger ertragen konnte. Er musste sich ausdehnen, um sich ein bisschen Platz zu schaffen. Indem er das aber tat, machte er einen gewaltigen ‚Urknall‘ und er brach auf in die Planck Epoche, wo er ein wenig verschnaufte, und spuckte und schuettete alles aus, was nicht laenger zusammengehalten werden konnte. Eine riesige Wolkenschwade folgte dem Feuerwerk das er verursachte und in weniger als Minisekunden gab es Schauer von kleinsten Teilchen, die sich in aller Eile von der heissen ‚Plasmasuppe‘, auch Plasma-Gluon Zustand genannt, die unser kleiner Punkt nun war, entfernten. Man koennte das Ganze tatsaechlich als eine zauberhafte Feuerwerksveranstaltung sehen, die da im vorliegenden Dunklen eine Vorstellung gab, oder man koennte auch sagen, die Hoelle hat sich aufgetan.“

    Freilich, in Wirklichkeit gab es weder einen Knall, noch eine Explosion oder gar ein Feuerwerk, aber es gab eine Expansion, eine Dehnung in jedem Falle, gefolgt von weiterer Inflation oder Ausdehnung. Es gibt durchaus ein paar Loecher in der Theorie, und die diversen Superhirne haben einiges zu tun, um tatsaechlich die ultimative Loesung zu finden, die sogenannte „Theorie von Allem“, doch wo dieses Artikel’s Interesse liegt, das meiste ist ganz und gar wissenschaftlich erklaert oder bewiesen.

    Wie bereits erwaehnt, die ‚Urknall‘ Theorie von der Entstehung unseres Kosmos oder Universums, ist derzeit die allgemein anerkannte und favorisierte Theorie und mit der Singularitaet ist tatsaechlich jener Punkt gemeint, mit dem die Geschichte des Universums beginnt. Diese Singularitaet wird mit der scharfen Spitze eines Bleistiftes verglichen, ein feinster Punkt also, der aber alles fuer das Entstehen des Universums beinhaltet, und aus dem sich das, was wir heute sehen und beobachten koennen, entwickelte. Das Universum dehnt sich noch immer aus, sozusagen, die Evolution ist nach wie vor im Gange, ohne vorlaeufiges Wissen was sein Ende betrifft. Die Singularitaet ist also das Prerequisit, und seine erste Ausdehnung der Beginn. Man koennte es vielleicht mit einem Samen vergleichen, der ploetzlich aufgeht, aber dieser Vergleich wird erst spaeter gezogen, naemlich im Zusammenhang mit der Entstehung der Sterne und Galaxien, die sich aus den Ansammlungen dichter Nebel kosmischen Gases entwickeln, das unter seiner eigenen Graviditaet kollapiert, und damit als ‚Samen‘ bezeichnet wird.

    Die Massstaebe oder Groessenordnungen, mit denen man es hier zu tun, was die Singularitaet und die ersten Stadien oder „Epochen“ betrifft, sind so unvorstellbar klein, dass der menschliche Verstand es nicht wirklich fassen kann. Es ist naemlich mehr Nichts als Etwas. Um eine kleine Hilfe zu geben, in der Epoche der Inflation, auch Kosmische Inflation genannt, ist das Universum so gross wie eine Pampelmuse, (nicht viel groesser wie eine Orange).

    Die Singularitaet und Planck Aera koennen nicht beschrieben werden, obwohl darin alle Potenz liegt, und alles in voelliger Vereinigung gegenwaertig ist. Es gibt keine Gesetze physikalischer Natur, die man da anwenden koennte. Es gibt keine Zeit, keinen Raum, und Wissenschaft und Forschung haben im Ground 0 keine Bedeutung. Der Urknall markiert die Aenderung, aber erst mit Expansion und Inflation beginnt die eigentliche Evolution. Erst von da an kann die Wissenschaft ihre Arbeit tun. Man nimmt an, dass eine sogenannte Phasen Transition die Ursache von Expansion und der weiteren Inflation war: Man muss sich vorstellen, dass Urknall und Planck Aera mit ungeheuren Temperaturen einhergingen, und als sich diese dann abkuehlten agierte die freigesetzte Energie als Stoff oder Materie ab,- oder besser, ausstossende Kraft, die zudem Vereinigung und Symmetrie abbricht und damit Ladungen und Gradienten schafft, die fuer alle weitere Entwicklung notwendig sind.

    Mit jedweder Ausdehnung entsteht Distanz, es gibt eine Richtung, und damit hat man zwei Enden, oder Pole, und da ist Raum und Zeit, mit einem Beginn und einem Ende. All das ist der Ausdehnung zu verdanken, egal wie klein diese auch sein mag. Es gibt in jedem Falle zumindest eine Dimension, wenn nicht alle drei gleichzeitig, (Laenge, Breite, Hoehe), und Zeit ist eine Konsequenz, aber all das ist nicht des Artikel‘s Augenmerk. Von Interesse sind die fundamentalen Kraefte, speziell die elektromagnetische Kraft und all die fundamentalen Partikel oder Teilchen und deren elektrische Ladungen, die in diesem Prozess auftreten.

    Also zusammengefasst hat man Singularitaet, Urknall, Planck Aera, die „Grosse Unifikation“, oder auch Supersymmetrie oder Urkraft, wo nichts einzeln vorkommt, und dann die Phase der Expansion und Inflation, wo das eigentliche Separieren beginnt, in dem sich die 4 elementaren Kraefte, (Gravitations-, starke und schwache Wechselwirkung und elektromagnetische Kraft), eine nach der anderen selbstaendig machen, wobei sich die Gravitation als frueheste und erste, vor allen anderen bereits abgesondert hat. In den Phasen der jeweiligen Kraefte Trennungen erscheinen die Elementarpartikel, (Quarks, Elektronen, Photons, Gluons, Bosons, Tau, Neutrinos, Muons), von denen einige elektrische Ladung haben. Quarks sind positiv geladen, Elektronen negativ. In diesem Zusammenhang mag es von Interesse sein, dass die Ladungssymbole eine willkuerliche Zuordnung sind, rein im Interesse wissenschaftlicher Theorie. Quarks haetten genauso gut negativ bezeichnet werden koennen und Elektronen positiv. Es soll damit nur gezeigt werden, wie schnell der menschliche Verstand akkomodiert, denn es gibt wohl kaum jemanden, der sich das Elektron als positiv geladen vorstellen koennte, oder dass positv negativ sein koennte. Wie auch immer, signifikant ist nur, dass Elementarteilchen zweierlei Ladungen haben, was eine absolute Voraussetzung fuer die Entwicklung der stofflichen Welt ist. Ohne sie kein Universum! Quarks und Elektronen sind essentiell fuer die Formation des Atoms und dessen Ladung. Mit Protonen (Kompositionspartikel von 3 Quarks und 1 Neutron, das keine Ladung hat) und Elektronen in gleicher Anzahl gestattet es neutrale Materie und eine Welt, in der wir leben koennen.

    Wie man aus der Physik und Elektrodynamik weiss, gleiche Ladung stoesst ab, ungleiche Ladung zieht an. Man kann sich darueber amuesieren, denn man sieht das gleiche im menschlichen Verhalten. Wie oft hoert man vom „guten Maedchen, das fuer den schlechten Burschen faellt“ , oder anders rum.

    Elektromagnetische Kraft und Elektronen sind nicht nur fundamental, sondern auch hoechst vielseitig. Sie sind die Treibkraft der alltaeglichen stofflichen Welt, sind zum Beispiel verantwortlich fuer alle chemischen Reaktionen und sie sind unerlaesslich fuer alle Arten von Phenomena, wie Licht, Magnetismus, thermale Konduktivitaet, und mehr. Und die Quarks sind die hoechst produktiven Elementarpartikel. Sie formen das Proton, das das allgemeinste und meist vorkommendste Kompositionspartikel des Universums ist. Positive und negative Elementarpartikel und elektromagnetische Kraft sind also fundamental fuer unsere Natur, einschliesslich dem menschlichen Koerper, mit seinem Geist und seiner Seele, oder Anima (Jung’s Version)

    Obwohl Schoepfung vorwiegend als positiv und in gewissem Sinne als Wunder empfunden wird, durch das menschliche Auge betrachtet, war sie alles andere als das. Der Prozess war voll von Gewalt und Zerstoerung; Partikelkollisionen, Annihilationen, Fusionen unter enormem Druck und Hitze, Kernspaltung, Gasimplosionen und Explosionen, nichts von all dem klingt wunderbar. Die Geburt des Universums ist eher eine Geschichte von Leben und Tod, von Tumult und Aufruhr, wo ‚Gut und Boese‘ auswechselbar sind und ein und dasselbe sein konnten, gleichzeitig und unvorhersehbar. Das hat allerdings heute noch seine Gueltigkeit, egal ob es sich auf der Ebene der Materie abspielt oder in der Welt des Geistes. So hat man die riesigen Ueberschwemmungen, die andererseits eine verarmte Erde mit wertvollen Mineralien versorgen; oder verheerende Feuer, die wiederum Samen zum Wachsen bringen; oder die Transformation gewoehnlicher Materie unter immensem Druck und Hitze zu einem der hoechst begehrten Edelsteine. Und wer hat nicht vom Sprichwort gehoert: ‚Der Weg zur Hoelle ist mit guten Vorsaetzen gepflastert?‘ Positiv und Negativ sind nicht eindeutig, oder?

    Die Gewalt der Natur, oder in der Natur, findet allerdings ihren Ausdruck in der geistigen Welt und seiner Intelligenz. Je feiner raffiniert Materie ist, desto hoeher ist der Intelligenzgrad und desto eindeutiger deklariert sich die Seele, oder Anima (Jung’s Ausdruck). Es ist nicht mehr als der voran schreitende Prozess der Evolution, aber damit entwickeln sich auch Gut und Boese, und deren Ausdruck in der Willkuer von guten und boesen Taten, wofuer der Mensch ganz gewiss die Krone beanspruchen kann.

    Der Boesgesinnte weiss, dass ihm der Zugang zum Glueck verwehrt ist, und dass niemand als er selber daran Schuld hat. Er hasst alles was gut ist, denn er lebt in seiner selbst gemachten Hoelle und will das fuer alle anderen auch. Leider, man braucht nicht tot zu sein, um in der Hoelle zu leben.

    Es hat allerdings keinen Sinn auf die sprichwoertliche goettliche Intervention zu warten. Wenn der Mensch seinen Werdegang nicht in die Hand nehmen will oder kann, die Natur wird es zwangslaeufig fuer ihn tun. Es ist unabwendbar, denn es ist die uebergeordnete Evolution, mit der der Mensch zwar fortschreiten kann, nicht aber unabhaengig von ihr oder gar gegen sie. Es liegt ganz und gar an der Menschheit, ob sie den „Quantum Sprung“ schafft, um ihre Evolution in Gang zu halten. Weniger als das wird nicht genug sein, um sie vor ihrem Untergang zu retten.

  • UEBER….. Gesetz und Gerechtigkeit

    Es ist anzunehmen, dass nur wenige Menschen an der Notwendigkeit von Gesetzen zweifeln. Interessanterweise gibt es keine allgemein gueltige Definition, doch das ist kein Grund deren Nutzen in Frage zu stellen. Generell gesehen sind sie ein System von Regeln, das Benehmen kontrolliert. Daher hat alles, was der Mensch tut oder vorhat zu tun, eine Gesetzesregelung: Systemisch, wie in Zivilrecht, Religionsrecht, Strafrecht; oder Gegenstandsrecht, wie in Menschenrechte, Vertragsrechte, Staatsrechte, Administrationsrechte, Buergerrechte, etc., etc.. Nenn es, und es gibt ein Gesetz dafuer. Doch wie Cicero, der beruehmte Philosoph, Theoretiker and Staatsanwalt des alten roemischen Reiches feststellte: „Mehr Gesetz, weniger Gerechtigkeit“, so ist es, Gesetz hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Aber beginnen wir mit der Frage: ‚Warum braucht und will der Mensch Gesetze, warum ueberhaupt Gesetze?‘

    Wie immer, die Natur liefert das Konzept, der Mensch folgt deren Beispiel. Das Universum hat seine Gesetze, alles und jedes ist den Gesetzen der Natur unterworfen und an die fundamentalen Gesetze der Physik gebunden. Gesetz und Ordnung! Nichts, so wie der Mensch es sieht und erlebt, wuerde existieren, waere es nicht von den Gesetzen der Natur geregelt. Schliesslich, Gesetzlosigkeit bedeutet Chaos, nicht wahr? Daher, jede Ueberschreitung dieser Gesetze zieht Strafe nach sich, schlimmstenfalls sogar Annihilation. Egal, wer oder was diese Gesetze missachtet, die Strafe folgt und keiner bezweifelt dass das ganz und gar gerecht ist. Der Mensch, noch immer naiv und von eingeschraenktem Verstaendnis, zieht daraus den Schluss, dass Gesetze unvermeidbar sind, und Gerechtigkeit logischerweise, untrennbar damit verbunden ist. Tatsaechlich ist das aber nicht wirklich der Fall.

    Alle Natur, einschliesslich das Universum, so wie wir es sehen und erleben, ist das Resultat von Funktionen, bestimmt bei Konditionen die grundsaetzlich in der Eigenschaft oder Eigenheit der Materie verankert sind. Materie ist Matritze, Anleitung, Kontrolle und Kontrolleur. Obwohl man das als natuerliches Gesetz, und im weitesten Sinne als Naturgesetz bezeichnen kann, ist es nichts anderes als Funktion und hat keinen moralischen Wert oder gar Bedeutung. Auch wenn die Natur auf jeden Versuch ihr System zu manipulieren oder zu unterminieren, reagiert, hat das keine moralische Bedeutung, egal wie der Mensch es interpretiert. Es ist schlichtweg eine Konsequenz, ein Prozess natuerlicher Anpassung. Es ist eine logische Konsequenz, die als solche unabaenderbar ist, da sie von der diesbezueglich betroffenen Materie abhaengt.

    Natur ist, nicht war, Schoepfung. Das ist ein Prozess, fortschreitend und bedingt, aber ohne das Diktat von Gesetz. Waere dem nicht so, gaebe es die Vielfalt nicht, die uns so fasziniert, denn Gesetze erlauben keine Abweichung vom ‚status quo‘. Gesetze sind eine Kreation des Geistes, inspiriert bei der Natur und wie ueblich, eine Imitation dessen, was Materie beispielgebend demonstriert. Intelligenz fuegt dazu noch eine andere Dimension, mit Werten, Moral und Beurteilung. Freilich, der Verstand hat sein eigenes Wachstum, ein ebenso unaufhaltsamer Prozess, aber er hat Flexibilitaet und das was zuerst notwendig ist, mag sich spaeter als unbrauchbar erweisen. Im Gegensatz zur Materie, er kann seine Gesetze modifizieren. Grundsaetzlich ist es nicht falsch, von Naturgesetzen zu sprechen, im Vergleich oder demonstrative, solange man sich des Unterschiedes bewusst ist. In diesem Sinne, das ‚Gesetz der Materie‘, ist in der menschlichen Psyche fest verankert aus dem einfachen Grund, dass er selber Materie ist. Moral und Urteil sind, wenn auch mit biologischen Wurzeln, das Produkt wachsender Intelligenz. Die Zeitspanne der geistigen Evolution des Menschen, ist extrem kurz, das heisst also, der Verstand des Menschen ist sehr jung, und in diesem Sinne unreif und entsprechend fehlerhaft.

    Jeder Mensch weiss, was essentiel fuers Leben ist und was nicht. Das menschliche Bewusstsein ist grundsaetzlich auf Leben programmiert, sowie das fuer alle anderen Lebewesen gilt. Es ist unsere Natur, es ist Natur an sich und Leben ist der „Goldstandard“ an dem alles gemessen wird. Jedes Lebewesen, einschliesslich Mensch, hat ein biologisches Gewissen, weiss instinktiv ob seine Aktionen recht oder unrecht sind (nicht im Sinne der Moral). Es ist eine Notwendigkeit im Kampf ums Ueberleben, aber das heisst nicht, dass das Lebewesen Selbstbeschraenkung kennt, hat oder anwendet, oder gar anwenden will. Das kommt erst mit zunehmender Reife, so wie ein Kind Beschraenkung lernen muss.

    Konditionen regulieren den evoulutionaeren Fortschritt; die erfolgreichen Massnahmen werden kodiert (DNS), und durch staendige Repetition zum instinktiven Verhalten. Im fortschreitenden Prozess sind sie das Werkzeug, das sich im entwickelnden Organismus, vom Tier bis hinauf zum Menschen, mehr und mehr verfeinert, von primitiv bis kultiviert, wie menschliche Intelligenz demonstriert. Allerdings gibt es keinen Hinweis darauf, dass der Mensch seinen ‚primitiven‘ Ursprung hinter sich gelassen hat. Im Gegenteil. Er braucht nach wie vor regulierende Massnahmen, die sein Verhalten kontrollieren. Gesetze dienen diesem Zweck. Sie sind das Werkzeug, das er fuer sein Ueberleben innerhalb seiner Gemeinschaft und im weiteren Sinne, seiner Gesellschaft, der er angehoert, braucht. Das Fehlen seiner Selbstkontrolle verstaerkt den Eindruck, dass Gesetze die grundsaetzliche Versicherung gegen Chaos und Anarchie sind. Er glaubt naemlich, dass er jeden Moment seines Lebens um sein Leben fuerchten muesste, gaebe es nicht das Gesetz. Insoweit, dass er sich selbst nicht trauen kann, hat er natuerlich recht. Wie sollte er anderen trauen koennen! Tatsaechlich aber ist es eine traurige Angelegenheit soweit das seinen evolutionaeren Fortschritt als intelligentes Lebewesen betrifft.

    Man braucht nicht viel Intelligenz, um zu sehen, dass er der schlimmste Gesetzesbrecher von allen ist, und das trotz aller seiner Gesetze; toeten und morden, zerstoeren und ausbeuten, misshandeln und quaelen, ja Lebensverachtung schlechthin, einschliesslich seines eigenen Lebens, sind alltaeglich und schlimmer als je zuvor. Seine Gesetze sind weder Schutz noch Vorbeugung oder Verhinderung. Doch Gesetze geben Macht, und davon kriegt er nicht genug. Er will Macht, mehr als alles andere. Auch wenn er sich bereits zum selbststilisierten Machthaber deklariert hat, weiss er, dass er tatsaechlich keine Macht ueber die Natur hat, doch er versucht die Kontrolle zu gewinnen, egal was es kostet. Er will absolute Macht haben. Es ist das Equivalent absoluter Sieger zu sein. Sich als der absolute Gewinner im Kampf ums Ueberleben deklarieren zu koennen, hat er doch alles und jedes besiegt. Das ist sein Ziel, und sein Ende. Die menschliche Spezie ist naemlich der beste Beweis einer evolutionaeren Sackgasse, da ihre hochentwickelte Intelligenz dem Zerstoeren allen Lebens dient anstatt dieses zu propagieren oder zu erhalten.

    Also, der Mensch braucht Gesetze und so macht er sie denn auch. Er braucht sogar Gesetze fuer’s Gesetzmachen und er braucht damit natuerlich auch das Gerichtswesen, die Richter und Anwaelte, die zwar alle dem Gesetz dienen, nicht aber der Gerechtigkeit. Selbst der schlimmste Verbrecher kann naemlich dem Gesetz entkommen, wenn er das Geld fuer einen guten Anwalt hat, der fuer ihn die Gesetzesluecken zur Verteidigung findet.

    Es ist keine Frage, dass Gesetze dem Schutz des einzelnen Menschen, sowie dem sozialen Leben einer Gesellschaft dienen und dass das Gesetz alle gleich behandeln sollte, doch die Handhabung dessen haengt davon ab, welcher Art die Machtverhaeltnisse sind und welche Wertmassstaebe eine Gesellschaft hat. Das Volk unter einer zentralen Machtordnung, wie z.B. Diktaturen oder manchen Monarchien, mag wenig Einfluss auf Gesetz- und Gesetzgebung haben, und es mag mit diesen garnicht einverstanden sein. Doch sogar in einer Demokratie, in der das Volk Machttraeger ist, moegen die Gesetze keineswegs eine moralische Grundlage haben. Doch generell gilt fuer alle, dass Gesetze ein falsches Gefuehl von Sicherheit propagieren, denn sie koennen den Unschuldigen nicht vor Schaden schuetzen. Jedes Gesetz kann und wird gebrochen, und man hoert die Polizei oft genug sagen, sie koennten nicht eingreifen, ohne dass das Gesetz in der Tat ueberschritten worden sei. Ausserdem sind Gesetze nur so gut wie die Maechte es zulassen.

