{"id":3454,"date":"2014-01-11T00:00:00","date_gmt":"2014-01-11T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/axisdata.com.au\/de\/feminas_buch\/dns-kapitel-2-teil-2\/"},"modified":"2014-01-11T00:00:00","modified_gmt":"2014-01-11T00:00:00","slug":"dns-kapitel-2-teil-2","status":"publish","type":"feminas_buch","link":"https:\/\/axisdata.com.au\/de\/feminas_buch\/dns-kapitel-2-teil-2\/","title":{"rendered":"DNS, Kapitel 2, Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>\u201eHei Femina,\u201c ruft ihr die Kleine auch schon zu. \u201eWeisst Du wo wir waren?\u201c Sie ist ganz und gar begeistert. \u201eIm Tiermuseum waren wir! Das war wirklich ganz toll, nicht wahr, Mama?\u201c<\/p>\n<p>Diese nickt bestaetigend, aber mit wenig Begeisterung. \u201eDie haben sich tatsaechlich was einfallen lassen! Die Tiere sehen echt aus und sind in ihrem entsprechenden Lebensraum plaziert. Gute Nachbildungen, liebevoll gestaltete Kulissen, ueber Kopfhoerer gibt\u2019s den Originalton. Ausserdem haben sie Videoshows und einen kleinen echten Zoo haben sie auch, wo gestreichelt werden darf. Mich wundert\u2019s allerdings, dass sie keine Hologramme haben.\u201c<\/p>\n<p>Femina zuckt die Schultern. \u201eDas fragst du dich? Ich sag\u2019s ja, &#8211; hier lebt man auf dem &#8230;&#8230;..\u201c<\/p>\n<p>\u201eSchon gut,\u201c unterbricht Tina. Sie ist tatsaechlich nicht in bester Laune, trotzdem sie es zu verbergen sucht.<\/p>\n<p>\u201eWas hat dir denn am besten gefallen?\u201c fragt Femina die Kleine, waehrend sie Robbi den Auftrag gibt, Tee zu bringen. Sie setzt sich den beiden gegenueber auf die Couch und wartet auf Antwort. <\/p>\n<p>Die Kleine schmiegt sich an ihre Mutter. In ihrem Gesicht spiegeln sich die unterschiedlichsten Empfindungen. Schliesslich sagt sie: \u201eDie Kaenguruhs im Streichelzoo! Da waren einige mit Jungen in ihren Bauchtaschen. Und huepfen koennen die! Hopp, hopp! Ich moechte das auch koennen. Sie haben mir aus der Hand gefressen und wenn ich aufhoerte, haben sie mich gestupst\u201c Sie spricht nicht weiter, scheint mit ihren Gedanken in der Erinnerung stecken zu bleiben.<\/p>\n<p>Stattdessen faehrt Tina fort: \u201eWir werden auch weiterziehen. Sie soll mehr kennenlernen als Museen. Sie soll Lebendiges sehen und das Leben begreifen! Das heisst also, dass wir weiterreisen muessen!\u201c<\/p>\n<p>Femina nickt. \u201aAbsolut! Die Kleine soll eine all umfassende Ausbildung erhalten. Theorie und Praxis sind eine besonders fruchtbare Kombination.\u2018<\/p>\n<p>\u201eUebrigens,\u201c wirft die Kleine ein, \u201eich habe fuer heute das Abendessen programmiert. Ich hoffe, dass du mir nicht boese bist!\u201c<\/p>\n<p>Femina meint, das haenge wohl davon ab, ob sie dabei nicht vergessen worden sei. Die Kleine lacht etwas verlegen, zoegert ein wenig mit der Antwort, aber meint abschliessend: \u201eMmh ja doch! Es wird Euch schon schmecken.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAh,\u201c erwidert Femina, \u201edavon bin ich ueberzeugt!\u201c Sie denkt allerdings dabei an ihre erfolgreiche Abstinenz von Kuchen und Schokolade und anderen derartigen Verlockungen. Einmal \u201aumfallen\u2018 genuegt, &#8211; daraus ist noch immer eine Orgie geworden. Sie ist eine \u201aQuartalschokoladenabhaengige\u2018. Zeitweise koennte sie davon leben. Sie hat derzeit kein Verlangen danach. Doch sie weiss, damit ist es vorbei, sobald das erste Stueckchen Schokolade auf ihrer Zunge zergeht. Besonders in diesen Landen ist Abstinenz schwierig. Hier uebertreffen sich die Zuckerbaecker und Kochkuenstler gegenseitig, und das Angebot ist riesig gross. Obendrein gibt es keinen Ersatz, der troestlich waere. Femina denkt dabei an die wundervollen tropischen Fruechte, oder Obst von hier. Zwar kann man hiesiges und auslaendisches kaufen, aber essen mag sie keines. Die Fruechte schmecken als haetten sie nie die Sonne gesehen. Dafuer sind sie durch verschiedene Laborsuppen geschwommen, &#8211; nein als Ersatz taugen sie nicht. Femina glaubt nicht einmal, dass sie als Vitaminspender was taugen. Sie isst hier zu diesem Zweck vorwiegend Tabletten. Da weiss sie wenigstens was drin ist. Vielleicht! Auf jeden Fall ist\u2019s Chemie, ohne oebstliche Verkleidung.