{"id":3205,"date":"2013-09-17T08:35:00","date_gmt":"2013-09-17T08:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/axisdata.com.au\/de\/feminas-artikel\/uber-vorspiegelung-vortauschung-und-vortauschen\/"},"modified":"2026-09-04T08:36:43","modified_gmt":"2026-09-04T08:36:43","slug":"uber-vorspiegelung-vortauschung-und-vortauschen","status":"publish","type":"feminas-artikel","link":"https:\/\/axisdata.com.au\/en\/feminas-artikel\/uber-vorspiegelung-vortauschung-und-vortauschen\/","title":{"rendered":"\u00dcber&#8230; Vorspiegelung, Vort\u00e4uschung, und vort\u00e4uschen"},"content":{"rendered":"<p>Sicherlich besteht hier keine Notwendigkeit diese Worte zu definieren, doch mag es das Wesentliche dieses Beitrages klarstellen.<\/p>\n<p>Vorspiegelung ist der Versuch etwas vorzut\u00e4uschen, das nicht der Tatsache entspricht. Vort\u00e4uschung ist der Versuch etwas als so erscheinen zu lassen, das nicht so ist. Vort\u00e4uschen ist ein Akt der etwas vorspiegelt, das nicht so ist.<\/p>\n<p>\u00dcblicherweise dient es dem Zweck sich einen Vorteil zu schaffen, weil man mehr sein will, mehr haben will, mehr angibt als man wirklich tut. Einfach gesagt, es entspricht nicht den Tatsachen, ist also nicht wahr.<\/p>\n<p>Wer hat Interesse daran von der Wahrheit abzuweichen? Es gibt verschiedene Gr\u00fcnde, doch haupts\u00e4chlich ist es, weil wir etwas erreichen oder verstecken wollen. <\/p>\n<p>Vorspiegelung oder Vort\u00e4uschung ist nicht nur unter Menschen zu finden. In der Natur erf\u00fcllt es einen ganz besonderen Zweck. Es dient dem \u00dcberleben. Camouflage Taktik sch\u00fctzt vorm Gefressen werden und erm\u00f6glicht andererseits erfolgreiche Nahrungsbeschaffung. Wer ist nicht beeindruckt von dem, was sich Chamelion, Steinfisch oder Leopard in diesem Sinne einfallen lassen, um nur einige zu nennen. Wer ist nicht verbl\u00fcft \u00fcber die Existenz Insekten vertilgender Pflanzen, die so freiz\u00fcgig ihren s\u00fcssen Nektar anbieten, aber tats\u00e4chlich nur ihre eigene Mahlzeit organisieren?<\/p>\n<p>Der Mensch ist der einfallsreichste Trickster. Wir haben alle anderen Kreaturen \u00fcbertroffen. Wir brauchen keine Tricks mehr um in einer wilden Natur  \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Wir brauchen tats\u00e4chlich keine Vorspiegelung oder Vort\u00e4uschung, wir brauchen uns nicht zu verstellen. Dass wir es allerdings noch immer tun, liegt wohl an unserem tierischen Erbe, und zu allem \u00dcberdruss hat es sich nun gegen uns gekehrt, in so vielf\u00e4ltiger Weise, dass es absulut unserer Aufmerksamkeit bedarf.<\/p>\n<p>Heutzutage fangen wir Fische zum Vergn\u00fcgen, Tiere f\u00fcr unseren Stolz, Menschen zur Ausbeutung. Unsere Vort\u00e4uschungsf\u00e4higkeiten haben sich sublimiert aber leider haben sie ihren tierischen Ursprung nicht verloren.