    Gerechtigkeit? Was fuer eine Gerechtigkeit? Es ist geradezu unmoeglich eine Rechtfertigung fuer Gesetze zu finden, die dem Verbrecher dienen anstatt dem Opfer. Aber solche Gesetze existieren nicht nur, sondern sind zahllos und werden fraglos angewendet. Ein paar Beispiele moegen diese Feststellung unterstreichen:

    Wie ist es moeglich, dass eine Gesellschaft das Opfer bestraft, nicht den Taeter? Frauen werden vergewaltigt, aber nicht der Gewalttaeter hat das Gesetz zu fuerchten, sondern die Frauen, denn die werden unter Umstaenden von ihren Bruedern oder Vaetern umgebracht, da sie die Familie entehrt haben! Sogar der Moerderer wird dafuer kaum bestraft. Wohlgemerkt, Ehrenmorde sind keine historische Angelegenheit. Sittengesetz? Egal welches Gesetz, keines beschuetzt das Opfer, oder widerspiegelt Gerechtigkeit.

    Wie ist es moeglich, dass Tiere des Profits wegen, in grausamster Weise dahinvegetieren muessen, als ob sie kein Eigenrecht auf ihr Leben und keinen Wert als Lebewesen haetten? Im Gegenteil, neue Gesetze werden geschaffen, die ihre Lebensqualitaet noch mehr vermindern, obwohl sie ohnehin bereits in katastrophalen Zustaenden gehalten werden. Es ist eine Schande jeder sogenannten „humanen Gesellschaft“, dass solche Gesetze ueberhaupt gemacht werden koennen. Wer macht sie denn, der Konsument? Das Volk?

    Wie ist es moeglich, dass Staatsbeamte die groessten Fehler machen koennen, ohne sich oeffentlich rechtfertigen zu muessen oder fuer den Schaden, den sie verursachen, verantwortlich gemacht werden, aber der unschuldige Angestellte oder der Steuerzahler, der sein Geld ehrlich und sauer verdient hat, zum Zahlen verurteilt wird? Wie kann es sein, dass solche Gesetze der oeffentlichen Aufmerksamkeit entweder entgehen oder sogar deren Zustimmung finden? Das erlaubt dann einer Regierung und agierenden Politikern, sich hinter diesen Gesetzen zu verstecken und ohne Verantwortlichkeit weiter zu werken, ohne jemals etwas verbessern zu muessen.

    Wie kommt es, dass Gesetze die Zerstoerung der Umwelt erlauben, weil es reichen Profit bringt, wenn auch nur einigen wenigen. Die Verteilung des sich anhaeufenden Reichtums ist keineswegs gerecht, und ist ausserdem nur von kurzfristigem Nutzen. Langfristig schadet es allen. Gerecht ist dabei nur, dass selbst der Reichste seinen Kindern ein miserables Erbe hinterlaesst.

    Voelkerreinigung, Religionskriege, Sklaverei,- all das wird mit Gesetzen legitimiert, von Menschen gemachten Gesetzen, nicht natuerlichen Gesetzen, oder irgendeinen Gottes. Obergewalt? Inquisition des Mittelalters? Ausrottung und Bekehrung „primitiver Kulturen“, um ihnen den Fortschritt zu bringen? Welchen Fortschritt, und welche Kultur soll vorherrschen? Das ist es, was Intelligenz mit all den Gesetzen bewerkstelligt. Es ist nichts, worauf man stolz sein kann.

    Gesetze, vom Menschen gemacht, reflektieren ihn und seine Gesellschaft. Ist es eine Demokratie, liegt deren Kontrolle beim Volk. Es bedarf jedoch staendiger Wachsamkeit, um die Macht nicht zu verlieren. Jeder einzelne Buerger hat die Pflicht und Verantwortung dafuer, dass diese Macht weder von Regierung, noch Politikern, Beamtentum, Anwaelten oder Religionvertretern verduennt wird. Es ist allzu leicht und bequem, Verantwortlichkeit zu transferieren, doch damit transferiert man auch seine Macht.

    Zum Unterschied junger Intelligenz, ausgereifte Intelligenz neigt zu einem mehr umsichtigen Verhalten mit Selbstbestimmung und Eigenkontrolle. Es ist tatsaechlich die einzige Chance, die der Mensch hat, um seinen Untergang zu verhindern. Richtlinien, wie man am besten mit und in seiner Umwelt lebt, sollten genuegen, um eine friedliche und produktive Koexistenz mit Mitmenschen, und im weiteren Sinne zum Wohle aller Lebewesen, zu ermoeglichen und zu gewaehrleisten. Freilich, das mag im Moment fuer den Menschen nicht einfach sein. Doch unerreichbar weil zu idealistisch? Idealistisch, ja. Unerreichbar, nein. Es bedarf einzig und allein einer Zero-Toleranz gegenueber dem Ueberschreiten „natuerlicher Gesetze“. Reife Intelligenz bedarf keiner menschlichen Gesetze, noch religioeser Gesetze, die ohnehin nur „natuerliche Gesetze“ sind, die der Mensch zu seinem Zweck modifiert hat, sei es im kommunalen oder elitaeren Interesse.

    Das sind keineswegs neue oder einmalige Ideen. Philosophen der Alten Welt und wiederhold durch alle Zeiten bei anderen, haben die Natur als Basis und einzig legitime Kontrolleinrichtung gesehen, das alles und jedes reguliert und regiert. Und wenn man etwaige religioese Gebote genau seziert, weisen sie alle dieselben Grundlagen und Ideen auf: Ehre das Leben; Nicht Toeten; Nicht Stehlen; Liebe den Naechsten; Tu Gutes fuer alle und jeden; Geben anstatt Nehmen; und Danksagung fuer das Essen im Topf.

    Als Jaeger und Sammler, also als Nomade ist die Verbindung zur Natur ein wesentlicher Bestandteil des Leben, im Gegensatz zum Bauern und Stadtbewohner. Die Notwendigkeit fuer Gesetze waechst ungemein mit dem Aufgeben dieser Lebensweise, und indem Land in Besitz genommen, bearbeitet wird, und feste Ansiedlungen entstehen. Die Verbindung zur Natur geht dabei zunehmend verloren, bis man schliesslich die heutige Stadtbevoelkerung als voellig naturentfremdet vorfindet, wo Kinder nie eine Kuh gesehen haben, die Milch gibt und nicht wissen, dass die Milch von der Kuh kommt.

    Sozieterna hat keine Gesetzgebung. Kein Sozieterna braucht Gesetze, die von Menschen gemacht werden. Sie sind kritisch was diese betrifft, denn die die Gesetze machen, moegen irrational, ignorant und unmoralisch sein. Aber wenn schon Gesetze, so sehen sie diese niemals getrennt oder als externalisierte Angelegenheit eines Menschen oder seiner Gesellschaft. Ein Gesetz straft nicht, ein Gewehr toetet nicht, der Mensch tut. Mit dem Abstrahieren und Separieren wird die Verantwortlichkeit systemisiert und damit ist kein Mensch mehr persoenlich fuer etwas verantwortlich, kann er doch anonym bleiben. Tatsaechlich is es Unsinn, fuer das Gesetz Respekt zu haben oder das Gesetz zu fuerchten. Stattdessen ist es angebracht, das Leben in all seinen Formen zu respektieren. Und wenn man sich vor etwas fuerchten soll, dann ist es wahrhaftig das intelligente Biest, das die Gesetze braucht, um es zu zaehmen.

    Sozieternas scheuen sich nicht gegen Missetaeter aufzutreten, noch schauen sie weg wenn Unrecht geschieht, Gesetz oder nicht. Sie sehen das als Hilfe fuer beide, Opfer und Taeter. Notwendigerweise akzeptieren sie die Gesetze einer Gesellschaft, in der sie umstaendehalber leben muessen oder wollen. Sie sind generell keine Rechtskaempfer ausserhalb der jeweiligen Gesetzgebung, aber sie kaempfen ums Recht, vor Gericht wenn es sein muss, auch wenn sie wissen, dass das nicht unbedingt heisst, Recht zu bekommen oder dass Gerechtigkeit siegt. Aber was kann man sich schon von einer praktizierten Gerechtigkeit erwarten, die eine Goettin der Gerechtigkeit mit den Symbolen von Schwert, Waage und Augenbinde als Referenz hat? Sie ist blind! Sie kann weder sehen, wer ihr Urteil sucht, noch wie die Waage pendelt und sie mag mit ihrem Schwert den Unschuldigen treffen! Justitia, das mittelalterliche Modell, hat ausgedient! Wenn schon Symbol, dann genuegt dieWaage vollkommen.

    Aber was ist dann Gerechtigkeit? Die Definitionen variieren gemaess diversen Textbuechern. Grundsaetzlich sieht man sie als ein Prinzip, das hochhaelt, was moralisch eine faire Aktion oder Eigenschaft ist. Offensichtlich, sobald man von Moral spricht, ist das eine Kreation des Geistes. Aber damit gibt es fuer die Gerechtigkeit keinen universellen Standard. Ebenso wenig haben Philosophen und Theoretiker eine einhellige Meinung. Es waere unmoeglich im Rahmen dieses Artikels auch nur Referenzen in Betracht zu ziehen, obwohl diverse Literatur hoechst interessantes Lesen offeriert. Doch seien Plato, John Locke, John Stewart Mill, Immanuel Kant hervorgehoben, um zumindest einige zu nennen und die, auch wenn sie vielleicht nicht einfach zu lesen sind, demonstrieren, wie verschiedenartig die Meinungen sein koennen. Wie auch immer Gerechtigkeit gresehen wird, haengt davon ab, aus welcher Zeit und Schule der ‚Experte‘ kommt. Alle haben zur geistigen und sozialen Entwicklung des Menschen beigetragen, aber man muss gezwungener Massen den Schluss ziehen, dass die Essenz der Gerechtigkeit keine allgemein anerkannte Definition oder Erklaerung gefunden hat. Es besteht mehr Konsensus in ihrer Applikation. Theorien sind leider zu oft selbstdienliche Spiele des Geistes. Vorallem die Wissenschaftler spielen gerne, und warum auch nicht, haben sie doch das geeignete Gehirn dazu und viel Gutes ist dabei herausgekommen. Aber leider bleiben sie zu oft im Gesetz der Wissenschaft stecken, aus falschen Gruenden obendrein. Eine zeitraubende Angelegenheit, umstaendlich, und keineswegs immer gerechterweise.

    Von der vielen Literatur sollten jedoch 2 Referenzen erwaehnt werden:

    Verhaltensstudien in Kapuziner Affen weisen darauf hin, dass diese eine instinktive Aversion gegen unfaire Behandlung haben; Fairness scheint also in ihrem ‚biologischen Substrat‘ verankert zu sein. Das weist darauf hin, dass das Empfinden und die Unterscheidung, was fair oder unfair ist, keine einmalige menschliche Eigenheit ist, sondern auch in Tieren vorkommt, zumindest in diesen Primaten.

    Die andere Referenz ist eine Quotation des Schrifstellers und Journalisten Anatole France:

    „In seiner majestaetischen Gleichheit verbietet das Gesetz, Reich und Arm, unter Bruecken zu schlafen, in den Strassen zu betteln und Brot zu stehlen.“

    Wahrhaftig! Gerechtigkeit, wo bist Du? Ohne Zweifel, Gerechtigkeit hat viel mit Fairness und Gleichheit zu tun, doch es ist nicht Gerechtigkeit, oder? Allerdings, jeder Mensch kann fair sein und recht leben. Das bedeutet dann, Gerechtigkeit wird gelebt, nicht bloss angewendet. Und so soll es auch sein.

    Eine Theory der Gerechtigkeit kann nicht unerwaehnt bleiben, naemlich die sogenannte ‚Metaphysische Gerechtigkeit‘, wie im Konzept von Schicksal, Goettlicher Providenz, Re-inkarnation und Karma, oder wie im Konzept von Kardinalwerten wie Guete, Naechstenliebe, Umsicht, Gnade, Grosszuegigkeit und Mitleid.

    Einige Leser moegen glauben, Gott allein ist gerecht, ja sei Gerechtigkeit an sich. Und was ist mit Karma, dem Gesetz von Ursache und Wirkung? Nun, man koennte viele Argumente fuer das Fuer und Wider der Gerechtigkeit Gottes vorbringen, – aber in diesem Artikels geht es nicht um Gott, oder was Er ist oder nicht ist. Es geht hier um den Menschen, dessen Verhalten, dessen Eigenschaften. Hat er doch, wie die Bibel besagt, von Gott den freien Willen erhalten, kann daher tun und lassen, wie er will. Das heisst, Gott ist nicht verantwortlich fuer das, was der Mensch tut, der Mensch ist.

    Karma’s Gesetz reflektiert andererseits die Gesetze der Physik. ‚Jede Aktion hat eine Reaktion, jede Kraft hat zwei Richtungen, und jede Aktion hat ihren Ursprung.‘ Zudem, sagt die Physik, ist dieses Universum ein geschlossenes System, indem Energie nie verloren geht, aber unweigerlich ihre Wirkung hat. Damit hat jede menschliche Aktion einen universalen Effekt, unabhaengig zu welchem Ausmass, aber nicht egal welcher Art.

    Sozieterna glaubt an den freien Willen des Menschen und dass er die Wahl hat. Auch wenn einige Leute damit nicht einverstanden sind, es laesst sich wohl kaum verleugnen, dass jeder Mensch waehlen kann, ob er ein destruktives Leben fuehren will oder ein lebensbejahendes. Das bedarf weder eines Gottes, noch Karma oder menschlichen Gesetzen. Leben ist, so oder so. Was der Einzelne damit macht, ist seine Entscheidung. Natuerlich kann in diesem Zusammenhang die Frage von „Gut und Boese“ nicht uebersehen werden. Doch ist das ein zu komplexes Thema, um es in diesem Artikel zu behandeln. Es bedarf eines zukuenftigen und speziellen Beitrages.

    Die Assoziation von Gesetz mit Gerechtigkeit stammt von der Hoffnung und Erwartung, dass Gerechtigkeit jedem Strafurteil beigemessen wird, nachdem ein Gesetz ueberschritten worden ist. Das hat den Nachteil, dass Gerechtigkeit hauptsaechlich im Zusammenhang mit Bestrafung, Rechtssprechung, Vergeltung und Rechtsglaeubigkeit gesehen wird. Leider ist Gerechtigkeit in einem emotional gesteuerten Urteil nicht besser zu finden als wenn das Urteil auf Logik beruht, wie das beweist, wenn man sich an den Buchstaben des Gesetzes haelt. Weder das eine noch das andere macht fuer eine bessere Gerechtigkeit oder eine bessere Welt. Nur wenn faire und gerechte Aktionen eine Gewohnheit menschlichen Verhaltens sind, kann Friede herrschen und Leben gedeihen.

    Sozieternas sehen Fairness und Gerechtigkeit als integralen Bestandteil von Leben. Fuer sie ist Gerechtigkeit kein Konzept, auch wenn es einen Kardinalwert hat, es ist ein biologisches ‚Werkzeug‘, das zur existenziellen Harmonie und Balance beitraegt und ihr dienlich ist. Fair sein, sein Leben recht zu leben, mit Respekt fuer alles Leben, als Goldstandard, bedeuted, dass Gerechtigkeit lebt, mit einem Platz im Leben, nicht separiert vom Leben, wie im Gerichtssaal.

    Also, was wird es fuer den Menschen in Zukunft sein? Gesetz und Gerechtigkeit? Oder Respekt fuer alles Leben, fair sein, recht leben? Das eine garantiert ein hoellisches Leben, das andere ein friedliches.

  • Ueber Frieden……

    Egal mit wem man spricht, jeder Mensch sehnt sich nach Frieden. Es scheint allerdings, diese Sehnsucht ist nicht gross genug, sonst gaebe es schliesslich den Frieden ueberall. Oder ist es unmoeglich Frieden zu kriegen, egal wie sehr man sich danach sehnt, nach dem Motto „You can’t always get what you want…..“? Oder liegt es vielleicht daran, dass der Friede, nachdem er sich wie ein Baum in zwei grosse Aeste teilt, nur einer, oder der andere gedeiht und Fruechte traegt, oder gar beide absterben, weil sie von Krankheiten befallen sind? Die zwei Aeste stehen sinnbildlich fuer den persoenlichen Frieden einerseits, und politischen, gesellschaftlichen Frieden andererseits. Persoenlicher Friede mag wahrscheinlich leichter zu erreichen sein, steht er doch unter der Eigenkontrolle. Gesellschaftlicher Frieden, der der Zustimmung anderer bedarf kann tatsaechlich ein Problem sein. Aber was ist Frieden ueberhaupt und warum ist er so erstrebenswert?

    Friede definiert sich als ‚Freiheit von Stoerungen, geistige und emotionelle Ruhe‘, oder als ‚Periode ohne Krieg‘.

    Doch bevor das Thema weiter verfolgt wird, muss noch ein weiterer Unterschied gemacht werden: Friede kann als interner (in sich selber) oder externer Frieden, (ausserhalb seiner selbst), klassifiziert werden. In diesem Sinne wuerde die geistige und emotionale Ruhe dem persoenlichen Frieden zustehen und die Periode ohne Krieg dem externen oder oeffentlichen, politischen Frieden. Freiheit von Stoerungen offensichtlich trifft auf beide zu.

    Doch die zwei wirklich wichtigen Fragen sind damit nicht beantworted, naemlich, ist Friede moeglich und wenn schon, kann er andauern, egal von welchem Frieden man spricht?

    Sozieterna’s Standpunkt ist eindeutig, sie sind selber schliesslich ein friedliches Volk und jeder pflegt sorgfaeltig seinen eigenen Frieden. Sie wissen, Frieden ist nicht nur moeglich, sondern auch dauerhaft, freilich nicht, ohne sich die Muehe zu machen. Allerdings, Sozieterna versteht den Ursprung von Frieden und dessen Entwicklung durch die zeitliche Evolution anders als die allgemein akzeptierten Theorien. Fuer sie ist Frieden naemlich ein essentielles Prinzip der Schoepfung, das sich in jeglicher Art von Materie und damit in allen Lebensformen manifestiert. Dieses Prinzip, oder eben Frieden, hat eine regulierende Funktion, naemlich die Balance, das Gleichgewicht im schoepferischen Prozess zu ermoeglichen und aufrecht zu erhalten. Friede ist kein initiatives Prinzip, aber sein Beitrag ist ebenso wichtig. Sinnbildlich gesprochen kann man sagen, Friede ist nicht Initiator, sondern Erhalter oder Instandhalter.

    Sozieterna weiss, dass die menschliche Intelligenz zwar hoch entwickelt, aber eben nicht umfassend genug ist. Die Verbindung zum uebergeordneten creativen Konzept des Universums ist damit noch nicht hergestellt worden, und es mag sein, dass die Mehrheit der Menschen dieses Verstaendnis nie erlangen wird. Leider ist der „status quo“ schlimm genug, denn der Mensch sieht es unter seiner Wuerde, nur Instandhalter zu sein, sieht er sich doch als ‚die Krone der Schoepfung‘. Es bekuemmert ihn auch wenig, dass jede Religion den Frieden predigt. ‚Gott vergibt schliesslich allen Suendern und obendrein, hat er nicht die Welt erschaffen? Es ist wohl seine Angelegenheit, sie auch instand zu halten, oder?‘ Leider hat Gott dem Menschen den ‚Freien Willen‘ gegeben. Und das stellt sich als toedlich heraus. Man braucht kein Clairvoyant zu sein, um die Zukunft voraussagen zu koennen.

    Eine friedliche Existenz heisst nicht, dass man dem Fortschritt, der Technik oder dem komfortablen Lebenstiel moderner Art absagen muss. Es heisst nur, dies in einer vernuenftigen und selbsterhaltenden Weise zu tun, zum Wohle aller, nicht nur einiger Privilegierter, und schon garnicht im Wettstreit gegeneinander und ohne Ruecksicht auf Verluste.

    Die Tierwelt gibt uns ausgezeichnete Beispiele friedlicher Koexistenz. Man braucht sich nur die Kuehe, Schafe, ja alle grasenden Herden in der freien Natur anzuschauen, um nur ein Beispiel friedlicher Koexistenz zu nennen. Kuehe und Schafe ganz speziell sind der personifizierte Frieden, nicht nur was ihre soziale Konditionierung betrifft, sondern ebenso das individuelle Tier. Falls jemand die Moeglichkeit gehabt haben sollte, einer Kuh oder einem Schaf in die Augen zu sehen, – da gibt es keine Aggression, keine Boesartigkeit, keine Unstaetigkeit. Man kann allerdings ihre Angst, ja ihren Terror sehen, wenn sie auf die brutale Weise zur Schlachtbank getrieben werden. Doch selbst dann versuchen sie eher zu fliehen, als ihre Haendler anzugreifen. Diese Tiere verdienen tatsaechlich unsere Bewunderung,- sie leben in Frieden miteinander, ohne Kampf um das Gras, das die andere Kuh oder Schaf frisst und sie geben den Menschen wertvolle Nahrung und Kleidung. Kein Wunder, dass sie in manchen Religionen verehrt werden, wie die Kuh im Hinduismus, oder das Schaf als Symbol der ‚Heiligen Aufopferung‘ im christlichen Glauben. Es zeigt mehr die Ignoranz jener, die diese Tiere fuer dumm halten, weil sie nicht aggressiv sind; oder sie gar nur als Wirtschaftsgut sehen, das man aus Produktionsgruenden und Profitgier misshandeln kann. Tierfarmen sind eine Schande jeglicher Zivilisation, denn es zeigt eine grundsaetzliche Verachtung von Leben, nicht nur was diese Tiere betrifft. Es impliziert, dass friedliche Lebewesen keinen Wert haben, dass Frieden Schwaeche ist, dass nur der Starke und Aggressive lebenfaehig und ueberlebensfaehig ist. Nichts liegt der Wahrheit ferner!