<\/p>\n<p>Robbi\u2019s verzerrte, monotone Quaekstimme holt sie aus ihren abschweifenden Gedanken. Weil ihm niemand antwortet, sammelt er das leere Geschirr ein und tuckelt damit ab in die Kueche. Die Kleine saust ihm nach und kommt mit einer Flasche \u201aLifespender\u2018 zurueck. Kinder sind ganz versessen auf dieses Zeug und weil sich\u2019s gut mit Alkohol mischen laesst, lieben es auch die Erwachsenen.<\/p>\n<p>\u201eDu hast vollkommen recht,\u201c wendet sich Femina an ihre Freundin, \u201eauch ihr solltet bald weggehen! Uebrigens, ich bin gestern wirklich voll gewesen. Ich vertrag den Alkohol nicht. Aber es war schon laengst wieder einmal faellig daran erinnert zu werden.\u201c Tina nickt nur dazu. <\/p>\n<p>\u201eIch wuenschte, ihr koenntet laenger bleiben! Dann wuerdest du auch meinen Freund kennenlernen,\u201c faehrt sie fort<\/p>\n<p>\u201eIch wuerde ihn auch gerne kennenlernen!\u201c bemerkt die Kleine trocken, weil Femina sie nicht mit einbezogen hat.<\/p>\n<p>\u201eEntschuldige\u201c, sagt sie daher, \u201eich dachte nicht, dass dich das interessieren wuerde.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd ob,\u201c beteuert die Kleine, \u201e ich habe auch einen boy-friend. Er geht in diesselbe Schule wie ich und er gibt mir jeden Tag einen Kaugummi, damit ich keine Zahnspange krieg, so wie er. Kauen sei gesund, sagt er.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSehr aufmerksam von ihm,\u201c bestaetigt Femina, klaert sie jedoch auf, warum das Kauen so gesund sei und dass das nicht unbedingt mit dem Genuss von Kaugummi zu verbinden sei. Tina hat ihr das natuerlich auch schon erzaehlt. \u201eJa, ja, ich weiss,\u201c sagt sie daher recht uninteressiert.<\/p>\n<p>Tina hat sich nicht geaeussert. Sie starrt Femina an,  mit Lippen verkniffen aufeinandergepresst. Sie scheint nicht begeistert ueber die Aussicht Femina\u2019s Freund kennen zu lernen. \u201eIst er denn so aussergewoehnlich?\u201c fragt sie schliesslich. \u201eMaenner sind doch einer wie der andere! Solange sie dich nicht haben, laufen sie dir nach wie verliebte Kater. Haben sie dich, dann bist du nur noch eine Trophaehe. Oder sollte dein Goldstueck da anders sein?! Oder wuerdest du nur gerne mein Urteil hoeren, weil du dir selber nicht sicher bist?\u201c Sie schuettelt missbilligend den Kopf: \u201eDu bist unverbesserlich!\u201c<\/p>\n<p>Femina ist einen Moment lang verbluefft und reagiert dann saeuerlich: \u201eErstens finde ich, dass er wirklich die Ausnahme ist und zweitens, was nennst du an mir unverbesserlich? Du hast die Maenner aufgegeben, na und ich das Kinderkriegen. Was oder wer ist da nun unverbesserlich!?\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu glaubst doch noch immer dran, dass es mit ihnen ein \u201egemeinsam\u201c gibt! Vergiss es!!!!\u201c<\/p>\n<p>Femina laechelt sueffisant: \u201eEs gibt das \u201agemeinsam\u2018 mit ihnen durchaus, meine Liebste!\u201c<\/p>\n<p>Doch Tina laesst sich nicht ablenken. \u201eGemeinsamkeiten, vielleicht, mehr schon nicht!\u201c erwidert sie.<\/p>\n<p>Femina ueberlegt und nickt dann langsam. Stimmt, ihre Freundin hat natuerlich recht. Das war schliesslich mit ein Grund, dem Kinderkriegen aufzukuendigen. Zu diesem Zweck braucht man das Miteinander ohnehin nicht. Es gibt Samenbaenke und tiefgefrorene Embryos, und noch viel mehr Waisenkinder. Trotzdem&#8230;&#8230;.., sie kann das andere Geschlecht nicht so ablehnen wie Tina das tut. <\/p>\n<p>\u201eAlso was erwartest du dir von mir?