<\/p>\n<p>In unserer industrialisierten Welt, Vorspiegelungen und Vort\u00e4uschen haben den Zweck,  sich Geld, Profit oder andere materielle G\u00fcter zu beschaffen. Wir sind noch immer von Angst besessen, dass wir nicht \u00fcberleben k\u00f6nnen, aber weil wir Geld nicht essen k\u00f6nnen, bleiben wir hungrig und brauchen mehr. Ein voller Magen macht uns klar, dass wir genug gegessen haben; Geld kann uns das niemals vermitteln, daher k\u00f6nnen wir auch niemals genug davon haben. <\/p>\n<p>Ist es wirklich notwendig darauf hinzuweisen, wohin uns das gef\u00fchrt hat, was das f\u00fcr uns als Individuum, f\u00fcr die Menschheit im allgemeinen und unserem Planeten Erde im gesamten, bedeuted? Leider ja, denn es gibt zu viele Menschen, die noch immer vorgeben, dass ohnehin alles in Ordnung ist und dass wirklich keine Notwendigkeit besteht, Alarm zu schlagen, denn schliesslich m\u00fcssen wir unser Geld verdienen. Ohne Geld, kein \u00dcberleben! Egal, dass wir dabei den Ast abschneiden auf dem wir sitzen. Das ist an sich mehr als fragw\u00fcrdig, denn es macht absolut keinen Sinn.<\/p>\n<p>Nun, es besteht kein Grund, die Regierung daf\u00fcr verantwortlich zu machen, oder wen auch immer wir beschuldigen wollen. Wenn wir selber nicht bereit sind, A\/nderungen vorzunehmen, niemand wird was \u00e4ndern. Das heisst nicht, dass wir zu \u201epre-historischen Zeiten\u201c zur\u00fcckkehren sollten, weniger Verschwendung w\u00fcrde schon helfen. Was es tats\u00e4chlich heisst, ist, dass es h\u00f6chste Zeit ist,  Homo Sapiens beweist und gibt nicht nur vor, dass er mehr ist als jedes andere Lebewesen. Der Ameisenb\u00e4r scheint uns allemal \u00fcberlegen zu sein. Er krallt sich in den Termitenbau nur soweit wie er es f\u00fcr eine Mahlzeit braucht. Er frisst nie die Ameisenkolonie zur G\u00e4nze auf. Das ist ein weises Lebewesen, weiser auf jeden Fall als wir es ihm zugestehen und weiser als wir uns sehen.<\/p>\n<p>In unserem sozialen Leben sind Vort\u00e4uschungen ebenso zerst\u00f6rerisch, sowohl f\u00fcr den Einzelnen als f\u00fcr uns alle. Was begehren wir am allermeisten? Wir sehnen uns nach Bewunderung, Anerkennung, Liebe, Macht. Wenn wir nur wenig oder nichts davon haben, sind wir absolut bereit, es mit falschen Tatsachen zu erreichen oder vorzuspiegeln. Wir leben n\u00e4mlich noch immer nach dem Naturgesetz der Auslese, das unsere Chancen auf\u2018s \u00dcberleben in einer feindlichen Umwelt garantiert, indem nur der Gesunde, St\u00e4rkste, Beste, erfolgreich ist. Selbst wenn wir nichts von dem sind, wollen wir uns fortpflanzen. Auch das hat f\u00fcr uns heutzutage wenig oder gar praktische Bedeutung. Wir \u00fcberleben selbst wenn wir weder fit, noch stark noch besonders leistungsf\u00e4hig sind. Es gibt keine Rechtfertigung f\u00fcr Vort\u00e4uschung, keine Notwendigkeit etwas vorzuspiegeln. Selbst unsere Fortpflanzung ist nahezu garantiert.<\/p>\n<p>Nachdem der moderne Mensch sich  weniger ums \u00dcberleben sorgen muss, das n\u00e4chst Wichtigste in seinem Leben, ist der Wunsch gl\u00fccklich zu sein.  Jeder w\u00fcnscht sich gl\u00fccklich zu sein, alle jagen dem Gl\u00fcck nach. Leider ist dieses Unternehmen dem Untergang geweiht, wenn wir es mit Vort\u00e4uschen oder falschen Tatsachen zu erreichen versuchen. Wir m\u00f6gen zwar kurzfristig erfolgreich sein, aber es ist gewiss kurzlebig. Selbst wenn unsere Vort\u00e4uschungen noch nicht entdeckt worden sind, wir kennen die Wahrheit und deren Eigenheit, sich ihren Weg an die Oberfl\u00e4che zu bahnen trotz aller unserer besten Bem\u00fchungen sie abzudecken. Allein die Furcht, entdeckt zu werden, macht das Leben unerfreulich. Der Betreffende muss dauernd Vorsicht walten lassen, was er sagt, was er tut und was andere tun oder sagen. Er lebt in st\u00e4ndiger Sorge, ob das Unaufhaltbare nicht ohnehin schon geschehen ist, trotz aller Vorsichtsmassnahmen. Der Untergang ist nur eine Frage der Zeit, L\u00e4cherlichkeit mag sich hinter der n\u00e4chsten Ecke befinden, der Geliebte hat vielleicht schon das Weite gesucht und diverse Leute sind uns bereits auf der Spur und wollen unseren Kopf.