    Also, die Tierwelt zeigt uns, dass es friedliche Herdentiere gibt, die in grosser Anzahl leben koennen, wenn man sie in Ruhe laesst. Sie haben ausgezeichnete Ueberlebenschancen. Es ist der Mensch, das aggressivste Tier, und ebenso in Herden lebend, der samt und trotz aller Intelligenz sein Ueberleben in Frage stellt. Er kaempft naemlich mit Frieden auf rein theoretischer Ebene und kann nicht einmal das, was die Theorie ersichtlich macht, ins taegliche Leben einbringen. Er sieht naemlich das Geistige nicht im Zusammenhang stofflichen Ursprunges. Jedoch jegliche Theorie hat ihre Wurzel in der Materie. Intellekt oder Intelligenz oder Geisteskapazitaet ist generell nichts Elusives, das unabhaengig und isoliert existiert. Doch das kommt dem Theoretiker nicht in den Sinn, missachter er doch seine Konnektivitaet zur Natur (oder dem Stofflichen). Er bewegt sich rein im Geistigen und kann daher Schoepfung in ihrer Gesamtheit nicht wahrnehmen.

    Doch ist es besser zum Grundsaetzlichen zurueckzukehren. Was ist die Essenz des Friedens? Frieden ist eine Homeostase, ein Equilibrium, Balance. Es ist Harmonie in Aktion, oder Bewegung in Harmonie. Es ist das natuerliche Zusammenspiel aller Kraefte, die Form erlauben und aufrecht erhalten, das dem Auseinanderstreben, Ausbrechen Grenzen setzt und die Unterbrechung interner und externer Verbindlichkeit, im Sinne von interaktiver Bewegung, verhindert, um das Equilibrium oder die Balance zu gewaehrleisten. Die Sehnsucht nach Frieden ist grundsaetzlich die Tendenz und der Drang, Kraefte und Materie in den Zustand der Ruhe zu bringen, Chaos zu ordnen, elektrische Ladungen zu neutralisieren, die subatomischen Partikel zu binden um ein stabiles, (zumindest stabil genug), Atom zu gewaehrleisten. Es ist ultimativ der Drang den Aufruhr, des „Urknalls“ in die Phase der Ruhe zu bringen, den Frieden oder die Balance wieder herzustellen. (In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass Sozieterna den „Big Bang“ zwar als Theory akzeptiert, nicht aber als Dogma oder absolute Wahrheit. Themen in diesem Zusammenhang werden ein andermal zur Diskussion gestellt).

    Genau betrachtet, das Verlangen nach Frieden ist tatsaechlich die universale Inclination, der jeder Mensch, ja alle Natur, sei es Tiere, Pflanzen oder Materie schlechthin, folgt, um Rast, Ruhe und Seligkeit zu finden, das mit Frieden einhergeht. Das sollte nicht mit dem ‚Letzten Frieden‘ verwechselt werden, der schliesslich nicht Friede ist, sondern Ende organischen Lebens, indem alle Kraefte innerhalb einer Form entweichen und deren Materie auseinander faellt. Frieden ist nicht Ende, sondern Koordination, geordnete Bewegung innerhalb einer Form, Gestalt oder Substanz. Es ist Harmonie der Bewegung im Innern, sei das das Atom oder das Universum. Menschen koennen das in diesem Sinne auf geistiger sowie emotionaler Ebene erleben, wobei die physische Komponente gernauso beteiligt und genauso wichtig ist, ist sie doch den beiden anderen voran gegangen. Harmonie innerer Bewegung findet ueberall statt, egal um welche Kraefte es sich handelt, nuclear, molekular, zellulaer, da das grundsaetzliche Prinzip der Aufrechterhaltung, Homeostase oder Balance in allen Kraefte wirksam ist, sei es nukleare Energie, elektro-magnetische Kraefte oder bio-chemische Reaktionen. Der Trend ist immer derselbe, naemlich zu stabilisieren und neutralisieren oder ein Equilibrium herzustellen. Das Prinzip wirkt der Dissipation entgegen, gradso gut wie es Kohaesion foerdert, und umgekehrt, und ohne diesen Prozess gaebe es kein Leben, so wie wir es kennen. Schoepfung koennte nicht bestehen, oder anders ausgedrueckt, ueberleben.

    Damit steht fest, dass die Sehnsucht nach dem Frieden ein elementares Prinzip des Lebens ist, und daher in aller Materie, welcher Qualitaet auch immer, roh, raffainiert oder sublimiert, verankert is. Allerdings weist es aber auch auf die Unbestaendigkeit, Fluechtigkeit des Friedens hin, denn es liegt in der Natur der Sache, dass nur mit staendiger Arbeit, Anpassung oder mit Aufwand, das Gleichgewicht aufrecht gehalten werden kann. Die interne Bewegung mag destabilisiert werden und erst recht das externe Umfeld, wobei diese beiden in Beziehung stehen und sich ihr eigenes Equilibrium schaffen.

    Das Instandhalten jeglicher Balance hat seinen Preis und seine Kosten. Wenn man nicht schnell genug eingreift, koennen diese enorm sein und unter Umstaenden ist der Schaden nicht mehr reparierbar.

    Sich im Zustande der Balance, im Equilibrium, oder Harmonie zu befinden, bewirkt eine Reaktion, die in den hoeher entwickelten Organismen mit Gefuehl verbunden ist, angenehme Gefuehle, Wohlbefinden, lebensbejahend. Diese Gefuehle sind ein Anlass, nach diesen zu suchen, denn sie sind erstrebenswert. Soweit es den Menschen betrifft, er kann es durchaus als einen Glueckszustand empfinden. Glueck und Frieden stehen in engem Zusammenhang, folglich, jeder Mensch es haben, fuer immer und am besten, mehr und mehr, niemals weniger. Tatsaechlich gibt es keinen Menschen in der Welt, der sich nicht nach Frieden sehnt und gluecklich sein will.

    Wenn der Friede, oder das Equilibrium in Koerper, Geist und Seele vorhanden sind und zum gleichen Zeitpunkt miteinander korrelieren, kann das als Zustand der Verzueckung, der hoechsten Glueckseligkeit, oder als Euphorie erlebt werden. Das ist ein so unvergessliches und profundes Erlebnis, dass es die Sehnsucht danach derartig intensiviert, dass diese zum Trieb wird. Jeder Mensch, auch wenn er sich der Zusammenhaenge nicht bewusst ist, kennt diesen Zustand des wahren Glueckgefuehls. Es ist das Gefuehl vollkommener Erfuelltheit und Befreiung von allem. Das beste, und haeufigste Beispiel, mit dem die meisten Menschen vertraut sind, ist der sexuelle Orgasmus. Wenn auch nur fuer kurze Zeit erlebt, genuegt das, diesen Zustand wieder und wieder erlangen zu wollen. Es gibt tatsaechlich kein besseres Werkzeug um den Fortbestand einer Spezie zu gewaehrleisten. Leider hat es eine Kehrseite. Waehrend die Sehnsucht nach Frieden so elementar ist, wie das Atmen, die Jagd nach Glueck gleicht mehr dem Trieb eines Spielers, verfuehrt bei den Augenblicken des Gluecks, das durch die Synchronisation innerer Kraefte erfolgt.

    Generell, der Zustand der Glueckseligkeit, und nicht nur der sexuellen, kann erlangt werden und andauern, allerdings nur mit Einsicht und Praxis. Nur selten ist der Zustand konstitutionel, doch ist das durchaus moeglich. Aber ganz gewiss erreicht man diesen Zustand nicht, durch Interessen und Begierden rein materieller, externer Art, egal wie sehr man sich mit Dingen vollstopft. Das lenkt hoechstens ab, bringt Befriedigung, nicht Frieden oder gar Glueck.

    Es liegt in der Natur des Friedens, fluechtig und impermanent zu sein. Aber nichts ist permanent, denn Schoepfung i s t Bewegung. Solange es Bewegung gibt, ist kein Equilibrium vor herausfordernden Kraeften sicher. Es bedarf kontinuierlicher Aufmerksamkeit und Anpassung, eben Instandhaltung.

    Abgesehen von der intellektuellen Betrachtung des Friedens, ein praktisches Beispiel von Frieden auf molekularer Ebene mag von Interesse sein. Man koennte alles und jedes als Beispiel verwenden, vom Atom angefangen oder auch davor, aber um es so einfach wie moeglich zu halten, Wasser ist das perfekte Medium, um das grundsaetzliche Konzept des Prinzips zu demonstrieren und seine Assoziationen zu illustrieren.

    Wasser ist ein unentbehrliches Element unseres Lebens. Seine Eigenschaften sind aussergewoehnlich. Die Erde besteht aus 71% Wasser, der Mensch aus 55-78%. Es reguliert Temperatur, es regelt den Zellmetabolismus, es ist ein Loesungsmittel, kann Saeuren und Laugen neutralisieren, um nur einiges zu nennen. Abgesehen von den lebenswichtigen und praktischen Dingen, bereited es Vergnuegen, indem es unseren Durst stillt, uns reinigt und damit vor Schaden bewahrt, aber auch dafuer sorgt, dass wir mit Genuss in die Fluten tauchen, wenn die Sonne uns zum schwitzen bringt.

    Man koennte ueber Wasser stundenlang reden, so aussergewoehnlich ist es. Das ist seinen ‚inneren Anlagen‘ zu verdanken und damit sind wir wieder beim Thema.

    Wasser ist ein Molekuel, das sich aus 2 Hydrogenen und 1 Oxygen zusammensetzt und chemisch als H2O formuliert wird. Wasser ist amphoteric, das heisst, es kann ein Proton, naemlich das H, sowohl abgeben, als auch annehmen, mit dem Resultat, dass es in ein OH und ein freies H zerfallen kann. Das freie H kann aber wiederum vom Wasser aufgenommen werden, was dann ein H3O wird, auch ‚schweres Wasser‘ genannt, und freies OH entstehen laesst. Innerhalb des Wassers gibt es eine staendige Molekularbewegung, stark genug, um ein elektrisches Feld zu erzeugen, das diese Losloesung von den eingegangenen Verbindungen bewirkt, das nennt sich dann eine Auto-dissoziation oder self-ionisation, wobei das H und OH, als Ionen eine kleine elektrische Ladung besitzen, das H negative, das OH positive. Wir haben also zuerst die Molekularbewegung, dann die Selbst-ionisierung. Das Wasser ist in sich selbst staendig am Loesen und Neugestalten und es finden sich im Wasser alle Kombinationen, vom freien H und OH, zum H3O und H2O. Wenn es gleich viele H3O und OH’s gibt, ist das Wasser neutral, auch pures Wasser genannt. Es ist notwendig, dieses Equilibrium aufrechtzuerhalten, so dass es nicht zu viele H’s oder OH’s aufweist, denn sonst koennte das Wasser entweder eine Saeure (zu viele H’s), oder eine Lauge (zuviele OH’s) werden. Die meisten Menschen werden mit dem Begriff des pH’s vertraut sein, mit dem man den Grad der Saeuren oder Basen (Laugen) misst. Wasser im pH 7 ist (nahezu) neutral. Ist der pH weniger als 7, das heisst, wenn zuviele H’s vorhanden sind, hat man zunehmend eine Saeure, je niedriger der Wert ist, oder wenn zuviele OH’s (Lauge) vorhanden sind, geht die Skala nach oben, also mehr wie 7. Im extrem niedrigen oder hohen Wert, sind Saeuren und Laugen toedlich. Der pH definiert sich als ‚power of hydrogen‘ (‚Macht des Wasserstoff‘) und ist eine mathematische Kalkulation, naemlich der negative Logarithmus der Wasserstoffionen (H) Aktivitaet in waessriger Loesung, sprich Wasser. Der pH findet hoechst praktische und weitverbreitete Verwendung. Selbst der Laie, zum Beispiel ein Hobbygaertner, der nicht wissenschaftlich orientiert sein mag, weiss, was der pH ist, und wird seine Pflanzen nur in einer Erde grossziehen, die den geeigneten pH dafuer hat. Manche Pflanzen lieben die saeuerliche Erde besser als andere und umgekehrt.

    Neutrales oder pures Wasser ist in der Natur nicht zu finden, denn es beinhaltet immer Bestandteile seiner Umgebung, wie Mineralien, Sedimente, natuerliche Abfallstoffe und leider auch die giftigen und den kuenstlichen Abfall. Durch seine Reaktionsfaehigkeit ist das Wasser natuerlicherweise ein grossartiger Regulierer, der mit seiner Umgebung eine interaktive Beziehung hat, sei es mit dem Klima, der Erde selber und allem was lebt. Doch mit der zunehmenden Stoerung der Balance, wie Klimaveraenderung, Abfaellen, produziert bei Mensch und Industrie, ist seine Kapazitaet als Puffer, oder Neutralisator extrem gefaehrdet. Es kann selber giftig werden. Es gibt bestimmt noch Leute, die sich an den „Sauren Regen“ erinnern koennen, der zum Baumsterben fuehrte.

    Was das Wasser betrifft, es ist staendig mit der Aufrechterhaltung seines Equilibriums beschaeftigt, sowohl intern als auch extern, im Bezug auf seine Umgebung, nicht nur um seine Integritaet zu wahren, sondern auch eine Balance mit seiner Umwelt herzustellen. Obwohl man nicht davon reden kann, dass das Wasser Frieden sucht oder sich in Frieden befindet, es demonstriert die Wichtigkeit des Prozesses der der internen, und folglich externen, Instandhaltung dient und zur Neutralisierung und Harmonie des Ganzen beitraegt, mit dem Ziel ein Equilibrium zu gewaehrleisten, das sich letztendes abstrahiert, Frieden nennt.

    Es gibt andere interessante Assoziationen. Man kann naemlich die pH skala als Mass fuer den menschlichen Gefuehlszustand verwenden. Am pH 7 ist der Mensch in normaler, neutraler Laune. Faelllt die Laune, wird sie sozusagen negativ, entspricht das den niedrigen Werten des pH’s, steigt die Laune hoeher als 7, wird sie zunehmend positiv. In beiden Faellen sind die extremen Werte, so wie mit Saeure und Lauge, mit dem Leben nicht vereinbar. Depressionen und Manien enden toedlich, wenn sie nicht behandelt werden.

    Eine Balance oder ein Equilibrium zu stoeren, mag einer Kriegserklaerung am jeweiligen System gleichkommen. Der Baum des Friedens, Leben, kann nicht gedeihen, wenn die Erde ungeeignet ist, noch in verseuchtem Wasser oder in vergifteter Luft, sprichwoertlich und vergleichsweise gesprochen.

    Sozieterna glaubt allerdings, dass der Mangel an Weltfrieden eine Reflektion des Mangels an individuellem persoenlichem internen Frieden ist. Doch wie immer, nichts kann in Isolation gesehen werden, denn alles und jedes haengt voneinander ab und steht in Beziehung zueinander. Das ist fuer Sozieterna Grund genug, immer wieder darauf hinzuweisen, dass, wenn man Aenderung will, am besten bei sich selber anfaengt. Mit genuegenden Menschen, die dasselbe tun, erreicht die Masse schliesslich das Momentum, dessen es bedarf, um eine bleibende Veraenderung zu bewirken. Es ist in jedem Fall der friedliche Weg, Frieden zu finden.

    Freilich, es bleibt nicht viel Platz fuer Optimismus, sowohl was den persoenlichen Frieden betrifft und schon gar den Weltfrieden. Zuviele aufgeblasene Ego’s, zuwenig Interesse an Instandhaltung, zuwenig Verstaendnis fuer die Schoepfung in ihrer Komplexitaet. Oder gibt es vielleicht doch genug Liebe, die eine Aenderung herbeifuehren koennte? Eines ist sicher, wenn Menschen den Frieden nicht ernst nehmen oder ihn stoeren, Mutter Natur wird darauf reagieren, auf seine Kosten. Frieden ist schliesslich das Prinzip, das die Balance aufrecht erhaelt, mit oder ohne Beteiligung des Menschen.

  • Ueber Erwartung und Hoffnung

    Es mag durchaus falsch sein, anzunehmen, dass Erwartung und Hoffnung ausschliesslich eine menschliche Angelegenheit ist. Erwartung ist ganz gewiss in der Tierwelt zu finden, Hoffnung zumindest unter den Primaten. Freilich ist es noch nicht lange her, dass man Tieren sogar Intelligenz und Gefuehle abgesprochen hat. Sie hatten Instinkt, nicht mehr, trotzdem es offensichtlich war dass sie Schwerz empfanden und Wohlbefinden ausdruecken konnten. Jeder Tierfreund und Haustierbesitzer bestand darauf, dass sein Tier mehr als nur Instinkt getrieben war, aber wer hat diese Leute schon ernst genommen? Gluecklicherweise haben sich inzwischen neue Erkenntnisse durchgesetzt. Doch leider sind Tiere schwerer zu erforschen als Menschen, was deren Intellekt, Gefuehle oder gar Geisteskapazitaet betrifft. Sprechen wir daher besser ueber uns, unsere Erwartung und unsere Hoffnung. Was sind sie? Wozu haben wir sie?

    Beide befassen sich mit der Vorwegnahme von Dingen, sind also zukunfts- gebunden, da nur die Zukunft bestaetigen kann, ob sich die Erwartungen oder Hoffnungen tatsaechlich erfuellen. Erwartung definiert sich als fester Glauben, dass etwas geschehen oder dass etwas der Fall sein wird, waehrend Hoffnung ein sehnlicher Wunsch ist, dass etwas geschieht oder so sein wird.

    Es laesst sich leicht mit einem Beispiel demonstrieren: ‚Ich erwarte, dass viele diesen Artikel lesen‘, im Gegensatz zu, ‚ich hoffe, dass viele den Artikel lesen.‘ Was auch immer ich erwarte oder hoffe, nur die Zukunft wird mir zeigen, was tatsaechlich der Fall sein wird.

    Erwartung offeriert mehr Gewissheit als Hoffnung. Es ist eher moeglich oder mehr wahrscheinlich, dass sich eine Erwartung erfuellt. Hoffnung andererseits mag vielleicht nur ein verzweifelter Versuch sein, sich nicht rettungslos verloren zu fuehlen, weil alle Umstaende sich gegen einem verschworen haben und so gut wie keine Aussicht besteht, dass sich das sehnlichst Erwuenschte ereignen wird.

    Beide sind ein Produkt unseres Geistes, wobei ihr Ursprung den Unterschied markiert. Sie sind ‚Zwillinge‘, allerdings nicht identische, doch beide sind von unserem Intellekt kultiviert worden. Erwartung hat seine Basis im Verstand, mit logischen Schlussfolgerungen aus vergangenen Erfahrungen und Beispielen, waehrend Hoffnung in der Emotionalitaet verankert ist und mit Gefuehlen verknuepft, diesen erlaubt, den Verstand ueber den Haufen zu werfen.

    Den Weg unserer Evolution zurueckverfolgend macht klar, dass die Entwicklung eines Organismus sich auf gepruefte Methoden begruendet, die wiederholbar und verlaesslich sind. Damit lassen sich Ergebnisse erwarten. Hoffnung war ganz gewiss keine Notwendigkeit. Doch die Mannigfaltigkeit und Spezialisierung in die verschiedenen Arten von Organismen und Lebensformen bedurfte einer soliden Basis, auf der aufgebaut werden konnte. ‚Es macht Sinn,‘ sprichwoertlich ausgedrueckt, denn eine Platform zu haben, von der aus operiert werden kann, schafft Sinn, es ist sozusagen der sichere Boden, auf dem sich Neues ausforschen und ausprobieren laesst, um schliesslich Modifikationen zu erlauben, die eine wesentlich bessere Chance fuer das Ueberleben bringen. Obwohl Neues natuerlich immer mit Risiken verbunden ist, ist es eher ein ‚kalkulierbares‘ Risiko und nicht ein blinder Versuch, in der Hoffnung, dass es schon klappen wird. Diese Prozesse beduerfen keines bewussten Geisteszustandes. Biologische Gegebenheiten (oder Umstaende) und Sensorium (oder Sinn), leiten den Organismus in seinem Streben ums Ueberleben. Allerdings waere es zu simplistic, den Schritt vom Erprobten zu neuen Praktiken als Zufall oder Unfall abtun zu wollen. Es muss eine Initiative vorhanden sein, die Fortschritt foerdert, ebenso eine genuegende Anzahl von Probanden und die Moeglichkeit einer Informationweitergabe, sowohl fuer das aktuelle Geschehen als fuer die Weitergabe an die naechsten Generationen. Ohne diese Voraussetzungen gaebe es weder eine Entwicklung und schon gar keine Evolution. Es ist eine rudimentaere biologische Intelligenz, roh und ungehobelt, an Substrat gebundenen mit materiellem Anfang, das sich im Schneeballeffekt zur Lawine entwickelt bis zu unserer heutigen geistigen Kapazitaet, mit eigenem und fortlaufendem Momentum, das sich nur durch Umstaende aufhalten laesst. Biologische Gegebenheiten uebersetzen sich in die geistige Ebene mit all den geistigen Funktionen in der Folge, zuerst executiv, dann abstrakt. Es ist eine Transformation des Biologischen und ein Sublimierungsprozess, der sich unentwegt fortsetzt, ausser Bedingungen verhindern das. Das biologische Grundwesen, oder wenn man so will, die Natur, bestimmt und leitet Leben, grundsaetzlich und eindeutig solange Materie eine Rolle spielt, erfaehrt aber in diesem Prozess selber eine Verfeinerung, ‚raffiniertes Substrat oder geistige Speziealisierung‘.