\u201c fragt sie daher ihre Freundin. \u201eSoll ich ploetzlich Frauen lieben, nur weil du den Maennern nicht vergibst, dass sie existieren?\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnfaehig sind sie, immer noch, was Liebe betrifft. Viele bevorzugen ohnehin Maenner, \u201aweil die viel weniger kompliziert sind wie Frauen\u2018,so hat mir ein Klient erklaert. Schlimmer noch, oder hast du vergessen, welches Leid den Frauen angetan wird, weltweit? Und was ist mit unseren Sozieternas? Sie moegen zwar besser sein als alles andere, aber wenn die Beziehung beendet ist,  wer zieht denn letzten Endes die Kinder gross? Wir, wir!!\u201c Sie wird immer wuetender. \u201ePfaue sind sie,\u201c zischt sie boese. Sie vergass offenbar, dass es vorwiegend die Muetter sind, die ihre Kinder nicht aufgeben, wenn eine Verbindung endet, vorallem wenn es sich um Non-Sozieternas handelt.<\/p>\n<p>\u201eUnd was hast du gegen Pfaue? Sind doch schoene Tierchen!\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas finde ich auch,\u201c mischt sich die Kleine ins Gespraech<\/p>\n<p>\u201eNa dann sind sie halt Blutegel!\u201c korrigiert Tina stoerrisch<\/p>\n<p>\u201eIgitt!\u201c lacht die Kleine naseruempfend. \u201eAber Charlie ist kein Blutegel.\u201c Das muss wohl ihr Kaugummilieferant sein.<\/p>\n<p>\u201eDer ist im verliebten Katerstadium,\u201c erwidert Muetterchen aufklaerend<\/p>\n<p>Femina und die Kleine sehen sich vielsagend an, zucken mit den Schultern und geben auf. Argumentieren bringt da nichts. Die Freundin sitzt in einer emotionalen Falle. Sich daraus zu befreien, bedarf der Ehrlichkeit und nicht der Wut. Auch wenn ihre Argumente durchaus der Wahrheit entsprechen, ist das nichts Neues und sie sieht keinen offensichtlicher Grund, der Tina\u2019s Verhalten erklaeren koennte.<\/p>\n<p>Das Abendessen ist fertig. Vielleicht bringt das ein Glaetten der Wogen. Die Kleine stuermt begeistert voran und in Femina\u2018s Gedaermen sitzt lauernd der Appetit. Na ja, er entwickelt sich zu einem gefraessigen Ungeheuer. Er verschlingt Pizza, Topfenpalatschinken, Fruchtsalat mit Eiscreme und zum Schluss noch einen Kaffee mit Schlag. Weil der Bauch dabei ein kleiner Stein wird, braucht er zum Aufweichen frischen, eisgekuehlten Orangensaft. Eisgekuehlt ist er, aber frisch? Das ist bereits fraglich. Zumindest die Farbe stimmt, na und das Aroma ist ziemlich orangenhaft, er schmeckt garnicht so schlecht.<\/p>\n<p>Tina blieb selbst waehrend des Essens wortkarg. Sie haben sie in Ruhe gelassen. Femina fragt sich allerdings was ihrer Freundin so sehr die Laune verdorben hat. Es muss was mit dem anderen Geschlecht zu tun haben! Kann es sein, sie hat Schwierigkeiten einzugestehen, dass mit dem Aufgeben der Maenner noch nicht die Traeume oder die Zukunft erledigt sind? Sie selbst hat es da wohl leichter, &#8211; sie erwartet sich nichts vom anderen Geschlecht, weder eine Zukunft miteinander, noch eine Zukunft schlechthin. Fuer sie bedeuted Zukunft ohnehin nur Moeglichkeit, so oder so. Ein Muss ist sie nicht. Trotzdem, auch ihre eigenen Traeume sind nicht begraben. Wenn die Realitaet allerdings fuer ein grausames Erwachen sorgt, kann man schon zornig werden. Sie erinnert sich sehr wohl an den gestrigen Abend, wo sie selber sich kaum beruhigen konnte.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eHei Femina,\u201c ruft ihr die Kleine auch schon zu. \u201eWeisst Du wo wir waren?\u201c Sie ist ganz und gar begeistert. \u201eIm Tiermuseum waren wir! 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