<\/p>\n<p>Leider sind alle diese \u00c4ngste kein Abschreckungsmittel. Heuchler, Schwindler Angeber, Gauner, Betr\u00fcger in allen Graden und Schattierungen sind \u00fcberall und scheinen sich noch zu vermehren. Ein gewisser Grad von Voyerismus, der in uns allen steckt, hilft diesem Phenomen entlang. Wir lieben Ber\u00fchmtheiten, aber noch mehr deren Niedergang. Es dient unserer Unterhaltung deren Schw\u00e4chen bloss gelegt zu sehen und wir k\u00f6nnen es in unseren Medien jederzeit verfolgen. Wir lieben die Erfolgreichen, doch konzentrieren wir uns auf die Ehren, die das bringt, nicht auf die Arbeit, die dahintersteckt. Wir bewundern die erfolgreichen Liebhaber, aber g\u00f6nnen ihnen ein gebrochenes Herz. Und verehren wir nicht alle M\u00e4chtigen und sind entz\u00fcckt wenn sie von ihrem Pedestal fallen? Es best\u00e4tigt n\u00e4mlich, dass nichts sicher, Arbeit aber zu hart ist, dass unsere Geliebten uns jederzeit verlassen k\u00f6nnen  und dass Machthaben nichts f\u00fcr Zauderhafte ist.<\/p>\n<p>Daher ist Vort\u00e4uschen, zumindest f\u00fcr kurze Zeit, eine M\u00f6glichkeit, Fr\u00fcchte zu geniessen, die man entweder nie oder nur mit M\u00fche bekommen w\u00fcrden. Allerdings ruinieren wir dabei unsere Chance  wirklich gl\u00fccklich zu sein. Wir haben ungemein Angst unser Selbst zu sein. Das allein macht uns verletzbar. Nicht unser Eigenpotential wahrzunehmen ist die Schw\u00e4che, der wir entrinnen wollen. Es macht uns zu jenen Erfolglosen, die wir f\u00fcrchten, dass wir sind.<\/p>\n<p>Was also bedeuted es f\u00fcr uns wenn wir nicht so popul\u00e4r, so talentiert, so bewundernswert oder erfolgreich sind, wie wir es uns w\u00fcnschen? Offensichtlich bedeutet es, dass wir uns mit dem vergleichen, das wir am meisten erstrebenswert finden. Dann stellen wir unsere minderen Qualit\u00e4ten fest und wenn der Unterschied zu gross ist, werden wir deprimiert. Wir betrauern, was wir nicht haben. Es w\u00e4re besser, wir w\u00fcrden auskundschaften, was wir haben und das dann zu unserem Besten umgestalten. An diesem Punkt ist es leicht einer Versuchung nachzugeben, n\u00e4mlich vorzut\u00e4uschen, f\u00fcr den einen oder anderen Grund. Das kann Furcht sein oder Begierde, was auch immer. Weder das eine noch das andere ist notwendig unsere \u00dcberlebensf\u00e4higkeit zu garantieren, aber es garantiert ganz sicher unsere Ungl\u00fcckseligkeit.<\/p>\n<p>Ist es von Bedeutung, wenn der Mensch ungl\u00fccklich ist? Absolut! Tats\u00e4chlich mag das \u00dcberleben des Homo Sapiens davon abh\u00e4ngig sein. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sicherlich besteht hier keine Notwendigkeit diese Worte zu definieren, doch mag es das Wesentliche dieses Beitrages klarstellen. Vorspiegelung ist der Versuch etwas vorzut\u00e4uschen, das nicht der Tatsache entspricht. Vort\u00e4uschung ist der Versuch etwas als so erscheinen zu lassen, das nicht so ist. 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