    Hoffnung ist keine biologische, aber eine emotionale Notwendigkeit. Menschen brauchen die Hoffnung und sind unter Unstaenden bereit ihrem Leben ein Ende zu setzen, wenn sie Hoffnung verlieren. Es ist daher durchaus rationel folgenden Schluss zu ziehen, naemlich, dass Erwartung und Hoffnung biologische und emotionale Instrumente sind, die uns am Leben erhalten und unseren Fortbestand foerdern.

    Erwartungen sind logisch und im Einklang mit unserem Verstand. Hoffnung ist unlogisch und im Einklang mit unserer Emotionalitaet. Wir sind daher wesentlich mehr enttaeuscht, wenn sich unsere Erwartungen nicht erfuellen, im Gegensatz zu Hoffnung wo Enttaeuschungen leichter verkraftet werden. Sicherlich hat jeder zumindest einmal in seinem Leben erlebt, dass ein Versprechen nicht eingehalten worden ist, oder ein Vertrag trotz aller Versicherung gebrochen wurde oder dass Freunde, Arbeitgeber oder gar Regierung unser Vertrauen in sie missbrauchten. Gebrochene Herzen, koerperliche Qualen, Geistesverwirrungen sind alles moegliche Konsequenzen, weil man so fest daran glaubte, dass andere sich so verhalten wie sie sagen oder wie sie es ohnehin tun sollten.

    Wir erwarten, dass der Tag auf die Nacht folgt, dass die Sonne aufgeht und dass wir jeden Morgen aufwachen. Selten denken wir daran, dass dies nicht unbedingt so sein mag. Es ist jedoch so wahrscheinlich, dass wir uns in falscher Sicherheit wiegen. Aber wenn wir nicht einmal dem Lauf der Natur voll vertrauen koennen, wie koennen wir das dann mit Menschen? Aus diesem Grunde fuehrt man Regeln ein und beschliesst Gesetze, so dass wir uns sicher und beschuetzt fuehlen koennen. Leider ist das keine Garantie, denn jede Regel, jedes Gesetz kann gebrochen werden. Nichts desto trotz, die Natur hat ihre Gesetze, jede Gesellschaft schafft sich die ihren und jeder einzelne Mensch hat seine eigenen internalisierten Gesetze, mit dem Gewissen als Richter. Das Ausmass der Konsequenzen bei Gesetzesbruch haengt natuerlich davon ab, wie maechtig die Gesetze sind. Es bringt in jedem Fall Leiden, unter Umstaenden den Tod.

    Es ist durchaus verstaendlich, dass unerfuellte Erwartungen und Hoffnungen, Menschen zur Verzweiflung bringen koennen. Nicht jeder ist faehig mit den Schmerzen, die damit verbunden sind, zu leben oder fertig zu werden. Allerdings, solange ein Schimmer von Hoffnung besteht, wenn auch nur im Entferntesten, dass sich die Lage bessern koennte, kaempft der Verzweifelte weiter. Wenn nicht, mag er sein Leben beenden wollen.

    Hoffnung ist der Retter, egal wie irrational das sein mag. Unser Verstand hat kein Recht sich zu ruehmen, dass er mehr Wert hat als unsere Emotionalitaet, nur weil er ‚rational‘ ist. Wir sind naemlich geneigt zu glauben, dass Emotionen, oder eben unsere Gefuhle, weil sie nicht vom Verstand dirigiert werden, irrational und daher negativ sind. Das ist jedoch eine Interpretation, kein Werturteil. Stimmt, wir moegen falsche Entscheidungen treffen, wenn unsere Emotionen heiss laufen und wir im Strudel der Gefuehle handeln. Stimmt, Hoffnung mag keine realistischen Ansprueche auf eine bessere Zukunft haben. Doch Tatsache ist, dass sich das Unerwartete und Unvorhergesehene sehr wohl ereignen kann. Grad so gut wie sich Erwartungen und Ueberzeugungen als nichtig erweisen koennen, grad so gut gibt es das Unberechenbare und die sprichwoertlichen Ueberraschungen. Emotionalitaet hat auf jeden Fall und trotz seiner zweifelhaften Reputation, ihren Wert. Man moege sich nur daran erinnern, dass sich unsere Intuitionen sehr oft als richtig herausstellen, und wir oft genug bereuen muessen, wenn wir sie unbeachtet oder als ‚irrational‘ beiseite geschoben haben. Unser Verstand kann uns naemlich sehr wohl irrefuehren und tatsaechlich koennen auch Erwartungen irrational sein. Es ist generell fragwuerdig allgemein uebliche Behauptungen kritiklos zu akzeptieren. Rationelles Denken kann extrem hinderlich sein. Mit seinem Hin und Her Ueberlegen, moegen wichtige Entscheidungen zu spaet getroffen werden, waehrend unsere Gefuehle unmittelbar sind und eine schnelle Entscheidung mag tatsaechlich in unserem besten Interesse sein. Es ist daher fair zu sagen, dass wir unserer Emotionalitaet genauso gut vertrauen koennen wie unserem Verstand, oder genauo wenig. Beide haben denselben Stellenwert, wir sind bloss nicht sehr kompetent in ihrer Handhabung. Wir sind entweder zu intellektuell, oder zu emotional, weder das eine noch das andere dient uns zu gut wenn es ausschliesslich ist.

    Unsere Intelligenz hat uns einseitig gemacht, indem es unseren Verstand favorisiert. Freilich, alle unsere Errungenschaften sind vorwiegend der Foerderung unseres Intellekt zu verdanken, doch das geschah auf Kosten unserer intuitiven und emotionalen Funktionen, welche nun in diesem Sinne und korrekterweise irrational genannt werden. Ihnen ein negatives Stigma anzuheften, als ob unsere Intelligenz mehr Wert habe und nur ihr zu vertrauen sei, ist allerdings nicht gerechtfertigt. Es stellt die beiden in Opposition wie die Boxer im Ring. Aber es ist ein Kampf der Giganten ohne Sieg. Auch wenn im Moment unsere Intelligenz die Oberhand hat, ist das langfristig nicht im besten Interesse des Menschen. Er ist der wirkliche Verlierer, ohne es zu wissen oder wahrzunehmen. Verstand und Gefuehl muessen zusammenarbeiten, nicht gegeneinander, keine Einseitigkeit, keine Bevorzugung des einen oder anderen. In jedem Fall kann man in beiden schwelgen, einmal da, einmal dort, solange man sich dessen bewusst ist und deren Limitationen wahrnimmt.

    Kann man jemals verhindern, in Erwartungen gefangen zu werden? Nein! Unser Leben wuerde zu kompliziert sein, muesste sich unser Gehirn staendig mit grundsaetzlichen Kalkulationen beschaeftigen bevor Entscheidungen gemacht und wir unseren taeglichen Obliegenheiten nachgehen koennten. Tatsaechlich waere unser Gehirn ueberfordert und nichts wuerde erledigt werden. Es ist jedoch ratsam zu akzeptieren, dass auch Erwartungen irrational sein koennen und dass es zwar Wahrscheinlichkeit aber keine Sicherheit gibt, dass sich Erwartungen erfuellen. Ausserdem ist es ratsam, wir erinnern uns daran und lehren unseren Kindern, dass es ungesund und selbstzerstoererisch ist, zuviel oder zu wenig von sich oder anderen zu erwarten. Sei vernuenftig! Erwartungen sind hilfreich und ein fester Bestandteil unseres Lebens, aber nur im richtigen Zusammenhang und innerhalb ihrer Grenzen.

    Sind wir jemals ohne Hoffnung? Nein! Hoffnung ist selbst dann vorhanden, wenn jemand sein Leben beenden will, weil es unertraeglich scheint oder ist, weil er keine Aenderung seiner Situation in Betracht ziehen kann. Doch er hofft, dass mit dem Ende dieses Lebens seinem Leiden ein Ende gesetzt werden kann.

    Ja! Hoffnung ist irrational. Trotzdem, es gibt keine falsche Hoffnung. Hoffnung ist weder falsch noch richtig denn sie ist qualitativ ein Wunsch. Es ist unser Verstand, der sich um Moral Sorgen macht. Hoffnung ist das Licht im Leuchtturm, das uns in der geistigen Umnachtung und im Sturm der Gefuehle Rettung verheisst. Besinne Dich! Die beste Chance auf Rettung kann nur dann wahrgenommen werden, wenn wir Aktion waehlen anstatt Selbstbetrug. Das Boot kann noch immer sinken, bevor es sicheres Land erreicht, auch wenn wir das Licht vor uns sehen.

    Weil Erwartung und Hoffnung der zukuenftigen Bestaetigung beduerfen, sich ein Paradies oder ein echtes Ende von Allem nach dem Tode zu erwarten oder zu erhoffen, mag sich erfuellen oder auch nicht. Was auch immer wir uns wuenschen oder erwarten liegt in der Zukunft. Aber dafuer haben wir ja die Hoffnung, nicht wahr? Irrational! Und doch, wunderbar!

  • Ueber Verantwortung, Verantwortlichkeit

    Manche moegen glauben, dass es ueberfluessig sei, das Thema Verantwortung oder Verantwortlichkeit zur Sprache zu bringen. Jeder weiss, was damit gemeint ist und kennt die Unlustgefuehle. Es waere sicher mehr unterhaltend, ueber die diversen Versuche,Verantwortung zu vermeiden, zu lesen, als ueber Verantwortlichkeit zu reden. Das Ziel ist schliesslich, sorgenfrei zu sein, nicht zurueck gehalten zu werden, nicht gebunden zu sein oder beschwert zu werden von was immer das sein mag, was immer getan werden soll oder getan werden muss.

    Die Definition, in diesem Falle sogar drei, erlaubt genug Gedankenfutter, ist also ein guter Beginn, sich mit dem Thema anzufreunden. Das Positive kann dabei ebenso in Betracht gezogen werden, denn das gibt es durchaus. Verantwortung, Verantwortlichkeit kann naemlich in der gleichen Weise gehandhabt werden, wie der beruehmte „halbes Glass Wasser, voll oder leer“ Standpunkt zum Leben. Freilich, egal welchen Standpunkt man hat, oder wie man Verantwortung handhabt, sie fordert und, rechtens so, verdient unsere Aufmerksamkeit.

    Also beginnen wir mit den Definitionen:

    Verantwortung, Verantwortlichkeit ist der Umstand oder die Gegebenheit eine Aufgabe, oder Pflicht zu haben, etwas handhaben zu muessen oder zu wollen oder in seiner Kontrolle zu haben. Nun, es gibt wenig Verlangen nach Pflicht, aber Kontrolle haben klingt durchaus erstrebenswert, nicht wahr?

    Verantwortung , Verantwortlichkeit ist der Umstand oder die Gegebenheit sich rechtfertigen oder sich schuldig zu bekennen fuer etwas unter seiner Obliegenheit. Weder das eine noch das andere scheint was Positives in sich zu haben. Naeher betrachtet ist Rechtfertigung eine gute Gelegenheit, seine Verdienste in den Mittelpunkt zu stellen und das gefaellt jedem von uns. Allerdings, sich schuldig zu fuehlen oder gar schuldig zu sein, ist niemandem willkommen. Die Gefaengnisse sind voll mit „unschuldigen“ Haeftlingen.

    Verantwortung, Verantwortlichkeit ist der Umstand oder die Gegebenheit fuer etwas eine Rechtfertigung erbringen zu koennen oder zu muessen, also Antwortsgebunden zu sein, das sich unter jemandes Macht, Kontrolle oder dessen Aufgabenbereich befindet. Das erweckt kaum depressive Gedanken, denn es kennzeichnet einen gesellschaftlich durchaus wuenschenswerten Status. Leider ist das Problem, dass Macht haben, jeden in Versuchung fuehrt und den Ambitionierten tatsaechlich korrumpiert. Doch es ist beruhigend zu wissen , dass, zumindest in demokratischen Konstitutionen, die Machthabenden zur Rechenschaft gezogen werden koennen und auf Fragen antworten muessen.

    Die meisten Menschen haben kein Verlangen nach jenen Positionen, die zwar hoch an Status aber reich an Verantwortung sind. Allerdings, die wirklich Machthabenden sind ohnehin jene, die Eigenverantwortung haben. Wie auch immer, Verantwortung ist etwas, das keiner vermeiden kann. Es ist naemlich eine unumgaengliche Notwendigkeit unserer persoenlichen, sozialen und globalen Existenz.

    Verantwortung war keine elementare oder essentielle Bedingung in den ersten Stadien der Evolution von organischem Leben. Die Natur behuetete die ersten Lebensformen in jedem Fall besser als unser Sinn fuer Verantwortung es koennte. Doch mit dem Auftreten der mehr komplexen Lebensformen bestand die Notwendigkeit, Strategien zu entwickeln, um die besten Chancen des Ueberlebens seiner Art zu gewaehrleisten. Durch erfolgreiche Strategien und deren staendiger Repetition enstanden Mechanismen, die, gemaess den Anforderungen der hoeher spezialisierter Wesen, zu wichtigen Funktionen wurden und eine lebensnotwendige Rolle annahmen. Verantwortung oder Verantwortlichkeit sind eine solche Funktion. Ohne sie ist der Homo Sapiens am Ende seiner Laufbahn, egal wie intelligent er auch sein mag.

    Sorgfalt mit der Nachkommenschaft ist das erste Anzeichen von Verantwortlichkeit als Ueberlebensstrategie. Man kann argumentieren, dass das dem Instinkt zu verdanken ist, der diese biologischen Vorgaenge steuerte. Wohlgemerkt, Instinkt ist ein Mechanismus! Tatsaechlich macht es keinen Unterschied, ob der Instinkt oder Sorgfalt als das verantwortliche Prinzip gesehen wird, der das Leben propagiert und Entwicklung vorantreibt, da das eine wie das andere, konzeptionalisiert, biologische Intelligenz darstellt, die Verantwortung und Verantwortlichkeit beinhaltet. Das Auftreten von Intelligenz in der Evolution ist weder ueberraschend, noch ein Unfall oder gluecklicher Zufall. Sie ist mit all ihren Funktionen eine logische Konsequenz, verknuepft mit den Fortpflanzungsmethoden, die eine markante Aenderung oder Erweiterung erfuhren. Es war ploetzlich nicht mehr genug, seine Eier Mutter Natur zu ueberlassen. Es war ploetzlich nicht mehr genug, dem Instinkt seine wertvolle Brut anzuvertrauen. Verantwortung und Verantwortlichkeit wurden in zunehmenden Masse eine Voraussetzung extensiver Aufzuchtsbedingungen und zeigt sich heute in unserer elterlichen Sorge um unsere Kinder und unserer Verantwortung fuer sie. Einige Menschen handeln mehr, andere weniger verantwortlich mit unterschiedlichem Resultat fuer den Nachwuchs. Instinkt ist nicht mehr jene Versicherungspolitik, die Fortpflanzung garantiert. Verantwortung oder Verantwortlichkeit als Nachfolger leider auch nicht, obwohl, wenn angewandt, ein exquisites Ergebnis zu erwarten ist.

    Der naechste Schritt in der Vielfalt des sich entwickelnden Lebens, war das Auftreten von Gruppen, Familien, Staemmen, Herden, Gemeinschaften. Damit veraenderten sich auch die Obliegenheiten fuer den Einzelnen, mit Vor- und Nachteilen, Rollenverteilung und Ordnung.

    Verschiedene Modelle sozialer Gemeinschaften entwickelten sich. Die Natur ist voll mit Beispielen, die bezeugen, dass andere Tiere mit ihren Strategien ebenso erfolgreich sind. Alle haben natuerlich das Potenzial andere Gemeinschaften zu ueberlaufen oder die Umwelt zu dominieren. Doch jede Gattung hat ihren Feind, somit kann sich die Natur selber regulieren. Abgesehen davon, nicht jede Tierart ist aggressiv. Viele Herdentiere sind ganz und gar friedlich, doch auch sie koennten ueberhand nehmen, wenn die Bedingungen optimal sind. Das aggressivste Biest ist natuerlich der Mensch und er hat keine natuerlichen Feinde mehr, die ihn ich Schach halten koennten. Das Ergebnis ist hinlaenglich bekannt. Trotz seiner Intelligenz hat er es nicht geschafft, seinem unstillbaren Hunger nach Dominanz, seiner Voellerei und seinen territorialen Anspruechen Grenzen zu setzen. Er benuetzt seine Intelligenz um seine Macht zu expandieren, nicht seine Sorgfalt, Verantwortung und Verantwortlichkeit, obwohl er dazu sehr wohl im Stande waere.

    Verantwortung und Verantwortlichkeit, so wie wir das kennen, ist ein Produkt oder Funktion unseres Geistes. So wie der Intellekt ohne Zweifel noch nicht den Hoehepunkt seiner Entwicklung erreicht hat, so hat auch die Funktion der Verantwortung sich noch nicht so etablieren koennen, wie es dem „Werkzeug des Ueberlebens“ zusteht. Seine Verankerung im menschlichen Gehirn und als habituelles Konzept im Bewusstsein des Menschen, kann nur durch staendige Praxis erreicht werden, die den plastischen neurologischen Bahnen und Synapsen erlauben, permanente Strukturen zu bilden.

    Derzeit gibt es „unerledigtes Geschaeft im Exekutiv Sitzungszimmer“ unseres Gehirns. Der Mensch ist in einer kritischen Phase. Das gilt fuer alle und jeden Einzelnen ohne Ausnahme. Es besteht kein Zweifel, dass jeder Mensch seinen Beitrag leisten muss, um der Gattung das Ueberleben zu ermoeglichen. Es gibt keine Entschuldigung, keine Rechtfertigung, keine Ausrede, dass dies nicht moeglich sei oder bewerkstelligt werden koennte. Es kann und es muss, denn jedes Individuum kann Verantwortung erlernen, egal welche Erziehung oder intellektuelle Kapazitaet vorhanden ist. Selbst der einfachste Verstand hat die Faehigkeit Verantwortung zu uebernehmen, wie auch immer beschraenkt das sein mag. Die Ausnahme ist nur dem Geistig Unzurechenbarem zu gewaehren, aber nicht, logischer Weise, dessen Rechtsvertretendem. Jeder „gute Mensch“ (Verantwortliche), muss sich aktivieren, sprachlich, praktisch, beispielhaft und lehrend, um dem Verantwortungslosen Grenzen zu setzen. Toleranz ist viel zu oft falsch verstanden und missbraucht. Es heisst naemlich nicht sich blind zu stellen, wenn Kinder, Menschen, Tiere oder die Natur missbraucht werden. Es ist nicht gerechtfertigt der Zerstoerung der Natur und dem kommerziellen Raubbau den Ruecken zu kehren. Wenn der „schlechte Mensch“(Verantwortungsloser), die Erlaubnis hat, zu tun und zu lassen, wie er will, weil keiner dagegen auftritt, dann verbreitet sich das „Schlechte“ grad so wie sich der Krebs im menschlichen Koerper ausbreitet. Tatsaechlich, unser Planet ist von Krebs befallen. Die Ursache ist aber kein Virus oder eine Funktionsschwaeche. Es ist der Mensch ganz allein. Er ist der Krebs. Krebs hoert nicht auf, wenn man ihn unbehandelt laesst. Er nimmt jenes Leben, das er befallen hat, ohne Gnade.

    Freilich ist es unmoeglich sich alles „Schlechten“ zu entledigen, grad so gut wie es unmoeglich ist, Krankheit zu eliminieren. Wir muessen mit beiden leben. Doch so wie man versucht Krankheit zu verhindern, so ist es notwendig zu verhindern, dass Unverantwortliche die Ueberhand gewinnen. Das ist kein Aufruf zum Kampf in missverstandener Rechtschaffenheit, aber es ist eine Klarstellung was es heisst, Stellung zu nehmen anstatt fahrlaessig zu sein.

    Vielleicht ist es einfacher ein oder zwei Beispiele zu geben:

    Es geschah an einem oeffentlichen Strand. Da es ein schoener Tag war, gab es zahlreiche Besucher, unter anderem einige Familien mit ihren Kindern. Fuer jene Besucher war es ohne offensichtlichen Grund, dass ploetzlich ein Mann lauthals und in vulgaerster Weise und koerperlich bedrohend gegen mich auftrat. Die Beschimpfungen, mit denen er mich bedachte waren extrem und hoechst ordinaer, mir meinen Schaedel einhauen zu wollen und gleichzeitig auf mich zuschreitend, war sehr bedrohlich. Ich war im Gegensatz zu ihm, auch wenn ich meine Meinung unmissverstaendlich ausdrueckte, weder ausfaellig noch bedrohend, also ich war, wie man so sagt, von tadellosem Benehmen. Das Verhalten der Strandbesucher, die Zeugen dieses unangebrachten Wutausbruches waren, kann nur als beschaemend bezeichnet werden, denn keiner, weder Vater oder Mutter der anwesenden Kinder, fand es notwendig, diesen Mann in seine Schranken zu weisen. Nicht nur, dass die Androhung von Gewalt gegen mich niemanden betroffen machte, schlimmer war, dass Eltern ihre Kindern diesen Vorfall ohne Protest erleben liessen. Sich nicht einmischen zu wollen ist nicht Toleranz, sondern eine Fahrlaessigkeit gegenueber dem Missbrauchten und verantwortungslos gegenueber den Kindern, die damit lernen, dass Gewalt antun wollen und unsoziales Verhalten gesellschaftlich akzeptabel sind.

    Oder was soll man von einer oeffentlichen Organisation halten, die von einem Angestelleten die Rueckzahlung von Lohngeldern verlangt, weil in der Auszahlung ein Fehler gemacht worden sei, so wurde die Forderung begruendet. Tatsache war, dass der Angestellte den Gehalt rechtmaessig verdiente, aber die Behoerde es unterliess, fuer seine Position die Genehmigung ihrer Obrigkeit einzuholen. Man wuerde glauben, dass die besagte Administration zur Verantwortung gezogen werden sollte, nicht der Angestellte, der seine Arbeit pflichtgemaess erfuellte und natuerlich vom administrativen ‚Schnitzer‘ keine Ahnung hatte.

    Menschen haben die Tendenz, Verantwortung zu delegieren, vorallem an Regierungen und Organisationen. Besser nicht! Es ist weder vernuenftig noch empfehlenswert. Man bedenke, dass Beamte, Politiker und Regierungsmitglieder vom selben Schlag sind wie das Volk. Man kann ihnen genauso viel oder wenig trauen, wie seinem Nachbar, oder sich selbst.

    Die Wurzel dieses Verhaltens liegt wie immer in unserer Evolution. Es ist die Natur des Herdentieres ein Leittier zu haben. Diese Position wurde vom staerksten und besten Biest bekleidet, musste aber unter Beweis gestellt und staendig gegen Rivalen verteidigt werden. Es garantierte damit, dass die Herde oder der Clan tatsaechlich das beste Leittier hatte. Freilich, der Mensch hat diese Naturgegebenheiten laengst hinter sich gelassen, doch ein Biest ist er immer noch. Dieses „halb hier, halb dort“ ist sein Problem. Sollte er den naechsten Schritt in seiner Evolution nicht schaffen, naemlich sich seiner Verbindung zur Natur bewusst werden, mit einer wesentlich erweiterten Intelligenz und verbesserten Funktionen, als es einem normalen Herdentier gegeben ist, dann ist es um ihn geschehen. Verantwortung und Verantwortlichkeit in allen Aktionen und Entscheidungen ist dieser naechste Schritt. Es ist nicht nur die Angelegenheit des Leittieres, oder einer Organisation, welcher Art auch immer, sondern jedermann’s Angelegenheit.

    Erziehung, Ausbildung, Schulung oder Unterricht, wie bereits erwaehnt, ist ein wichtiger Bestandteil des Prozesses der notwendigen Verhaltensaenderung. Generel betrachtet, ungebildetes Volk hat wenig zu sagen und wuerde wenig beitragen koennen, auch wenn man es um seine Meinung fragen sollte. Ungeschulte Menschen sind leicht zu regieren, wie die Machthabenden wissen, – sie sind wie die Lemminge die dem Fuehrer blindlings in den Untergang folgen.

    Leider ist auch Erziehung nicht vor Missbrauch geschuetzt. Indoktrination und Manipulation koennen den kritischen Verstand schlichtweg ersticken. Bevor er die feindlichen Drahtzieher identifizieren kann, faellt er der Angst zum Opfer. Angst, existenzielle Angst, um Nahrung, Arbeit, Unterkunft. Damit schliesst sich der Kreis, denn Gruppenwesen, Herden, Sippschaft, waren schliesslich der Grund, sich bessere Ueberlebenschancen zu schaffen. Das Beduerfnis nach Fuehrung ist zwar elementar, doch im Prinzip ueberholt. Freilich, der Schwache und Zauderhafte ist nach wie vor besser aufgehoben, wenn er einer Gruppe zugehoert, doch den heutigen „Fuehrern“ kritikloses Vertrauen zu schenken, ist nicht angebracht. Heutzutage ist das Ueberleben der Gattung Mensch eine kommunale Verantwortung, nicht die dubioser Fuehrer. Es mag schon sein, dass viele tatsaechlich nicht sehen, was diese wirklich tun, naemlich den Ast abschneiden auf denen ihre Schar sitzt. Gluecklicherweise gibt es viele, die sich nicht laenger verkaufen lassen. Ob ihre Stimme gehoert wird ist eine andere Frage.

    Genau betrachtet sind die Chancen fuer Aenderung gering. Evolution ist ein langsamer Prozess. Warum auch nicht! Da ist eine Ewigkeit im kosmischen Geschehen, also absolut kein Grund zur Eile. Die Dominanz des Menschen ist in diesem Sinne eine voreilige und beschleunigte Entwicklung, die durch seine aggressive Natur selbstlimitierend ist. Nachdem er alle anderen Arten ausgekluegelt hat, bleibt nur mehr sein Artgenosse uebrig, der besiegt werden kann. Auch das ist ihm bereits gelungen. Mit dem Waffenarsenal, das ihm heute zur Verfuegung steht, kann er sich und alles andere nicht nur einmal sondern vielmals ausrotten. Logisch? Natuerlich nicht! Es ist eher eine Tragoedie, dass ein aussergewoehnlicher evolutionaerer Erfolg in so kurzer Zeit den Kurs der Selbst-zerstoerung waehlen sollte. Man stelle sich bloss vor, welche Moeglichkeiten dem Homo Sapiens offen stuenden, wuerde er seinen Verstand besser handhaben.

    Es gaebe noch viel mehr ueber Verantwortung oder Verantwortlichkeit zu sagen, doch das Gesagte sollte genuegen, um darauf hinzuweisen, dass fuer Selbstgefaelligkeit keine Zeit bleibt. Die Balance im geschlossenen Ecosystem muss wieder hergestellt werden. Das bedarf der Aktion.

    Vielleicht ist es reine Neugierde, um zu sehen, wie weit Homo Sapiens sich entwickeln koennte. Vielleicht ist es die Schoenheit des Blauen Planeten mit all seinen wunderlichen Schoepfungen, die es die Muehe wert macht diese zu erhalten. Wie auch immer, Mutter Natur wird das letzte Wort haben. Alles Leben gehoert schliesslich ihr.

  • Ueber Emanzipation….

    Viele moegen, wenn sie das Wort hoeren, an Frauenkampf um Gleichberechtigung denken und es sogar als Synonym benutzen. Das stimmt allerdings nur bedingt, denn das Wort hat generelle Bedeutung fuer alle Arten von Befreiung.

    Es definiert sich als der Umstand oder der Prozess freigesetzt zu werden von legalen, politischen und sozialen Einschraenkungen. Es bedeuted Befreiung von Unterdrueckung, Zwang und Leibeigenschaft.

    Wie so viele Worte, hat es seinen Ursprung im Lateinischen: „Ex manus capere“, woertlich uebersetzt, „aus der Hand nehmen.“ Im alten roemischen Reich und im Zivilrecht kennzeichnete es das Ende von Kontrolle und die Erlangung aller legalen Rechte.

    Jahrhunderte spaeter, lange nach dem Verfall des Roemischen Reiches, Abraham Lincoln, der President einer sehr „Neuen Welt“, die nichts desto trotz Sklaven benutzte, hat bekannterweise mit der ‚ Emancipation Proclamation‘ in !863 und deren endgueltigen Fassung in 1865 allen Sklaven seines Landes die Freiheit gegeben. Freilich geschah das nicht ohne verheriges Blutvergiessen.

    Waehrend dessen, in der „Alten Welt“, formulierte Karl Marx seine Ideen ueber soziale und wirtschaftliche Transformation, freilich nicht ohne seine eigene Transformation durchgemacht zu haben . Er befreite sich von seinen religioesen, socialen, politischen und persoenlichen Beschraenkungen und suchte nach neuen, besseren Konzepten fuer eine neue Gesellschaftsordnung, die allen Gleichberechtigung geben sollte, unabhaengig von Besitz, Religion oder anderen Merkmalen eines Individuums. Er brach mit vielen Traditionen, war damit und ist nach wie vor heftigst umstritten, als Person und seine Ideologie.

    Und ja, in beiden Welten, ‚alt und neu‘, die Frauenbewegung brachte schliesslich eine Gesetzgebung, die Frauen gleiches Recht zugestand.

    Es ist erstaunlich, wie lange es gedauert hat, bis die Menschen in der Westlichen Welt Freiheit finden konnten. Es ist geradezu unglaublich, dass der Grossteil der Weltbevoelkerung noch immer in Zwang und Unterdrueckung lebt

    Allerdings, nicht jeder sieht die Freiheit der Westlichen Kultur als erstrebenswert, doch alle Menschen, die unterdrueckt werden und leiden, wollen ihre Freiheit, gemaess dem was sie darunter verstehen. Leider haben die wenigsten dieser ungluecklichen Seelen die Gelegenheit eine entsprechende Erziehung zu erhalten, die ihnen lehren wuerde, wie man sich befreit. Andere jedoch haben das groesste Interesse, den „status quo“ aufrecht zu erhalten, weil das ihren Zwecken dienlich ist. Dies mag eine herrschende Klasse sein, oder die Hueter der vorherrschenden Religion, doch wesentlich tiefer im Ursprung und wahr fuer alle, unabhaengig welcher Gruppe sie angehoeren, ist die Unwilligkeit des Einzelnen seine Weltanschauung aufzugeben oder gar seinen Verlangen, wie die Welt sein sollte.

    Sozieterna betrachtet Emanzipation einerseits als internen Prozess oder als externen Vorgang. Zum Beispiel, Abraham Lincoln oeffnete die Sklavenketten, in jeden Fall ein notwendiger Schritt fuer die Gesellschaft und die Nation, aber es war ein externer Vorgang. Der interne Prozess ist noch immer nicht abgeschlossen. Wenn es so waere, gaebe es keinen Ku Klux Klan und die Afrikan-Amerikanische Bevoelkerung haette den sozialen Vorsprung der weissen Bevoelkerung aufgeholt.

    Zurueck zu Grundsaetzlichem! Alle Kreaturen, einschliesslich Menschen, muessen den Regeln ihrer Art folgen. Alle sind Gewohnheitstiere um genau zu sein. Sich an eine erfolgreiche Taktik zu halten, erlaubte die Entwicklung und Spezialisierung der verschiedensten Lebensformen. Sich aus der Komfortzone zu entfernen war und ist nach wie vor nicht fuer den Zauderhaften. Es kann schliesslich und tatsaechlich den Tod bedeuten. Es ist anzunehmen, dass zumindest in den Fruehphasen der tierischen Entwicklung mehr die Umweltbedingungen eine Rolle spielten, die den sich entwickelnden Lebensformen nicht unbedingt eine Wahl gab, sondern das Ultimatum stellte, sich entweder anzupassen oder unterzugehen. Doch je mehr komplexe Lebewesen auftraten, desto wahrscheinlicher ist es, dass es darunter mutige und kuehne gab, die aktiv auf die Erforschung ihrer Umwelt aus waren, um ihre Ueberlebenschancen zu vergroessern. Das trifft sicher fuer die Saeugetiere zu, vorallem die menschliche Spezie. Es brachte nicht nur Erfolg, sondern beschleunigte deren Entwicklung und fuehrte zur Dominanz der Gattung ueber alle anderen Geschoepfe. Es ist wie die Finanzexperten immer sagen: „Seine erste Million zu machen ist das schwierigste, danach vermehrt sich das Geld von selber, wenn der neue Millionaer nicht seinen Kopf verliert.“ Nun, die menschliche Rasse hat ihren erste Million wahrhaftig erreicht und sich einen ungemeinen Reichtum angeeignet, doch leider ist das den Menschen zu Kopf gestiegen und der Bankrott ist nur eine Frage der Zeit.

    Es geht in diesem Fall wieder einmal ums Ueberleben. Sollte der Mensch eine Zukunft wollen, Emanzipation ist ein Muss, in dieser und der anderen Form.

    Kuerzlich wurde bekannt, dass die Bienen weltweit in alarmierender Zahl verschwinden. Das ist mehr als nur ein Warnzeichen, dass etwas nicht stimmt im Haushalt des Planeten Erde.

    Bienen sind nicht nur Honigproduzenten. Ihr Verschwinden ist eine unmittelbare Bedrohung unserer Lebensweise. Diese Bedrohung kann nicht wegdiskutiert werden, wie man das mit der Klimaveraenderung so leicht machen kann. Das naechste Oellager zu finden ist weniger wichtig als das Essen auf dem Tisch. Den Boden in sorgsamer Weise zu bestellen macht mehr Sinn, als ihn umzugraben, fuer Dinge, die man weder essen, noch verdauen noch wieder verwenden kann, weil sie kein natuerlicher Abfall sind. Und Abfall haben wir! Berge von Abfall, die uns und andere Tiere bereits ersticken lassen.

    Gewiss, der Mensch ist anpassungsfaehig. Es gibt bereits Restaurants, die Insekten im Menue haben, als ‚novelty‘, versteht sich. Und es gibt Kulturen, die Insekten als regelmaessige Nahrung in ihrer Diet haben. Aber waren diese nicht Gegenstand der Degradierung, sozusagen als die „Steinzeitmenschen“ oder „Dritte Welt Voelker“ beurteilt? Es scheint, wir sind nun deren Lebensstil viel naeher als wir unseren aufrecht erhalten koennen. Freilich, Geschmack ist erworben. Es mag schon sein, dass wir den saftigen Engerling und die haarigen Spinnen zu geniessen lernen, aber es wird dann nicht die Frage der Wahl sein sondern die des Ueberlebens. Doch wenn wir wie immer alles aufessen, wird es auch bald keine Insekten geben. Man wird den Insektenfarmer brauchen, eine neue Berufsgattung oder auch nur eine neue Lebensmittelindustrie! Guten Appetit!

    Es besteht kein Zweifel, Aenderung ist notwendig, nicht Anpassung. Anpassung erfolgt natuerlicherweise, es bleibt ja garnichts anderes uebrig.

    Wie schwer ist es aber, sich vom Alten und Gewohnten zu trennen, sich von seiner tierischen Natur, von Eltern, Gesellschaft, ja seiner Kultur zu emanzipieren? Es scheint schwieriger zu sein als es tatsaechlich ist. Es mag eine Herausforderung sein und Aengst produzieren, aber es ist tatsaechlich nur unsere Furcht, die uns in Ketten legt und unsere Feigheit die die Eisen schmiedet.

    Es mag helfen, das menschliche Verhalten naeher zu betrachten, da es in allen Teilen der Welt dem gleichen Schema folgt:

    Die Erziehung des Neugeborenen beginnt sofort und unmittelbar. Es waechst unter den Regeln seiner Umwelt auf. Die Natur gewaehrleisted, dass die Bindung und Verknuepfung zwischen ihm und seiner Bezugzperson die besten Bedingungen herstellt um sein Ueberleben zu gewaehrleisten. Es ist hinlaenglich bekannt, was passiert, wenn diese mangelhaft sind oder gar fehlen.

    Diese enge Beziehung ist allen kompetenten Eltern bekannt und auch, welche Trennungsaengste das Kind spaeter durchmacht, wenn sich die vertraute Person aus seinem Gesichtsfeld entfernt. Wer hat nicht erlebt, dass die Kinder im wahrsten Sinne des Wortes an Mutter’s Kleiderzipfel haengen und jeder Versuch, auch wenn es sich um eine voellig kurze Trennung handeln sollte mit herzzerbrechendem Weinen oder lautem Protest beantwortet wird. Spaeter mag die Phase des Auskundschaften die koerperliche Anhaenglichkeit ueberwinden, aber das Kind macht immer sicher, dass es sich nicht zu weit von seiner vertrauten Person oder den Eltern entfernt. Schliesslich kommt die Zeit, wo die Losloesung vollzogen ist und wo die Eltern meinen, der Nachwuchs will so garnichts mehr von ihnen wissen. Freilich, sie werden nach wie vor, und ganz und gar nicht weniger, gebraucht. Es wird allerdings immer schwieriger dies zu sehen. Eltern mit Teenagern koennen ein Lied davon singen.

    Es bedarf tataechlich grosser Staerke, oder grossem Schmerz, sich von seiner Familie, seinen Freunden, seiner Gesellschaft zu trennen, denn waehrend des Aufwachsens werden die biologische Prinzipien gefestigt und die sozialen internalisiert. Sie sind im Sinne des Wortes der Klebstoff der alle zusammenhaelt. Das Individuum will nichts sehnlicher als ‚dazu gehoeren‘, ‚akzeptiert werden‘, ‚anerkannt werden‘. Es sucht nach Zustimmung, Foerderung, Unterstutzung, Lob von seinen Eltern, Seinesgleichen und seiner Gesellschaft. Die Alten und die Jungen brauchen sich, egal wie kompliziert diese Beziehung sein mag. Ausserdem, es ist soviel weniger Angst provozierend, sich mit seinen bekannten ‚Feinden‘ zu streiten, als diese hinter sich zu lassen und gegen das vollkommen Unbekannte einzutauschen. Der Klebstoff hat seinen Sinn. Wo waere der Koerper, wenn die Zellen nicht aneinander haften wuerden? Wie koennte sich eine Gesellschaft formen, wenn jeder sie verliesse? Es ist tatsaechlich eine biologische Konditionierung.

    Wohlgemerkt, nicht nur die Jungen erleiden Trennungsaengste. Eltern und Gesellschaft koennen ebensowenig loslassen. Es mag Argumente und Drohungen geben, Kaempfe und das „Leere Nest Syndrom“, und die Gesellschaft ist ebenso wenig beeindruckt, wenn einer der ihren ihnen den Ruecken kehrt.

    Das Schicksal des „Ausreissers“ ist nicht nur fuer die Person selber markant. Ist er erfolgreich mit seinem neuen Leben, dann sind Eltern und Gesellschaft versoehnlich. Es kann schliesslich durchaus einige Vorteile von dessen Erfolg geben und man kann auch stolz sein, dass er wagte, was andere nicht konnten. Ist er aber ein enttaeuschter Heimkehrer, muss er sich wahrscheinlich oft genug anhoeren: „Wir haben Dich ja gewarnt!“ Falls aber nichts mehr von einem Verlassenden gehoert wird, wird eher das Negative angenommen. Das dient dann als Warnung fuer alle jene, die moeglicherweise ihre eigene Losloesung in Betracht ziehen. Das ist die kulturelle Konditionierung.

    Selbst wenn eine Person wo anders ein neues Leben beginnt, das alte ist nicht eliminiert. Vom Tag der Geburt eines Babies beginnt die neurologische Anlegung von Bahnen und der Weichen, die den zukuenftigen Zugsverkehr, oder besser, das Leben, des sich entwickelnden Individuums, regulieren. Dieses Schienennetz wird gelegt, so oder so, unter guten oder schlechten Bedingungen. Der Rest ist dann Erweiterung und Modifizierung. Das ist die persoenliche Konditionierung.

    Es besteht immer die Moeglichkeit, neue Weichen zu stellen, ja tatsaechlich ein neues Netz zu bauen. Doch wer ist schon bereit das freiwillig zu tun? Das ist die Bedeutung von interner Emanzipation, neue Bahnen zu entwickeln, alte zu ersetzen, mehr Schienen oder Weichen anzulegen, zu expandieren und modifizieren. Alles ist moeglich und da wird es erst richtig interessant.

    Manche Menschen haben mit der Instandhaltung ihres Schienennetzwerks Probleme. Es mag uns den Eindruck vermitteln, dass die interne Veraeanderung nicht moeglich ist. Unter Umstaenden ist das leider auch der Fall.

    Ein Individuum kann undurchdringliche Mauern um sein innerstes Self errichten. Siegmund Freud anerkannte es in der Behandlung von Patienten als Hindernis, dessen sich der Patient zwar nicht bewusst ist, das aber seine Behandlung nichts desto weniger boykottiert. Es ist notwendig diese ‚Resistenz‘, wie er es nannte, aufzuloesen. Das tat er denn auch in genialer Weise. Er legte den Patienten auf die Couch, um ihn zu entspannen und plazierte sich selbst hinter dem Kopf seines Patienten, so dass dieser nicht abgelenkt wurde. Dann warf er ihm Worte zu, grad so wie der Gaertner den Samen streut, und liess ihn frei assoziieren, was auch immer ihm in den Sinn kam. Dies ermoeglichte den Zutritt zu dem sonst weggeschlossenen Self. Es gibt tatsaechlich keinen „Versprecher,“ denn das Unterbewusstsein schlaeft nicht, im Gegensatz zum Ego.

    Freud erkannte auch, dass der Mensch sein eigener Zensor ist, der seine Wuensche und Aktionen kontrolliert, diese billigt oder ablehnt. Der Zensor ist aktiv, im Wachzustand sowie im Schlaf. Wenn er nicht einverstanden ist mit dem was das Ego will, entsteht ein interner Konflikt. Konflikte werden entweder erfolgreich aussortiert oder stellen ein unloesbares Problem dar, manchmal so ueberwaeltigend, dass es am besten, sozusagen „aus den Augen, aus dem Sinn“, hinter seine Mauer gesteckt wird. Damit wird es zum nicht heilenden Geschwuer, das solange weiter besteht, wie die Ursache unbehandelt bleibt. Er macht sich sprichwoertlich krank, koerperlich oder geistig, oder sogar beides.

    In den Traeumen versteckt der Zensor alles hinter Symbolen, da es dem Individuum sonst den Schlaf rauben wuerde, muesste er sich mit seinen „unerlaubten“ Wuenschen und Begierden beschaeftigen. Traeume sind daher hoechst hilfreich, in all ihrer Vielfalt, suess, bizar, unterhaltsam oder schockierend. Manchmal arten sie zum Albtraum aus, was uns zu besonderer Aufmerksamkeit zwingt und unter Umstaenden der Behandlung bedarf, grad so gut wie der Zustand lang andauernder Schlaflosigkeit. Traumanalyse ist eine reiche Fundgrube fuer Wahrheiten, die ansonsten unentdeckt bleiben wuerden. Traeume sind also nicht nur ein naechtliches Unterhaltungsprogramm.

    Generell, jegliche Aenderung des internen Schienennetzes faellt jenen Menschen leichter, die keine Mauern brauchen, um sich zu verstecken, die keine Angst haben etwas zu verlieren, die Selbstvertrauen haben und an sich glauben koennen, denn die sind die Besitzer ihres eigenen Schlosses und ihres Schienenverkehrs . Sie koennen renovieren und Schienen legen soviel sie wollen. Es ist aber ein Problem fuer jene, die von Angst regiert werden, die sich fuerchten, sie koennten etwas verlieren. Deren Selbst ist durch jene Mauern tatsaechlich so fragmentiert, dass etwas zu verlieren als lebensbedrohlich erlebt wird. Sie sind keineswegs Schlossherren, und schon gar keine Bahnmeister. Sie sind im Gefaengnis, haben kaum Gelegenheit an Weichen oder Gleise ranzukommen. Natuerlich gerade sie, beduerfen der Aenderung. Leider gibt es unter ihnen viele, die eher darauf bestehen, dass alle anderen sich aendern. Das ist naemlich eine Aenderung fuer die sie keine Verantwortung haben. Das gewaehrt ihnen dann, sich rechtschaffen zu fuehlen und die anderen zu beschuldigen, die Ursache ihres Leidens zu sein, und das der Welt schlechthin.

    Es ist wichtig, seine Kinder zu kompetenten Bahnmeistern und Schlossherren zu machen. Das versichert nicht nur ihre Gluecklichkeit, sondern ist im Interesse aller und allem. Gluecklichkeit bringt Stabilitaet, nicht nur fuer den Einzelnen, sondern fuer jegliche Gesellschaft.

    Die Frage ist nun, ob wir genug haben Zeit haben, die naechsten Generationen in diesem Sinne grosszuziehen?

    Wie auch immer! Emanzipation und Gluecklichkeit sind nicht dasselbe, obwohl sie die besten Freunde sind. Es ist unwahrscheinlich, dass jemand gluecklich ist, wenn er nicht emanzipiert ist, aber es ist durchaus moeglich, ihn mit den verschiedensten Dingen zu begluecken, so dass er seine Fesseln toleriert.

    Julius Caesar wusste wie er sein Volk in Zaum halten konnte. „Gib ihm Brot und Spiele“ war sein Motto. Die Menschen heutzutage werden mit Guetern beglueckt.

    Also, warum nicht den Schritt der wahren Emanzipation tun? Es ist Fortschritt, im wahrsten Sinne des Wortes, denn ein besseres Selbst fuehrt zwangslaeufig zu einer besseren Gesellschaft und damit einer besseren Welt.

  • Ueber Emotionen

    Warum sollte man ueber Emotionen sprechen? Weil diese eine ausserordentliche Rolle spielen, naemlich fuer jedes einzelne Leben und fuer jede Gesellschaft. Sie sind schwer fassbar, so unbestimmt und unberechenbar, das denken wir jedenfalls. Wir alle haben sie, wir sind niemals ohne sie, wir alle wissen, was sie tun, tatsaechlich sind sie essentiel fuer unser Leben, fuer alles Leben, um genau zu sein. Manche glauben sie koennen sie meistern, einer mehr als der andere, vielleicht, aber wir haben sie, ob wir es wollen oder auch nicht. Wir fragen kaum warum wir Gefuehle haben, nicht wenn es uns gut geht, aber wenn wir uns miserabel fuehlen, dann fragen wir sehr wohl. Also haben wir nun Kontrolle ueber sie, oder bestimmen sie ueber uns?

    Theoretiker kratzen sich noch immer den Kopf. Keiner kann beanspruchen, dass seine Ansichten oder Theorien recht sind, und niemand scheint eine klare Antwort gefunden zu haben. Da sind zuviele Perspektiven von denen man Emotionen betrachten oder untersuchen kann, und zuviele Interpretationen von dem was die Forschung hervorgebracht hat. Die Bibliotheken sind voll mit ihren Werken und jeder Interessierte ist eingeladen, in den vielen Buechern und Magazinen zu schmoekern.

    Natuerlich hat Sozieterna seine eigene Meinung und Theorie.

    Bereits beim Definieren, was denn Emotionen sind, zeigen sich die Probleme. Sollte man sie psychologisch, physiologisch, biologisch definieren?

    Eine der akzeptierten Definitionen ruht auf psychologischem, philosophischem Fundament, naemlich: Emotionen sind subjektive, bewusste Erlebnisse mit psycho-physiologischem Ausdruck, biologischer Reaktion und Gemuetszustaenden.

    Das ist eine akzeptable Beschreibung dessen, was der Homo Sapiens, und um genau zu sein, auch andere Tiere, erleben, wenn eine Emotion stattfindet. Das Wissen ueber Emotionen kommt hauptsaechlich aus der Tierforschung, und wir sollten den Tieren wirklich dankbar sein, denn die mussten leiden und tun es immer noch, alles im Namen der Wissenschaft.

    Sozieterna sieht Emotionen als untrennbaren und voll integrierten Bestandteil der Evolution, der zuerst das Ueberleben in einer aeusserst feindlichen Umwelt ermoeglichte und spaeter die Rolle als sozialer Foerderer hinzufuegte . Gefuehle waren und sind essentiell ein Werkzeug, das Entwicklung und Fortschritt gewaehrleistet, und selber eine spezielle Entwicklung durchmacht, entlang mit den neu entstehenden komplexen Lebensformen. Gefuehle haben also ihre eigene Evolution, zwar nicht als separates Phenomaen, mit seperater DNS, sondern innerhalb unserer DNS Ketten.

    Es mag schon so sein, dass mit dem Auftreten der Saeugetiere die ersten emotionalen Konzepte begannen, aber diese sind bereits fortgeschrittene Lebensformen. Davor gab es einfachere Organismen, Vorlaeufer also, die in jedem Falle zumindest rudimentaere Prozesse zur Verfuegung haben mussten.

    Wenn wir zum Beginn organischen Lebens zurueckgehen, zum Zeitpunkt wo die Einzelzelle sich vom Prinzip des Einzeltums entfernte, sei es durch Zellenanhaeufung oder Aufgabe der Zellteilung, stellt sich die Frage ob das nun ein Unfall oder ein Zufall war. Weder noch, es war eine immer vorhandene Moeglichkeit, im Rahmen von physikalischen und biologischen Gesetzen. Offensichtlich gab es einen Vorteil, sich aneinander zu binden, oder sogar die Mitose gegen eine ander Art der Vermehrung einzutauschen. Was auch immer im Prinzip geschah, konnte nicht ohne das Vorhandensein einer ‚biologischen Intelligenz‘ geschehen, denn nur diese konnte die Vorteilhaftigkeit registrieren und deren Weiterentwicklung foerdern.

    Es ist notwendig auf die Umstaende hinzuweisen in denen die ersten organischen Lebensformen auftraten: Es war tatsaechlich eine Angelegenheit bio-chemischer Reaktionen. Zustaende, (Stimulus), und deren Interaktion, (Reaktion), sind die fundamentale Einheit von cognitiver Kapazitaet, oder Intelligenz, und Emotion oder Gefuehle. Eines allein hat keine Bedeutung, das eine ist nichts ohne das andere. Natuerlich, die DNS ist verantwortlich fuer die ‚Erinnerung‘, die erste Datenbank oder Gedaechtnis, das notwendig ist, um eine Referenz zu haben. Sozieterna hat bis jetzt noch keine Literatur gefunden, die Beweise beinhaltet, dass andere Schlussfolgerungen logischer oder realistischer waeren.

    Physiologisch gesehen, um eine Emotion, oder Gefuehl zu erleben, bedarf es eines Stimulus, der das Nervensystem erregt, welches die Information dem Gehirn zufuehrt, das die Nachricht entziffert. Es vergleicht diese mit vergangenen Erlebnissen und antwortet dann je nach Bedarf oder Wahl, indem es das Motorsystem aktiviert, das dann die Aktion, oder besser Reaktion, zu dem besagten Stimulus liefert. So kommt es, dass wir zittern, wenn wir Angst haben, oder weinen, wenn wir traurig sind, oder laecheln, wenn uns etwas gefaellt. Ein Stimulus kann einen externen oder internen Ursprung haben, naemlich von der Umwelt kommen oder, zum Beispiel, von eigenen Gedanken. Unsere Sinne, oder Sensorium, mussten sich entwickeln, ebenso unsere geistigen Faehigkeiten, doch beide gingen Hand in Hand, vom ersten Beginn, sozusagen. Intelligenz und Emotion sind eine Einheit, unsere Gefuehlswelt ist ohne Referenz nicht moeglich. Auch wenn wir eine Sensation empfaenden, wir wuessten nichts damit anzufangen. Es bedarf einer Zuordnung, einer Kategoriesierung gemaess dem individuellen ‚Inventar oder Inhaltsverzeichnis‘.

    Jede einfache Reaktion, jeder einzelne Gedanke, jedes Gefuehl, alle Emotionen haben ein biochemisches Substrat, das den Prozess ermoeglicht. Eine der letzten Entdeckungen waren die Sustanzen Dopamin, Serotonin und Noradrenalin, die die Gehirnfunktion modulieren koennen, vorallem die motorische Aktivitaet. Man kann dies an einer Person beobachten, zum Beispiel wie sich jemand bewegt, an Gesten oder auch Gesichtsausdruck. Bekannterweise, ein Defizit des Dopamin verursacht Parkinson’s Krankheit. Die neueren Arten von Medikamenten gegen Depressionen beinhalten diese Substanzen in einer oder der anderen Form. Die Behandlung kann eine Person zwar nicht gluecklich machen, doch kann sie dessen Funktionsfaehigkeit wieder herstellen, sollte die Krankheit diese beeintraechtigt haben.

    Paul Ekman fand in seiner Forschung, dass gewisse Emotionen universell sind. Derselbe Gesichtsausdruck fand sich in allen Kulturen, egal wie zivilisiert oder isoliert die Menschen vom Rest der Welt waren. Fuer ihn sind Emotionen diskret, messbar und physiologisch bestimmt. Er klassifizierte diese Grundemotionen als Zorn, Gluecklichkeit, Furcht, Abscheu, Traurigkeit und Ueberraschung. Allerdings ist das bereits eine recht fortschrittliche Entwicklung. Zu Beginn organischen Lebens waren nur nur zwei Komponenten notwending, naemlich Stimulus und Reaktion, die eine qualitative Dimension haben und die in einfachster Weise als ‚gut‘ oder ‚schlecht‘, oder als positiv oder negativ beschrieben werden kann, um im Rahmen der Physik zu bleiben. Das erlaubt dem Organismus jene Anpassung, die Ueberleben und weitere Entwicklung gewaehrleistet, wobei die DNS die Vorgaenge speichert. Mit den anwachsenden Ketten wachsen die Lebensformen, die qualitativen Dimensionen und Datenspeicherung.

    In diesem Zusammenhang sind Wohlbefinden und Schmerz die grundsaetzlichen und primitivsten Emotionen. Zum Beispiel ist der Trieb zu essen, der Befriedigung eines Unlustgefuehls zu verdanken, das Sattsein ist das erwuenschte Wohlbefinden.

    Manche moegen glauben, Schmerz ist eine Empfindung oder Sensation, nicht eine Emotion. Wie auch immer! Eine Empfindung ist ein Gefuehl und bedarf eines Stimulus, wobei ein Stimulus verschiedenster Natur sein kann. Gefuehle, Gemuetszustande, Emotionen, Affektionen sind Konzepte und differenzieren sich voneinander hauptsaechlich durch den Zeitfaktor, der dem Prozess zusteht. Eine Empfindung ist unmittelbar, man koennte sie als eine Reflexreaktion bezeichnen. Die Schnelligkeit des Prozesses ist ein Sicherheitsnetz fuer’s Ueberleben. Ein Gemuetszustand kann lange andauern und ist mehr weitlaeufig. Gefuehle sind kurz oder lang, dafuer spezifisch. Affekt beschreibt Reaktionen. Man kann vielleicht ein besseres Verstaendnis erlangen, wenn man sich vorstellt, dass der Gemuetszustand das ‚Klima‘ ist, in dem das ‚Wetter‘ (Affekt) stattfindet, das kalt oder nass oder windig (Gefuehle), sein kann. Emotionen sind die Stroemung, die allem zugrunde liegt. Empfindungen sind das Warnsystem, Sirenen, die vor speziellen Gefahren warnen. Unsere Sinne, Geruch, Sehen, Geschmack, Gehoer und Tastsinn sind verantwortlich fuer unsere Sensationen. Wenn sie stimuliert werden, loesen sie die Empfindungen aus, die so intim mit der Gefuehlwelt eines Individuums verbunden sind, dass man durchaus Gefuehle als Sensationen bezeichnen kann.

    In jedem Fall, die Sinne, oder das Sensorium, war ausschlaggebend fuer die Entwicklung komplexer Lebensformen, wobei der Tastsinn der erste Meilenstein war und der wichtigste von allen ist. Ohne Tastsinn wuerde es uns nicht geben. Es ist bekannt, dass zu frueh Geborene eine bessere Chance auf Ueberleben haben, wenn sie gestreichelt werden. Wir koennen mit Blindheit leben, doch ohne Tastsinn waere die Umwelt fuer jede Kreatur ein toedliches Risiko. Es ist tatsaechlich interessant, dem Weg der Sinnesentwicklung zu folgen, doch Histologiebuecher offerieren all die Details und sind eine empfehlenswerte Lektuere.

    Es ist notwendig, etwas naeher auf den Instinkt einzugehen, obwohl dieser nicht als Emotion betrachted wird, sondern als ein angeborenes Verhalten eines Lebewesens, das keines Lernens oder Erlernens bedarf. Instinkt ist ein Trieb, genau betrachtet ist er der absolute Motivator. Um beim Beispiel Nahrungstrieb zu bleiben, wir muessen essen wenn wir am Leben bleiben wollen. Keine Frage, Instinkt ist ein vererbtes Verhalten und braucht daher kein aktives Lernen, doch bevor es vererbt werden konnte, musste jenes spezifische Verhalten gelernt werden. Nur durch Wiederholung wird gelernt und automatisiert. Unser Gedaechtnis behaelt Information besser, wenn diese wiederholt wird. Ein Gedicht, Autofahren, ja selbst das Gehen muss so und so oft wiederholt werden, um das Gedicht zitieren zu koennen, ein kompetenter Autofahrer zu werden und uns auf zwei Beinen aufrecht zu erhalten. Wir moegen das Gedicht wieder vergessen, wenn wir es nicht staendig rekapitulieren, doch das Gehen verlernen wir nicht, weil wir es staendig tun. Es ist zu unserem Vorteil automatisiert worden, dank unseres plastischen Gehirn, das die Nervenbahnen, zustaendig fuer unser Gehen, festgelegt hat. Instinkt freilich ist, dass wir in jedem Fall auf zwei Beinen gehen. Doch dass unsere vierbeinigen Ahnen den Vorteil der zweibeinigen Fortbewegung entdeckt haben, kann nicht einem Instinkt zugeschrieben werden, sondern eher dem Umstand, dass ein vorteilhaftes Verhalten durch staendige Wiederholung automatisiert und schliesslich zum vererbten Bestandteil der Menschengattung wurde. Wir haben damit den Instinkt zum aufrechten Gehen internalisiert, so wie die Voegel das Fliegen, beides ein Produkt des gleichen Prinzips. Und wem koennen wir die Ehre geben? Der DNS natuerlich, die mit den Genen (das ultimative Gedaechtnis), die Informationen einkodiert, grad so als seien sie in Stein gemeisselt. Jede Spezie ist an seine genetische Information gebunden, doch neue Informationen koennen hinzugefuegt werden und Anpassung erfolgt je nach Bedarf oder Notwendigkeit.

    Charles Darwin war ueberzeugt, dass Emotionen fuer den Menschen einen bestimmten Zweck hatten, naemlich ein Hilfsmittel fuer Ueberleben und Kommunikation. Leider hat er dasselbe fuer die Tiere vertreten und darauf bestanden, dass Tiere Emotionen haben. Damit oeffnete er die Tore fuer die Forschung durch Tierexperimente. Die Grausamkeit mancher dieser Experimente kann jede sensible Person zum Weinen bringen. Zu wissen, dass Tiere fuehlen und ihnen trotzdem Leid anzutun, kann nie und nimmer gerechtfertigt werden.

    Instinkte, Gefuehle, Emotionen sind die urspruenglichen Motivatoren allen Lebens. Wir wollen uns gut fuehlen, nicht wahr? Also streben wir danach. Wir wollen uns auf keinen Fall schlecht fuehlen. Also vermeiden wir es so gut wir nur koennen. Wir ergreifen die Flucht, wenn wir Angst haben, wir spucken den Bissen aus, wenn er uns nicht schmeckt. Was auch immer wir tun ist mit unseren Gefuehlen verbunden und wie wir den besten Gefuehlszustand erlangen.

    Leider, je komplizierter eine Maschine ist, desto mehr Probleme koennen auftreten. In jedem Teil des emotionalen Prozesses, organisch oder auch psychologisch, kann ein Zusammenbruch erfolgen. Spaetestens dann wird es uns klar, dass wir nicht unbedingt Kontrolle haben. Menschen, die unter Angstzustaenden leiden, oder Panik Attacken, Phobien oder Depressionen haben, koennen das bestaetigen. Gluecklicherweise sind diese Krankheiten nicht unheilbar. Das Gehirn erlaubt naemlich Neuorganisation, den Wechsel des ‚modus operandi‘ (die Weise, wie wir Dinge tun). Es gibt spezielle Methoden, die gelernt werden koennen und Medikamente, die dem Kranken Erleichterung schaffen und seine Funktionsfaehigkeit wieder herstellen koennen.

    Wesentlich komplizierter ist die Behandlung, wenn ein organisches oder emotionales Defizit vorhanden ist. Es koennen zuviele Umstaende einer vollkommenen Rehabilitation im Wege stehen. Zum Beispiel der Verlust von Gehirnzellen durch Unfall oder Schlaganfall, mag fuer einzelne Patienten keine gute Prognose haben, zumindest nicht mit derzeitig erhaeltlichen Behandlungsmethoden und trotzdem im Prinzip, Gehirnzellen und Funktionen erneuert werden koennen.

    Emotionales Defizit hat noch viel weniger Aussicht auf erfolgreiche Behandlung, aus ganz anderen Gruenden. Es ist unwahrscheinlich, dass misshandelte Kinder jemals diesselbe emotionale Kapazitaet entwickeln koennen, das ihnen als Erwachsene ein Leben reich an emotionaler Fuelle ermoeglicht, wie es allen anderen zur Verfuegung steht. Die groesste Huerde, die jeglicher Behandlung im Wege steht, ist ihre Urangst und ihr Misstrauen gegenueber allem und jedem, vorallem anderen Erwachsenen gegenueber. Als Kinder waren sie gezwungen, durch Umstaende und elterliches Versagen, sich mit Taktiken und Strategien, so gut sie konnten, zu schuetzen und zu wehren. Sie ueberlebten, und das ist der Beweis, dass sie diesen Faehigkeiten trauen koennen, egal wie undienlich diese sind und wie ungluecklich es sie macht. Warum wohl sollten sie einem Psychiater trauen?!

    Affenjunge, grossgezogen ohne elterlicher Fuersorge, ohne sozialem Kontakt und ohne koerperliche Beruehrung, zeigten Entwicklungsstoerungen, geringere Intelligenz als Erwachsene, Aggressionen gegen andere und Unfaehigkeit ihre Jungen grosszuziehen. Es eruebrigt sich, darauf hinzuweisen, dass diesselben Konsequenzen in unseren Kindern zu finden sind, wenn ihnen die notwendige Fuersorge fehlt und gar, wenn sie misshandelt werden. Grausamkeit zu Tieren, die sie als Kinder begehen, ist eines der Warnsignale und ein Hinweis darauf, was ihre Situation und ihre Zukunft betrifft. Gefaengnis ist fuer viele die letzte Station.

    Es ist jedermann’s Pflicht und es obliegt jeder Gesellschaft, seinen und allen Kindern die beste Fuersorge zu geben, zum Wohle der Kinder und dem eigenen. Wenn diese fehlt, ist ein hoher Preis zu zahlen, und das bezieht sich nicht nur auf Gefaengnisse.

    Allerdings, selbst jene, die ein fuersorgliches Aufwachsen hatten, koennen manchmal von Emotionen ueberwaeltigt werden. Es ist gut zu wissen, dass alle Emotionen vergaenglich sind. Das ist natuerlich besonders willkommen, wenn wir leiden, weniger, wenn wir gluecklich sind. Darum jagen so viele dem Glueck nach. Doch suchen sie meist in den falschen Plaetzen.

    Sehr oft passiert es, dass wir mit einem Gefuehlsausbruch reagieren und mit unseren Gefuehlen Entscheidungen treffen, trotzdem es besser waere auf seine Vernunft zu hoeren. Falls das zu oft passiert, ist Vorsicht geboten. Es kann naemlich zu einer Gewohnheit werden, die nicht zweckdienlich ist.

    Manchmal sind Gefuehle so eng mit vergangenen Ereignissen verknuepft, dass eine Sinneswahrnehmung bestimmte Assoziationen ausloest. Es mag eine erfreuliche Angelegenheit sein, oder ein Trauma. Das mag ein bewusster Vorgang sein oder auch nicht. In jedem Fall ist es moeglich, falls es sich negativ auf unser Leben auswirkt, dies mit bestimmten Behandlungen zu korrigieren, auch wenn es nicht einfach sein mag. Doch unser Gehirn ist so entgegenkommend, wir koennen es trainieren.

    Offensichtlich, der Mensch hat das hoechst entwickelte komplexe System, was Intelligenz und Emotionalitaet betrifft. Keine andere Spezie hat es so weit gebracht. Leider bedeuted das eine imminente Gefahr. Es ist nach wie vor eine Frage des Ueberlebens, doch nun bedarf es einer sorgfaeltigen Balance zwischen den beiden, Intelligenz und Emotion. Intelligenz ohne Emotion ist zerstoererisch und im Extrem toedlich. So ist das aber auch mit Emotionen. Emotion ohne Vernunft ist ebenfalls toedlich. Falls die menschliche Rasse die Balance nicht findet, das Resultat ist leicht vorhersehbar. Die Warnsignale sind beireits ueberall zu sehen. Sollten diese nicht beachtet werden, ist es durchaus moeglich, dass der Mensch und viele andere Lebewesen dem Untergang nicht entkommen. Das mag vielleicht nicht das Traurigste sein. Doch es waere mehr als traurig sollte es heissen: Lebe wohl Mutter Erde! Lebe wohl Du wunderschoene Welt! Lebe wohl Blauer Planet!

    Hoffnung allein kann keinen Unterschied machen, nur Aktionen koennen das. Was es nun sein wird, kann man als Raetsel oder als Schicksal betrachten.

  • Ueber Bruederlichkeit

    Fraternité, vom lateinischen frater( Bruder), ist das Konzept der Bruderschaft, oder Bruederlichkeit. Es hat nicht unbedingt mit Verwandtschaft oder Geschlechtsorientierung zu tun. Es ist als ‚Interessensgemeinschaft‘ zu verstehen, eine Vereinigung von Menschen, die ein gleiches Interesse hat oder pflegt, sich dafuer einsetzt, oder die ein gleiches Ziel verfolgt.

    Es ist das dritte Motto der franzoesischen Konstitution. Interessanterweise, obwohl immer angenommen wird, dass fraternité ein Bestandteil der franzoesischen Revolution war, stimmt das nur bedingt. Die Revolutionaere konnten sich naemlich nicht darueber einigen, wie es sich mit ihrem Prinzip des Rechtes fuer den Einzelnen, Gleichheit fuer jeden einzelnen Buerger vereinbaren liess, da Bruederlichkeit kommunale Ideen propagiert, im Sinne der Gemeinschaft als Gegensatz zum Individuum, worum der Kampf schliesslich ging. Nach langem Hin und Her, hat der Gedanke der Wohlfahrt fuer alle Buerger den Sieg davon getragen und der Haarspalterei ein Ende gesetzt. Damit konnte die Triade Freiheit, Gleichheit, Bruederlichkeit zum Fundament des neuen Frankreichs werden. Seitdem haben andere Staaten aehnliche Prinzipien fuer ihre Konstitutionen entwickelt und das Motto ist schlichtweg so populaer wie wenige sich ruehmen koennen.

    Bruderschaften sind keine moderne Erfindung, sie haben eine lange Geschichte, und sind nach wie vor sehr populaer. Einige sind geheim, einige haben spezielle Anliegen, einige sind schlichtweg kriminell.

    Was auch immer sie tun, alle Mitglieder schliessen sich als Gleichgesinnte in der Verfolgung ihres Interessengebietes zusammen. Das mag nicht unbedingt die Zustimmung eines Monarchen finden, noch die einer lokalen Gemeinschaft, wie das Heinrich VIII demonstrierte, in dem er die Zuenfte verbot, oder die neuen Gesetze, die die Motorrad Chapters betreffen.

    Bruderschaften koennen ein politisches Werkzeug sein, wobei die Gewerkschaften absolut positive Aenderungen zu Gunsten der Arbeiter erzielen konnten, doch zeigten sie andererseits, wie sie mit ihren Aktionen eine Regierung und einen ganzen Staat ins wirtschaftliche Chaos bringen koennen. Es beweist, wie einfach es ist, etwas durchaus Wuenschenswertes zum Negativen umzufunktionieren. In einer Front wie „entweder seid ihr fuer uns oder gegen uns“, verliert sich der urspruengliche Sinn im Eignennutz, das fuer das Wohl der gesamten Bevoelkerung kein Interesse zeigt.

    Eine andere Art von Bruderschaften findet man auf den Universitaeten, manche folgen alten Traditionen und haben nur maennliche Mitglieder.

    Sozieterna’s Interesse in dieser Form von Bruderschaft ist bedingt, gekennzeichnet bei der grundsaetzlichen Ueberzeugung, dass das Wohlergehen anderer, einschliesslich der Umwelt wichtig ist. Das fundamentale Prinzip ist Bruederlichkeit. Es ist ein integraler Bestandteil ihres Soziallebens.

    Ihr Interesse in kommunaler Wohlfahrt geht weit ueber ihre eigene Gesellschaft hinaus und endet nicht mit anderen Nationalitaeten oder Rassen. Sozieterna hat die Wohlfahrt aller Lebewesen, alles Lebenden und alles Gegenstaendlichen im Sinn. Es reicht vom Mensch zum Tier zur Pflanze und Natur schlechthin. Alle Sozieternas teilen und beteiligen sich an Projekten und Anliegen sozialer, oecologischer und politischer Natur um das Wohlergehen aller zu gewaehrleisten. Bruederlichkeit ist fuer sie mehr als konzeptionales Denken. Es ist ein Gefuehl der Verbundenheit, Verwandtschaft im weitesten Sinne, oder Beziehung im engsten Sinn. Sozieternas wissen, ihre Bemuehungen um das Wohlergehen aller und allem ist letztlich Arbeit die nicht nur dem anderen dienlich ist, sondern ihnen selber zu Gute kommt. Da sie sich nicht als separate Lebewesen empfinden ist ihre Naechstenliebe letztendes die ultimative Eigenliebe.

    „Liebe deinen Nachbarn wie dich selbst“, „Tu dem andern wie du dir tust“, – klingt das bekannt?

    Sozieterna kann dem nur zustimmen, folgt diesem Prinzip aber nicht, weil es eine religioese Anweisung ist, sondern weil sie alle die universalen Bezueglichkeiten und Beziehungen verstehen, die alles und jeden miteinander verbinden und verwandt machen.

    Man koennte einen Vergleich anstellen. Ein Baum hat viele Blaetter, als einzelnes Blatt ist es eines von vielen, die an den weiten Aesten und Zweigen haengen, aber die vielen geben dem Baum sein Laubenkleid. Der Stamm traegt sie alle, aber da ist wesentlich mehr, das wichtig, jedoch nicht sichtbar ist, die Wurzeln. Sie sind ein System genauso weitaestig wie die hoelzernen Finger, an denen die vielen Blaetter haengen. Die Wurzeln sind tatsaechlich der Anker ihrer Existenz, versteckt in der Erde, geschuetzt von den Elementen und kontinuierlich am Werke, um Wachstum zu organisieren. Das Kanope ueber der Erde entspricht den Wurzeln unter der Erde, keines kann ohne dem anderen sein. Die Blaetter sind ueberaus wichtig, denn ohne sie koennte die Sonnenenergy nicht geerntet werden, ohne die Wurzeln kann der Baum nicht ueberleben. Die Verbundenheit zwischen oben und unten liegt im Baum, diese reicht weiter in die Erde und in den Himmel. Aber damit ist es nicht getan. Regen, Sonne, Wind, Tag und Nacht, die Rotation der Erde,- lieber Leser siehst du ein Element das allein verantwortlich oder der einziger Grund ist, dass es den Baum gibt?

    Es mag durchaus ueberwaeltigend erscheinen das Wohlergehen aller im Sinne zu haben. Sich fuer seine Mitmenschen einzusetzen ist bereits eine, wie es scheint, schwierige Angelegenheit. Sich fuer Tiere einzusetzen erst recht. Es wird als irrational beurteilt, ausser wenn es vielleicht einen Profit bringt. Sich fuer Baeume und Pflanzen einzusetzen, ist, generell gesehen, ein Zeichen wirklicher ‚Verruecktheit‘. Katzenfreundin? Blumennarr? Es erregt im allgemeinen keine positiven Assoziationen.

    Gluecklicherweise ist in den letzten Jahren diesbezueglich grosser Fortschritt gemacht worden, was jenen Tierfreunden und Pflanzenliebhabern zu verdanken ist. Wissenschaft, Technologie und vorallem die Medien berichten ueber die hoechst wunderbare Welt von Fauna und Flora, die solange im Verborgenen blieb. Die Tatsachen sind mehr als erstaunlich im wahrsten Sinne des Wortes, oder gar fantastisch, da sie die jede Fantasie uebertreffen koennen. Um ein Beispiel zu geben, eines Morgens, waehrend ich mit dem Auto in die Arbeit fuhr, das Radio einschaltend, hoerte ich eine Aufnahme von Vogelgezwitscher und Gesang, wie es manche Arten von Voegeln so zauberhaft meistern. Es war unwahrscheinlich reich in seinem Gemisch aus Toenen und Melodie, wahrscheinlich eine Nachtigal, so dachte ich. Es war kein Vogel, wie sich herausstellte, sondern Walgesang, das ein Wissenschaftler, im Experiment aus welchen Gruenden auch immer, und gut, dass er es tat, durch die Erhoehung der Geschwindigkeit im Abspiel der Aufnahme erzielte. Es besteht keine Absicht weiter darauf einzugehen, aber es ist durchaus bezeichnend, im Sinne des Themas der evolutionaeren Verwandtschaftlichkeit.

    Im Kontrast dazu, steht die Stellungnahme eines anderen Wissenschaftlers, der ernsthaft den Vorschlag macht, Atomenergie als Retter der globalen Klimaveraenderung zu forcieren. Er koennte grad so gut sagen, ‚Schuetten wir das Kind mit dem Badewasser aus.‘ Praktisch heisst das, wenn uns der Hunger nach wirtschaftlichen Fortschritt an den Rand der globalen Vernichtung bringt, dann lass das Ende wirklich vernichtend sein, naemlich so komplett, dass wirklich nichts eine Chance auf’s Ueberleben hat, ausser vielleicht die einfachsten Organismen, Bakterien zum Beispiel.

    Freilich, man koennte argumentieren, dass es wirklich keine Rolle spielt. Ein toter Planet mehr im Universum, wen kuemmert das schon? Niemand wuerde erfahren welch dumme Kreatur dafuer verantwortlich war, denn bis jetzt hat man kein anderes intelligentes Leben im weiten All entdeckt, das Notiz nehmen koennte. Selbst das „Juengste Gericht“ hat keinen Schrecken, denn Gott vergibt allen Suendern, weil er uns alle liebt.

    Jemand, der glaubt, dass der Atomabfall so sicher begraben werden kann, dass er niemals wieder ans Tageslicht kommt, ist Opfer einer Delusion. Delusion in seiner Definition heisst, von etwas unabaenderbar ueberzeugt zu sein, entgegen aller Beweise zum Gegenteil. Es ist daher nicht ueberraschend, dass Japan’s letzte Katastrophe mit Erdbeben und Tsunami, keine Warnung darstellt, trotzdem ein Atomkraftwerk beschaedigt wurde, mit den entsprechenden Konsequenzen.

    Es mag durchaus stimmen, falls natuerliche Umstaende unsere Erdkruste aufspalten oder ein Asteroid die Erde trifft, die Konsequenzen koennten einem Weltuntergang gleich kommen, ein bisschen Atomabfall wuerde dabei nicht ins Gewicht fallen. Doch solche Debatten sind reiner Unsinn. Es geht nicht darum, Spekulationen ueber die moeglichen Dimensionen einer Naturkatastrophe anzustellen. Es geht darum, was die Menschheit tut, um die Welt im besten Zustand zu erhalten, so dass sie ihrem Nachwuchs ein gutes Erbe hinterlaesst anstatt einer desolaten und fragwuerdigen Zukunft.

    Wie auch immer, Traurigkeit oder Resignation bringen keine Loesung, sind aber ein Grund mehr, nach Loesungen zu suchen. Ist ein Blatt am Baum wichtig? Absolut!

    Jede einzelne Initiative ist wichtig. Wobei es unwichtig ist sich an anderen zu messen. Seine eigenen Kriterien sind ausschlaggebend, solange sie das Wohl aller beinhalten. Seine Initiate mit anderen zu synchronisieren ist allerdings sinnvoll, da vereinte Aktionen an Momentum gewinnen das die Gestaltung der Zukunft wesentlich schneller vor sich gehen laesst, als es ein einzelnes Blatt bewerkstelligen koennte.

    Es stellt sich die Frage, warum wir uns ueberhaupt bekuemmern sollten. Allein im Universum, verbannt vom Paradies, Gott nirgendwo zu sehen. Der Tot kann tatsaechlich nicht schnell genug kommen, um dem Schmerz ein Ende zu bereiten.

    Die Antwort ist einfach. Wenn wir uns nicht bekuemmern, kommt die Jagd nach der Glueckseligkeit, die sich jeder wuenscht, dem Versuch gleich, den Regenbogen einfangen zu wollen. Der Tot ist uns gewiss, nicht aber das Glueck.

    Wenn wir uns jedoch bekuemmern, ob in Eigeninitiative oder im Kollektive, dann hat Glueckseligkeit eine echte Chance, sich zu entfalten. Es ist moeglich, ein Paradies zu schaffen, wenn auch nicht perfekt, doch gut genug in jedem Fall. Die Suche nach anderen Lebewesen im Kosmos bringt Abenteuer, stimuliert unsere Neugierde und Erwartungen, und der verzweifelte Versuch Gott zu finden, verliert sich von selbst, denn es mag die Erkenntnis aufkommen, dass nicht Gott die Menschen verlassen hat, sondern sie ihn.

    Es bleibt abschliessend nur zu sagen, dass Bruederlichkeit, so wie Sozieterna das sieht, inklusive ist, im Interesse des Wohlergehen aller, mit Respekt fuer allem, was die Natur offeriert. Sozieternas lieben das Leben in all seinen Formen und Gestalten, grad so, wie sie ihr eigenes lieben.

  • Ueber Gleichheit

    Die Definition des Wortes besagt, es ist ein ‚Zustand der gleich ist‘ oder ‚Gleicher Status‘ oder ‚gleich sein‘. Das mag qualitativ, quantitative sein, in Wert oder Grad, Gestalt oder Form.In der Mathematik ist es ein Symbol fuer die Tatsache dass 2 Quantitaeten gleichen Masses sind oder symmetrisch. Gleich sein heisst aber nicht unbedingt, identisch sein, oder dass Etwas dasselbe ist.

    Sozieterna’s Perspektive stimmt mit dem politischen und sozialen Konzept von Gleichheit in den westlichen Demokratien ueberein, da es allen Menschen zusteht, egal welchen Geschlechts sie sind, welcher Rasse sie angehoeren, welchen Status sie haben, wie alt sie sind, oder welche physische Merkmale ihnen eigen sind, welcher Religion sie zugehoeren oder welche Faehigkeiten sie haben. Sozieterna’s Ansicht aber ist, das es weit darueber hinausgeht und alle Schoepfung inkludiert.

    Moderne Gesellschaften sehen dies als essentielle und fundamentale Grundlage ihrer Kultur, denn es gewaehrt allen die gleichen Rechte, macht alle gleich vor dem Gesetz, gibt allen die gleichen Gelegenheiten fuer Arbeit, Ausbildung, Zugang zu medizinischen und sozialen Einrichtungen und Freiheit der Wahl. Leider ist die Praxis lueckenhaft, trotz vorhandener Legislation und dessen aktiver Anwendung. Das liegt daran, dass dieses Konzept noch zu jung ist um sich in der individuellen Psyche verankert zu haben. Sozieterna’s Konzept von Gleichheit fuer alle geht darueber aber weit voraus. Es beinhaltet alle Schoepfung, denn alles hat den gleichen Ursprung, ist von derselben Materie und haengt voneinander ab, egal wie verschieden die Formen und Presentationen sind.

    Es ist der franzoesischen Revolution zu verdanken, ein Meilenstein in der politischen und sozialen Entwicklung westlicher Demokratie, dass Gleichheit in das kollektive Bewusstsein eines Volkes eingepflanzt werden konnte. Es ist allerdings kein individuelles psychologisches Konzept. Menschen sind Gruppen- Herdentiere. Das ist zweckdienlich, aber nicht mehr. Es foerdert Hierarchie aber nicht Gleichheit. Evolution ermoeglichte den Anstieg von der biologischen Instinktebene zur intellectuellen Platform der Zivilisation. Der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen, mag unter Umstaenden jedoch nie seinen Hoehepunkt erreichen. Es gibt noch zuviele biologische Fesseln. Geist ueber Materie, – wie viele Menschen koennen sich schon ruehmen Kontrolle ueber ihren Koerper zu haben, erst recht ueber ihren Geist?

    Wenn auch die erfolgreichste, Menschen sind bei weitem nicht die einzige komplexe Gesellschaft, die die Natur produziert hat und schon garnicht die aelteste. Sie fuehlen sich den anderen ueberlegen, aber das ist ein Fehler und wahrscheinlich ihr Untergang. Wer schon betrachtet Ameisen, Termiten, Bienen, Korallen oder andere Kolonien von Tieren, Voegel und Fisch, als Lebewesen, die ein gesellschaftliches Leben fuehren, das einer zivilen Organisation aehnlich ist? Die meisten Menschen ziehen nicht einmal in Betracht, dass Intelligenz nicht nur dem Menschen zugestanden wurde, sondern tatsaechlich allen Organismen eigen ist. Der Mensch versteht Gleichheit nicht einmal in seiner hoechst einfachen Bedeutung. Welches Recht hat die menschliche Rasse sich fuer besser zu halten als alle anderen? Weil Gott es so gesagt hat? Welcher Gott? Kein Gott hat jemals gesagt, missbraucht Eure Macht, zerstoert die Welt, seid grausam zu den Tieren und toetet Euresgleichen.

    Ameisen verdienen den selben Respekt fuer ihre hoch spezialisierten Kolonisationsmethoden, grad so gut wie der Mensch es fuer sich selber beansprucht. Bienen koennen fuer ihr Spezialistentum genauso bewundert werden, wie der Mensch sich ruehmt. Korallen verdienen durchaus den Titel Meister der urbanen Staedteplanung. Sie hausen alle in hoechst wunderbaren Gebilden auch wenn es unter Wasser ist. Sie sind dabei weniger zerstoererisch als die Menschen. Freilich ist das dem Umstand zuzuschreiben, dass andere Lebewesen natuerliche Feinde haben, die ihre Aktivitaeten unter Kontrolle halten. Es gibt nur wenige Elemente, die dem Menschen Einhalt gebieten.

    Gleichheit heisst nicht nur gleiches Recht fuer den Menschen, gleiche Gelegenheiten fuer sie, gleiche Guthaben sie. Das gilt fuer alle, einschliesslich Tiere und Pflanzen. Wir sind alle vom gleichen Material, wir atmen die selbe Luft, wir haengen voneinander ab, haengen ab von Mutter Erde, beduerfen der Sonne und des kosmischen Meers.

    Unser Anspruch, dass wir mehr Gehirn haben als andere Kreaturen, mehr Intelligenz, mehr Sophistikation, heisst nicht, dass wir mehr wert sind. Tatsaechlich heisst es, dass wir eine groessere Verpflichtung haben, naemlich jenen zu helfen, die weniger beguenstigt sind. Es mag uns Macht geben, aber nicht das Recht auf Dominanz, noch das Recht die Natur zu missachten.

    Menschen sind Opfer ihres eigenen Machtkampfes, der in ihrem eigenen kleinen Gehirn stattfindet. Je mehr Gehirn und Gehirnfunktionen sie haben, desto mehr zerstoererisch sind die Kaempfe und desto mehr zerstoeren sie die Umwelt, ausser dem ueberladenen Egoismus koennen Grenzen gesetzt werden. Das Gehirn kann dabei durchaus helfen, da es die Faehigkeit hat, neue Bahnen und Weichen zu legen. Geist ueber Koerper, Macht ueber Ego kann nicht helfen, den Sprung in eine andere Dimension zu tun, das allen ein besseres Leben erlaubt. Solange der Mensch sich darauf konzentriert mehr Macht zu gewinnen, als Individuum oder als Spezie ist er in einer Sackgasse. Die Menschheit hat bereits mehr Macht, als sie meistern kann. Mit Macht kommt Verantwortlichkeit, doch leider ist davon nichts zu sehen. Das ‚Ego‘ ist hauptsaechlich an Macht interessiert, es hat selber naemlich keine. Es mag von Verantwortung nichts hoeren, denn die ist es, die dem Machthunger Grenzen setzt.

    Zweifelsohne, die moderne Zivilisation und alle ihre Errungenschaften sind willkommen. Weltraumforschung, Neurologische Wissenschaften, Genetische Medizin, alle Fortschritte, technologisch, biologisch, welcher Art auch immer, sind Gruende zum Feiern und sollten weiterverfolgt werden, aber nur, wenn Verantwortlichkeit Bestandteil jeglichen Fortschrittes ist.

    Indem das Konzept politischer und sozialer Gleichheit auch in der demokratisch orientierten westlichen Zivilisation noch mit seinen Nachgeburtswehen hadert, kann man nur annehmen, dass es anderswo noch ziemlich weit in der Ferne liegt. Wie optimistisch kann man daher sein was die Zukunft der Menschheit betrifft? Der Leser mag seine eigenen Schlussfolgerungen ziehen, am besten im Sinne von Analyse, und nicht um Schuldige zu finden; als Selbstschutz wohlgemerkt!

    Doch betrachten wir wie moderne Demokratien mit dem Prinzip der Gleichheit umgehen. Wie bereits erwaehnt, die Notwendigkeit einer Legislatur, ist deshalb bedeutend, weil es fuer den Einzelnen keine natuerliche Verhaltensweise ist. Es ist allerdings offensichtlich, dass es einen sinnvollen und erwuenschten sozialen Fortschritt darstellt, der Vorteile bringt. Freilich, mit dem Gesetz gibt es auch den Gesetzesbrecher, jene die das Gesetz umgehen und solche, die beides tun, aber dem Gesetz entgehen. Es ist es jedoch eine positive Grundlage und ein Instrument, das, je mehr es angewendet wird, eventuel zu einer internalisierten Verhaltensaenderung fuehrt und schlichtweg neue Normen schafft.

    Es steht damit aber auch fest, dass Diskriminierung, Noetigung, unfaire Auslese und Arbeitsbedingungen noch immer alltaeglich sind, doch ist es wesentlich schwieriger diese zu rechtfertigen.

    Leider koennen Buerokraten in ihrer missverstandenen Gewichtigkeit die Auslegung der Gesetze ins Laecherliche ziehen. Das schaedigt und unterminiert den Wert, das dem Konzept der Gleichheit zusteht.

    Es besteht obendrein eine ziemliche Verwirrtheit was Diskriminierung betrifft. Manche fuerchten sie koennten als intolerant bezeichnet werden und Angstzustaende kommen auf, wenn sie mit einem Dilemma konfrontiert sind, das ihre Toleranz herausfordert oder gar unmoeglich macht. Der Versuch kulturelle Vielfalt zu vereinen kann Schwierigkeiten bringen, doch muss es nicht unbedingt ein Problem sein.

    Jedes Land hat seine eigene culturelle Identitaet, die sich in der sozialen und politischen Strucktur reflektiert zu denen sich die Buerger bekennen. Gesetze liefern das Mass akzeptabler Verhaltensweisen. Zumindest in den westlichen Demokratien hat jeder Buerger dieselben Rechte und ist gleich vor dem Gesetz. Auch wenn das Prinzip der Gleichheit Luecken aufweist, es bestimmt die Lebensweise seiner Buerger. Offene Grenzen und der Zulauf von Fremden mit anderen Lebensvorstellungen, bedeuted nicht, dass ein Land seine Soveraenitaet aufgibt, noch dass es sich verpflichtet, Fremdes zu akkommodieren. Gleichheit als Status von Wert erlaubt alle Verschiedenheiten, doch Gleichheit in politisch und legislativer Weise misst alle mit dem gleichen Mass, es unifiziert, ohne Ausnahme, so sollte man erwarten koennen. Ob man die Gesetze eines Landes mag, ist natuerlich eine andere Frage, aber es ist dessen Volk, das sich um deren Gesetzbarkeit kuemmern muss, nicht der Gast. Allerdings, jene Laender, die Menschenrechte missachten, sollte durchaus auf seine Missstaende aufmerksam gemacht und seine Praktiken nicht in missverstandener Toleranz einfach akzeptiert werden. Wegschauen, wenn andere Menschen leiden, ist nie akzeptabel.

    In den westlichen Demokratien ist es egal, ob man einen komischen Hut traegt oder einen Kopfschal. Es ist eine Angelegenheit der freien Wahl. Niemand kann gezwungen werden, das eine oder andere oder weder noch zu tragen. Jemand der Gesetze missachtet, macht sich schuldig, was konsequenterweise zur Strafverfolgung fuehrt, egal was er sich als Kopfschmuck aussucht.

    Wenn Kulturen fundamental so unterschiedlich sind, dass die eine Partei sich diskriminiert und verletzt fuehlt waehrend die andere sich staendig kritisiert und in Frage gestellt sieht, ist es besser so schnell wie moeglich zu intervenieren. Tolerant zu sein ist schoen und gut, manipuliert zu werden oder sich manipulieren zu lassen hat nichts mit Toleranz zu tun. Allerdings, Konfliktresolutionen beduerfen der Logik, nicht der Emotionen. Diese eskalieren zu schnell und verhaerten die Fronten.

    Verschiedene Kulturen koennen miteinander auskommen doch bedarf es gegenseitiger Toleranz. Es ist weniger erfolgreich, wenn eine Minderheit sich in einer artfremden Kultur etablieren will, in dem sie ihr eigenes Land auf der Suche nach einem besseren Leben hinter sich lassen. Es ist kaum ueberraschend wenn sie feststellen, dass das neue Land weder ihre Erwartungen noch ihre Traeume erfuellt und sich weigert neue Regeln einzufuehren oder Ausnahmen zu den bestehenden erlaubt. Logik sagt, dass die eine Partei sich von ihren falschen Hoffnungen befreien muss, waehrend die andere sich von ihrer unbegruendeten Furcht zu befreien hat. Beide Gruppen muessen sich allerdings klar werden, was ihre Prioritaeten sind und wozu sie sich verpflichten wollen ohne die Erwartung, dass die andere Partei ihre Zustimmung gibt. Die einen muessen sich fuer oder gegen das neue Land entscheiden, die anderen muessen ihre eigenen Kriterien staerken. Zweideutigkeit, egal welcher Art, kann nicht funktionieren. Sogar kleine Kinder sehen wenn Eltern das eine sagen aber das andere tun. Es schafft Verwirrung und Misstrauen.

    Das Konzept der Gleichheit ist zweifelsohne eine positive Entwicklung fuer die Menschheit schlechthin. Man kann nur hoffen, dass es sich ueber die ganze Welt ausbreitet, dass es neue Bahnen und Schaltstellen im Gehirn produziert und dass es das biologische Substrat mit der intellektuellen Essenz verbindet, so dass es allen Lebewesen, allen Pflanzen und der Erde schlechthin zu Gute kommt. Das sollte absolut kein Problem sein, denn man braucht sich nur daran zu erinnern, welchen Ursprung alles hat und welche Beziehungen zwischen allem und jedem bestehen

  • Ueber Freiheit…

    Freiheit ist eines der sozialen Prinzipien von Sozieterna und es ist kontitutionel. Es ist allerdings mehr als jene Freiheit, die von der franzosischen Revolution propagiert wurde, welche essentiel ein politischer Aufruf war, sich der französchen Monarchie und ihrem verschwenderischen sowie despotischen regime zu entledigen.

    Freiheit ist für Sozieterna eine Kraft und ein Zustand, sie hat also doppelte Eigenschaft. Als Kraft hat sie Bestimmung, als Zustand ist sie nicht mehr als eben das, ein Zustand. Sozieternas benützen Freiheit, sowohl wie sie Freiheit haben. Das drückt sich beispielgebend in ihrer sozialen Organisation aus und ebenso in ihrer persönlichen Orientierung.

    Freiheit als Kraft, oder Vector, ist und hat Aktion sowie Re-Aktion. Sie unterliegt der Manipulation aller anderen Elemente der Materie, wobei alles in seiner Gesamtheit vom Gesetz der Physik geregelt wird. Generel gesehen ist Freiheit ein „Gesetzesbrecher“, denn sie hat den Drang aus jedem Status Quo auszubrechen. Ist der Status Quo Chaos, strebt sie nach Ordnung und Balance, ist der Status Ordnung, ihr Ausbruch schafft Chaos. Es versteht sich von selbst, dass ein Beobachter, der diesen Ausbruch von aussen verfolgt, diesen unterschiedlich sieht oder auch erlebt, als derjenige, der im Geschehen beteiligt ist, gradso wie es in der physikalischen oder auch mechanischen Beschreibung zum Ausdruck kommt. Spezielle Bedeutung haben dabei Fliehkraft und Anziehungskraft. Der Unterschied beginnt bereits mit den verschiedenen Voraussetzungen, nämlich ob ein inertes System vorliegt oder ein Rotationsfeld im geschlossenen Bezugssystem. Die meisten sind wahrscheinlich mit dem Begriff Zentrifugalkraft bekannt und vielleicht noch mit Zentripetalkraft. Wir sind auf jeden Fall alle mit der Schwerkraft vertraut. Nun, theoretisch kann man argumentieren, dass es keine dieser Kräfte wirklich gibt, nichts desto trotz kann sie der Beteiligte und der nicht beteiligte Beobachter erleben, wenn auch in unterschiedlicer Qualität und mit unterschiedlicher Auslegung. Das Wesentliche ist, dass die eine Kraft nichts wie weg will, während die andere ganz und gar dagegen ist, loszulassen. Als Aussenstehender kann man dieses Dilemma sehen, als Teilhabender erlebt man es.

    Freiheit als Zustand hat nichts von dem, es ist frei von allem, es ist.

    Unsere mentale und emotionale Welt ist nichts anderes als eine Sublimation natürlicher Kräfte, jeder Kraft, um genau zu sein. Alle Lebewesen sind von diesen Kräften abhängig. Die höher entwickelten erleben diese Kräfte gefühlsmässig, sind also emotianal. Die einzigen die darüber theoretisieren sind wir Menschen.

    Alle Lebewesen streben nach Freiheit, nicht nur wir Menschen, vorallem wenn sie Misshandlungen ertragen muessen. Manche mögen das Instinkt nennen, doch das kann nicht erklären, dass Tiere den Menschen nicht fliehen, solange sie seine Gefährlichkeit noch nicht erlebt haben.

    Wenn man in Betracht zieht, dass wir alle aus Materie bestehen und damit physikalischen Gesetzen unterworfen sind, könnte man meinen, dass wir tatsächlich keine Freitheit haben. Denn sobald wir von Materie reden, haben wir Ordnungen zu befolgen. Sobald wir einen Körper haben, sind wir im Gefängnis.

    Haben wir vielleicht nur geistige Freiheit? Nun, wenn wir in Betracht ziehen, dass alle unsere geistigen Funktionen von unseren Gehirnen abhängt, seinen Nervenbahnen, Schaltstellen, Hardware, Software, was auch immer beliebt, dann ist die Antwort, nein. Man bedenke, wie unterschiedlich wir sind. Manche sind intelligent, andere „hirnlos“. Wir hängen von der Qualität unseres Gehirns ab, unseren Neuronen, Neuro-Hormonen, Neuro-Chemikalien, die uns gestatten zu denken, zu fühlen. Allerdings, die Ahnung von Freiheit ist vorhanden und damit kann Freiheit konzeptionalisiert werden, wobei seine Bedeutung als Kraft, die aller Materie eigen ist, die mit aller Materie verbunden ist und damit absoluten Regeln folgt, nicht bewusst registriert wird. Also da ist Freiheit? Selbstverständlich, schliesslich ist sie eine Kraft. Kraft geht nicht verloren. Seine Implikation ist allerdings relative.

    Freiheit als Kraft in Bewegung hat Richtung. Sie versucht ständig sich zu ‚befreien‘ und sie ist städig mit der Konsequenz ihrer Aktion konfrontiert, eben Reaktion,die sie auslöst, Kraft und Gegenkraft; und mit dem Problem ihre ursprüngliche Zugehörigkeit zu überwinden, die zu allem Überdruss, nicht loslassen will.

    Kann Freiheit eliminiert werden? Nein, zumindest nicht, solange das Universum sich bewegt. Kann sie verhindert werden werden? Ja, aber es ist damit wie mit der Frustration, sie wird bloss einen anderen Weg finden.

    Da es relative Freiheit gibt, stellt sich die Frage, gibt es die absolute Freiheit? Allerdings! Doch sie ist so verschieden von dem was man sich erwarted. Sie ist ein Paradox ‚par excellance‘. Absolute Freiheit ist ein Zustand, der nur erreicht wird, wenn man der Kraft seine Bewegung nimmt. Sie ist damit keine Kraft mehr, sondern Macht. Man assoziiert dies nicht mehr mit Freitheit, denn es benimmt sich nicht wie Freiheit, ja man könnte meinen es hat mit Freiheit garnichts zu tun. Tatsache ist, dass Freiheit nur dann absolut sein kann, wenn es absolut nichts gibt, nachdem es strebt. Wie der Buddhist sagen würde, es ist erstrebenswert sich seiner Begierden zu entledigen. Buddha sagt naturlich, das selbst das Erstrebenswerte nur eine Begierde ist, dessen man sich entledigen muss. Das heisst im Falle von Freiheit, Freiheit kann nur absolut sein, wenn Freiheit ein Zustand ist, wenn Freiheit ist.

    Jeder Mensch kann diesen Zustand absoluter Freiheit tatsächlich erleben, wenn auch nur wirklich nur sehr kurz. Diese Zeitspanne liegt zwischen dem Ende einer kompletten Ausatmung und dem Beginn eines neuen Atemzuges. Atemübungen, wie sie Menschen mit Angstzuständen und Panikattacken gelehrt werden, wenn sie korrekt gelehrt werden, weisen die Person an, mit dem Ausatmen sich von allem zu entledigen, und nicht sofort mit dem Einatmen zu beginnen, sondern zu warten bis dieses von selber kommt, was es in jedem Fall tut. In dieser kurzen Zeitspanne von ‚weder-noch‘, kann der Körper und alle seine Funktionen zum Stillstand kommen, sich der ultimativen Rast und Frieden hingeben. Das ist Freiheit in seiner absoluten Glorie, wahrlich ein flüchtiger Einblick in das Nirvana, von dem alle Hindus träumen. Es erlaubt dem lebenden Körper, dem Geist, der Seele einen Augenblick in der Welt der stillen Existenz zu verweilen ohne tot zu sein. Es sei darauf hingewiesen, dass das Nicht Atmen nicht die absolute Freitheit darstellt, noch dass im Tot absolute Freiheit liegt, wie man so sagt. Das heisst nur, dass wir frei von unseren Körpern sind, eine Art von Freiheit ganz gewiss, aber es ist relative Freiheit.

    Absolute Freiheit mag allerdings nicht unbedingt ein Zustand der Seligkeit sein, wie man glauben möchte. Zumindest ist er nicht der Einzig mögliche. Chaos, zum Beispiel kann Furcht erwecken, ist möglich oder co-existent.

    Nachdem nun die zwei Seiten der Freiheit behandelt worden sind, mag es sinnvoll sein, sich mit seinen realen Ausdrucksformen zu beschäftigen, wenn auch nicht im Detail.

    Jeder hat erlebt, wie unterschiedlich Menschen zum Thema Freiheit Stellung nehmen. Zu oft finden wir, dass unsere Ansichten nicht die Zustimmung anderer finden. Das ist natürlich dem Umstand zuzuschreiben, dass wir Verschiedenes erstrebenswert finden.

    Fairerweise muss gesagt werden, dass die meisten Menschen nach Freiheit streben, um ein besseres Leben führen zu können.

    Das stimmt natürlich insoferne es sich um humanitäre Ziele handelt. In einer Gesellschaft zu leben, die frei ist von Unterdrückung, Folter, Verfolgung ist natürlich erstrebenswert. Sich frei ausdrücken zu können, Freiheit der Wahl zu haben, sich frei bewegen zu können gibt uns als Individuum auch eine Gelegenheit sich bedeutsam zu fühlen in einer, an sich anonymen, Menschenmenge.

    Aber der Kampf um Freiheit ist endlos, tatsächlich in erschreckender Weise, werden doch Kriege darüber geführt, denn was für den einen Freiheit ist, ist für den anderen eine Fessel. Das heisst aber nicht, dass dem Freiheitskämpfer die Ehre genommen werden sollte. Es heisst aber sehr wohl, dass man kritisch bleiben muss worum wirklich gekämpft wird.

    Selbst in einer Demokratie ist Freiheit limitiert. Da sind die Gesetze, soziale Ettikette, da sind die wirtschaftlichen Grenzen die uns einschränken und die Bedrohung gegen unsere Lebensweise, nur weil es dem anderen nicht gefällt, aus welchen Gründen auch immer.

    In unserem persönlichen Bereich kämpfen wir gradso gut. Wir leiden unter körperlichen und psychischen Qualen, verursacht bei unserer Umwelt, aber schlimmer, verursacht bei Konflikten die wir in uns haben, unseren eigenen Dämonen, wenn man so will. Tatsächlich sind diese der Grund warum Gesellschaften Gesetze brauchen, denn ohne sie, würde die Hölle auf Erden noch schlimmer sein, als sie es bereits ist.

    Freiheit? Oh Freiheit! Ach, Herr President, gib uns Brot, gib uns Spiele, pass auf uns auf, beschütze uns! Aber vergiss nicht, falls Du uns nicht gibst, was wir wollen, wir wählen uns einen anderen Presidenten, der verspricht, er kann. Oh Gott, gib uns Liebe, gib uns Frieden, gib uns Glückseligkeit, doch unsere Gebete sollten wohl besser lauten, bitte vergib uns unser Vergessen, dass Du uns die Freiheit der Wahl gegeben hast.

    Sollten wir jemals unser Streben nach Freiheit aufgeben? Nein, natürlich nicht! Solange Menschen und Tiere in Umständen leiden, sollten wir niemals müde werden, für die Prinzipien der Freiheit einzutreten und aufzutreten, wie relativ diese auch sein mögen.

    Aber über all dem, das wirkliche Ziel ist, jene Balance in uns selber zu finden, welche Verantwortungsbewusstsein, Selbstkontrolle und humane Integrität fördert, so dass wir mit den Problemen der relativen Freiheit produktiv umgehen können und das uns erlaubt, die Konsequenzen der absoluten Freiheit zu handhaben und schliesslich und endlich beide im besten Sinne geniessen zu können.